NLB hat neuen Vorstandschef

1. Oktober 2009, 12:26
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Bisheriges Mitglied des Zentralbankrats, Bozo Jasovic, tritt fünfjährige Amtszeit an

Ljubljana - Die größte slowenische Bank, Nova Ljubljanska banka (NLB), hat seit heute, Donnerstag, einen neuen Vorstandschef. Die Führung der staatlichen Großbank hat das bisherige Mitglied des Rates der slowenischen Zentralbank, Bozo Jasovic, übernommen. Jasovic (49) folgt dem zurückgetretenen NLB-Chef Drasko Veselinovic nach.

Mit Jasovic bekommt die NLB bereits den dritten Vorstandschef innerhalb von einem Jahr. Ende Jänner endete die fünfjährige Amtszeit vom damaligen NLB-Chef Marjan Kramar, dessen Rekordprämie in der Höhe von einer Million Euro für Empörung in Slowenien sorgte. Kramar war am 1. Februar von Veselinovic im NLB-Chefsessel nachgefolgt.

Rücktritt nach drei Monaten

Nach nur drei Monaten bot Veselinovic seinen Rücktritt an, um die eskalierte politische Debatte angesichts der Verlängerung eines 130-Millionen-Euro-Kredits zu beruhigen. Der Kredit wurde angeblich für einen Management-Buyout beim Getränkekonzern Pivovarna Lasko genutzt. Die umstrittene Kreditverlängerung hatte eine Regierungskrise in der slowenischen Mitte-Links-Koalition ausgelöst. Ende Mai hat der NLB-Aufsichtsrat den Rücktritt Veselinovics angenommen, er blieb jedoch im Amt bis sein Nachfolger gefunden wurde.

Die NLB steht mehrheitlich im Eigentum des slowenischen Staates. Der zweitgrößte Aktoinär ist mit 30,6 Prozent die belgische KBC, die sich aber schon seit geraumer Zeit von ihrem Anteil trennen will, weil eine Komplettübernahme der Bank am beharrlichen Widerstand der slowenischen Politik gescheitert war.

Im ersten Halbjahr 2009 erzielte die NLB-Gruppe einen Nettogewinn in der Höhe von 35,7 Mio. Euro, ein Rückgang um 45 Prozent im Jahresvergleich. Die Bilanzsumme ging um 1 Prozent zurück und betrug Ende Juni 18,6 Mrd. Euro. (APA)

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