Zahlreiche auslaufende Verträge

1. Oktober 2009, 10:43
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Viel Arbeit für Rapid-Sportdirektor Hörtnagl: nicht weniger als acht Verträge mit wichtigen Spielern laufen mit Ende der Saison aus - Oberste Priorität hat Kapitän Hofmann

Glasgow - Über mangelnde Arbeit wird sich Rapids Sportdirektor Alfred Hörtnagl in den kommenden Monaten nicht beschweren können. Beim österreichischen Fußball-Rekordmeister laufen mit Saisonende die Verträge von gleich acht Spielern aus, viele davon zählen zu absoluten Leistungsträgern. Ins Schwitzen wird der Tiroler nach eigenen Angaben aber nicht geraten, immerhin bleibt noch genügend Zeit.

"Wir haben keinen Stress und sind in dieser Angelegenheit gut unterwegs", erklärte der 43-Jährige. Normalerweise beginnen laut Hörtnagl die Verhandlungen erst während des Wintertrainingslagers, "aber wir führen jetzt schon im Hintergrund Gespräche".

Hofmann hat Priorität

Steffen Hofmann, Helge Payer, Branko Boskovic, Markus Katzer, Jürgen Patocka, Hannes Eder, Rene Gartler und Raimund Hedl (sofern Rapid beim Ersatzgoalie nicht die Option zieht) wären im Sommer ablösefrei zu haben, sollten die Kontrakte nicht schon vorher verlängert werden. Die wichtigste Personalie ist dabei naturgemäß Kapitän Hofmann, wie auch Hörtnagl betonte: "Er hat eine gewisse Priorität. Wir wollen verlängern, denn er ist eine zentrale Figur bei uns."

Hofmann lässt sich in dieser Frage noch Zeit. "Wir haben in nächster Zeit so viele wichtige Spiele, dass ich mir darüber keine Gedanken machen kann und will. Im Winter ist dann mehr Zeit." Schon im aktuellen Vertrag des Deutschen ist die Möglichkeit einer weiteren Zusammenarbeit mit Rapid über die aktive Karriere hinaus festgeschrieben, "und wenn ich hier einen neuen Vertrag unterschreibe, wird das wieder drin stehen", sagte der 29-Jährige.

Hofmann: "Es gefällt mir hier sehr gut"

Prinzipiell ist der mit einer Wienerin verheiratete zweifache Familienvater einer Verlängerung nicht abgeneigt. "Es gefällt mir hier sehr gut. Wenn ich noch einmal in eine andere Liga gehen sollte, dann muss alles passen, dann gehe ich nicht zu einem Verein, der gegen den Abstieg spielt."

Selbst wenn der eine oder andere arrivierte Kicker Rapid im Sommer verlassen sollte, hat dies keinen Einfluss auf die Entscheidung von Hofmann. "Ich habe dem Verein schon mitgeteilt, dass ich gerne mit den Jungen spiele und mache meinen Verbleib nicht davon abhängig, ob andere Verträge verlängert werden - auch wenn ich mich freuen würde, wenn die Mannschaft beisammen bleibt."

Dieser Wunsch könnte ohnehin in Erfüllung gehen, schließlich will Hörtnagl mit allen sieben weiteren Kickern ernsthafte Gespräche führen. "Das sind alles Spieler, die sich bei Rapid bewährt haben. Wir werden sehen, ob wir mit ihnen verlängern können", meinte der Tiroler. Der Sportdirektor stellte aber trotz der jüngsten Einnahmen aus den Transfers von Erwin Hoffer und Stefan Maierhofer sowie aus der Europa-League-Teilnahme auch klar: "Wir müssen uns nach wie vor nach wirtschaftlichen Kriterien richten und können keine astronomischen Summen zahlen."

Wertzuwachs

Gerade die internationalen Erfolge haben die Arbeit von Hörtnagl nicht unbedingt erleichtert. "Natürlich stehen die Spieler im Europacup im Schaufenster, dadurch könnte es da und dort schwieriger werden, Verträge zu verlängern. Dafür gibt es bei den Spielern aber auch einen Wertzuwachs."

In diesem Zusammenhang legt Hörtnagl Wert auf die Feststellung, dass Talente wie Yasin Pehlivan (bis 2013), Christopher Drazan (2013), Veli Kavlak (Dezember 2011) oder Christopher Trimmel (2012) langfristig an den Verein gebunden sind. Außerdem seien weitere Verkäufe vorerst nicht geplant. "Wir werden versuchen, dass diese Mannschaft die Saison fertig spielt. Und es ist ja nicht so, dass Spieler unbedingt weg wollen, da hat sich auch bei Kavlak die Situation wieder geändert. Die großen Themen, was Transfers betrifft, werden wahrscheinlich erst wieder im Sommer kommen", vermutete der Tiroler.

Generell sei es das Ziel, den aktuellen Kader zu halten "und eventuell auch noch zu verstärken", sagte Hörtnagl, der in diesem Zusammenhang nach eigenen Angaben in ständigem Kontakt mit Trainer Peter Pacult ist. "Was die Kaderplanung betrifft, sind der Trainer und ich ziemlich einhelliger Meinung." (APA)

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