Saturn am Ende

1. Oktober 2009, 15:26
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Nach dem geplatzten Verkauf stellt General Motors Auto-Marke ein, 13.000 Jobs wackeln

New York - Für die Marke Saturn des amerikanischen Autobauers General Motors (GM) dürfte die letzte Chance zur Rettung verstrichen sein. Nach dem Scheitern des Verkaufs an die Autohandelskette Penske kündigte GM am Mittwochabend an, die Marke werde eingestellt. Kurz zuvor hatte die Penske Automotive Group das Geschäft überraschend platzen lassen, mit der Begründung, dass die Verhandlungen mit einem Produktionspartner gescheitert seien. An Saturn hängen 350 Händler und 13.000 Arbeitsplätze. Unter dem Saturn-Logo wurden in den USA bisher auch die Opel-Modelle Astra, Vectra und Antara vertrieben.

Penske und GM hatten am 5. Juni einen Vorvertrag zur Übernahme von Saturn unterzeichnet. Penske, die nach Umsatz zweitgrößte amerikanische Autohandelskette nach Autonation, wollte sich nur die Rechte an der Marke sichern, aber keine Werke von GM übernehmen. Deshalb war es entscheidend, einen Partner für die spätere Produktion zu finden.

Man habe ein unabhängiges Vertriebsmodell für die Saturn-Modelle und -Ersatzteile geprüft und sei zu dem Schluss gekommen, dass die Risiken und Unsicherheiten hinsichtlich der Verfügbarkeit künftiger Produkte zu groß seien, begründete Penske die Absage.

Im Mai hatte das "Wall Street Journal" berichtet, dass der Konzern-Verbund Renault-Nissan mit GM über eine Übernahme von Saturn verhandle, um eine Wachstumsbasis in Nordamerika zu etablieren. Bereits davor wurde in der Branche darüber spekuliert, dass einer der chinesischen Automobilhersteller BYD, Brilliance oder Chery die Marke erwerben könnte.

GM hatte die Marke Saturn 1990 aus der Taufe gehoben und mehr als vier Millionen Fahrzeuge produziert. GM hatte auf dem Sanierungskurs bereits die traditionsreiche Marke Pontiac eingestampft und Opel, Saab und Hummer zum Verkauf gestellt. (APA)

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