September

Zahl der Arbeitslosen steigt weiter

1. Oktober 2009, 09:40

Mit Schulungen waren im September 302.955 Menschen auf Jobsuche - im Vergleich zum Vorjahr 24,3 Prozent weniger offene Stellen

Wien - Ende September gab es in Österreich 234.505 vorgemerkte Arbeitslose, um 51.178 oder 27,9 Prozent mehr als ein Jahr davor. 68.450 Menschen waren in Schulungen des Arbeitsmarktservice (AMS), um 17.981 oder 35,6 Prozent mehr als Ende September 2008. Damit waren in Summe 302.955 Menschen auf Jobsuche, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag mit.

Den Jobsuchenden standen 29.157 gemeldete offene Stellen gegenüber. Das waren um 9.357 oder 24,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 7.407 Lehrstellensuchenden standen 4.234 Lehrstellen gegenüber, die "Lehrstellenlücke" vergrößerte sich damit um 654 Stellen auf 3.173.

Männer stärker betroffen als Frauen

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich im Vergleich zu den Vormonaten ein wenig eingebremst. Während im September um gut 51.000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet waren als im Vorjahresmonat, hatte das Plus in den Monaten davor zwischen 53.000 und fast 57.000 betragen. Die Arbeitslosenquote nach heimischer Definition stieg um 1,4 Punkte auf 6,5 Prozent.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten fiel um 72.000 (2,1 Prozent) auf 3.396.000. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten über 50 Jahren stieg hingegen um 10.000 (1,6 Prozent) auf 650.400.

128.528 Männer (plus 36,1 Prozent) und 105.977 Frauen (Plus 19,2 Prozent) waren von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei Inländischen Arbeitnehmern betrug der Anstieg 26,8 Prozent (40.468 Personen) auf 191.290, bei Ausländern lag das Plus bei 32,9 Prozent (10.710 Personen) auf 43.215. Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren (plus 24,4 Prozent auf 41.136 Personen) waren ähnlich stark betroffen wie Menschen über 50 (Plus 24,0 Prozent auf 45.600 Personen).

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die länger als 12 Monate vorgemerkt blieben, ist um 29,1 Prozent auf 7.014 gestiegen. Die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit stieg um acht Tage (8,7 Prozent) auf 98 Tage. 24.195 Menschen hatten eine Einstellzusage, das waren um 19,8 Prozent (3.992 Personen) mehr als vor einem Jahr.

Höchster Anstieg in Oberösterreich

Den höchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr verzeichnete im September wieder Oberösterreich, mit Plus 50,1 Prozent auf 27.212 Betroffene vor Vorarlberg (plus 43,4 Prozent auf 11.398). Absolut die meisten Arbeitslosen hat zwar Wien mit 71.690, hier war aber mit 15,7 Prozent der geringste Anstieg zu verzeichnen. Auch im Burgenland hielt sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit mit Plus 17,1 Prozent auf 6.416 Betroffene in Grenzen. Dazwischen lagen Tirol (Plus 25,6 Prozent auf 17.391), Steiermark (Plus 29,7 Prozent auf 32.862), Niederösterreich (Plus 32,9 Prozent auf 38.812), Kärnten (Plus 34,2 Prozent auf 17.678) und Salzburg (Plus 34,4 Prozent auf 11.046).

38.937 Menschen in Kurzarbeit

Die Kurzarbeit ist rückläufig, am 1. Oktober waren 38.937 Menschen in 302 Betrieben davon betroffen, teilte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SP)  mit.

Hundstorfer verwies darauf, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit absolut und relativ geringer ausgefallen sei als im August. Die Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit würden greifen, da hier der Anstieg mit 24,4 Prozent unter dem allgemeinen Anstieg (27,9 Prozent) gelegen sei. Auch halte die Ausbildungsgarantie weiter. Derzeit seien rund 6.500 Jugendliche in einer Maßnahme der Ausbildungsgarantie (inkl. Vorbereitender Maßnahmen) aufgefangen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 78
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Management Quatscher
15
1.10.2009, 17:23

Also langsam macht mir der Arbeitskräftemangel echt Sorgen.

Wenn jetzt nicht bald 1 Mio Chinesen und Inder als händeringend gesuchte Arbeitskräfte nach Österreich kommen, sehe ich echt schwarz für die Wirtschaft.

Kristallpalastbewohner
04
1.10.2009, 15:13
seht ihr das Problem?

303.000 Arbeitslose/Arbeitssuchende (sind warscheinlich mehr)

30.000 offene.. gemeldete Stellen


Auch am Arbeitsmarkt gilt das Prinzip "Angebot/Nachfrage". Es gibt ein Ueberangebot an Arbeitskraeften -> darum wird Erwerbsarbeit immer weniger Wert.


gut fuer die Wirtschaft -> schlecht fuer die Lohnabhaengigen


Es gibt einfach zu wenig Erwerbsarbeit fuer JEDEN (Willigen). Man kann nicht NUR DEM INDIVIDIUM DIE SCHULD GEBEN (der is faul, der is unfaehig etc.)...

Jeremy RIFKIN hat ein gutes Buch ueber dieses WICHTIGE THEMA (Mangel an Erwerbsarbeit, Ursachen d.permanent hohen Arbeitslosigkeit) geschrieben -> LESEN! Das betrifft uns ALLE (ausser die oberen 10 %)...

Management Quatscher
01
1.10.2009, 17:03

die "Wirtschaft" und ihre "Experten" machen aber ständig Krawall, weil es ihrer Ansicht nach zu wenig Arbeitskräfte gäbe. Arbeits- und Fachkräftemangel haben sie vor noch einem Jahr geheult.

SlashHammer
02
1.10.2009, 14:08
Die Jobvernichter am Lügentrip: "Wir schaffen Arbeitsplätze"!

Jeder der das als Politker behäuplt, ist sofort psychologisch zu überprüfen.

Politiker können mit Vorschriften das Wirtschaften ganz deutlich erschweren, aber das Ändern der Vorschriften schafft keine Arbeitsplätze.

Die Verschwendung kostet Arbeitsplätze, weil zuviel in unproduktive Verwalterei fließt und unser globale Konkurrenzfähigkeit deutlich mindert.

Das ist auch das Versäumnis aller am Wohlergehen hinderlicher Bestimmungen - es ist dem Menschen zu eigen, auch Selbstregulierend zu handeln, wenn er nicht von der Politik zum Betrügen gezwungen wird.

Freunderlwirtschaft macht ehrliche Leute zu Betrügern am Ganzen - und wird durch Filz straffrei gehalten.

Zum Schaden der Anderen.

springflower
07
1.10.2009, 13:43
Wissenschafter bestätigen,

dass eine Vollbeschäftigung auf Basis des derzeitigen Wirtschaftssystems nie mehr zu erreichen ist. Es stünden gravierende weltweite Regulierungsmaßnahmen für den uferlosen Wirtschaftsliberalismus an. Ich frage mich, ob ich derartiges noch bei Lebzeiten erleben werde.

flotter denker
00
1.10.2009, 17:28
Wissenschaftler haben schon alles moegliche bestaetigt

Es stimmt deswegen trotzdem nicht.

Peter Maurer8
00
1.10.2009, 13:07
inflation im Kommen

die ungekrönten Vollidioten des Jahrzehnts: Nachdem ihnen der Staat beim Aufbau ihres Vermögens die Hälfte weggesteuert hat, droht ihnen nun die von staatlicher Hand geplante Geldentwertung den letzten Rest aufzufressen.

fat albert1
00
1.10.2009, 22:13

Hoffentlich frisst sie meinem laufenden Kredit gleich mit auf. Ob' ich mir allerdings die Kreditrate dann noch leisten kann, wenn die restlichen Ausgaben steigen?
Hmmm.

quantity quality
 
41
1.10.2009, 13:00
reaktion des ams

... nach mehr geld schreien und mehr leute in zwecklosen schulungen parken. so erschreckend und fantasielos wie die ganze arbeitsmarktpolitik.

Theobald Tiger
02
1.10.2009, 13:39
Sie wissen es besser?

Lassen Sie die Welt darüber nicht im Unklaren!

Vielleicht gewinnen Sie mit ihrem Konzept für Null-Arbeitslosigkeit den Wirtschafts-Nobelpreis.

Ben Hur1
01
1.10.2009, 20:38

Klar, Bedinungsloses Buergergeld.

Was dann folgt, ist eine harte Abrechnung mit dem Versagen der geistigen Eliten - der Politik und der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entscheider. Sie haben das Ende der Arbeitsgesellschaft verpennt - ganz besoffen vom Vollerwerbsmodell. Es fehlt hinten und vorn an neuen Menschenbildern und Gesellschaftskonzepten. Ralf Dahrendorf listet sie auf: Wohlfahrt - kann nur über Arbeitseinkommen garantiert werden. Über Alternativen wurde nicht nachgedacht. Alles misst sich am Beruf.

Buntspecht12
58
1.10.2009, 12:01
Die hohe Arbeitslosigkeit

hat mit der "Krise" ja nur am Rand zu tun. 2005 gab es offiziell noch keine Krise - da war die Arbeitsl. gleich hoch. Das hat mit Produktivitätssteigerung, Gewinnmaximierung und ungleich verteilter Arbeit zu tun. Auf der einen Seite müssen viele Menschen tw. horrende Überstunden leisten (Polizei, Pflegepersonal, Ärzte, etc..) besetzen senil Stellen bis ins hohe Alter (Rechtsanwälte, Ärzte, Politiker,..) andererseits gibt es Menschen die zu viel Zeit haben, gerne arbeiten würden, aber denen kein Platz gemacht wird. Deshalb: Arbeitszeit verkürzen, neue Mitarbeiter statt Überstunden, Gewinne und Erträge die mehr als doppelt so hoch sind wie Wirtschaftswachstum und Zinsen mit 80% besteuern. Und das in ganz Europa. Ohne Systemwechsel knallt es.

Nachtschläfer
00
1.10.2009, 15:30
Einfache Frage:


Was bewegt Ihrer Ansicht nach einen Unternehmer oder ein Unternehmen dazu, Leute anzustellen?

Susanne Starkl
02
1.10.2009, 15:41
in der Regel deshalb

da er ohne Mitarbeiter sein Unternehmen nicht führen kann. Bis auf die 1-Mann Betriebe halt. Und wenn ihm die Arbeit zu viel wird, sucht er sich dann Mitarbeiter. Und wenn denen die Arbeit zu viel wird, dann stellt er weitere Mitarbeiter ein. Es gibt aber leider immer mehr Unternehmer, die ihren Mitarbeitern immer mehr Arbeit aufbürden, von ihnen kostenlose Überstunden verlangen (Billa & Co) und die mit dem Argument "Krise" drohen um noch mehr Gewinn zu machen. Die stellen dann keine Leute mehr ein - und denen muss man halt die rote Karte zeigen. Leider.

Nachtschläfer
10
1.10.2009, 15:49
Ja aber das kann ja nicht sein, was er meint!


Denn dann müsste man ja trachten, möglichst erfolgreiche Unternehmen zu haben, die möglichst viel Arbeit haben, und daher möglichst viele Mitarbeiter einstellen.

Der Kollege will aber erfolgreiche Unternehmen mit Strafsteuern belegen.

Also geht er offenbar nicht davon aus, daß Unternehmen Mitarbeiter wegen Aufträgen und Kunden einstellen?

Michael Pacher
31
1.10.2009, 13:10

Gewinne und Erträge, die höher sind als das Wirtschaftswachstum mit 80% besteuern.

SUUUPER Vorschlag!

Die erfolgreichen Unternehmen gehören höher besteuert, ach was, wenn ein Unternehmen überdurchschnittlich erfolgreich ist, gehört es vernichtet!

NUR SO können Arbeitsplätze geschaffen werden...


Bei manchen Leuten ist schon klar, warum sie am Arbeitsmarkt unvermittelbar sind...

Buntspecht12
14
1.10.2009, 14:43
Gegenvorschlag - ebenso sarkastisch dumm wie Ihrer

Unternehmensgewinne und Kapitalerträge gar nicht mehr besteuern. Die Steuerlast alleine der arbeitenden Bevölkerung auflasten und die sollen dann auch mit ihrem Geld noch Unternehmer retten die sich verspekuliert haben.

Mir ist auch klar, warum die Weltwirtschaft in der Situation ist in der sie leider eben ist....denken Sie darüber einfach mal nach und lassen Sie sich nicht weiterhin von sogenannten "Spezialisten" und "Fachleuten" die Neoliberalen Märchen auftischen. Die Ereignisse der letzten Jahre zeigen ja mehr als deutlich wohin das führt.

parmigiano
00
1.10.2009, 15:44

bin nur zum teil Ihrer meinung:

ja, man muss - leider angesichts der ausufernden verschuldung - auch (die betonung liegt auf "auch") über höhere steuern, zumindest für bestimmte personenkreise, fälle, etc, nachdenken.

vorschläge ala "Gewinne und Erträge die mehr als doppelt so hoch sind wie Wirtschaftswachstum und Zinsen mit 80% zu besteuern" sind allerdings tatsächlich unsinn. damit benachteiligt man gut geführte, effiziente unternehmen und ermutigt diese gerade dazu, weniger effizient und profitabel zu arbeiten. dazugesagt sei in diesem zusammenhang, dass gerade gut geführte, profitable unternehmen arbeitsplätze schaffen.

Susanne Starkl
00
1.10.2009, 15:53
Bin insofern bei Ihnen

als ich meinen Vorschlag der hohen Besteuerung für den Gewinn wohl besser für den ROI (Return of investment) geschrieben hätte. Das ist eine meiner Meinung nach bessere Messlatte und hier bleibe ich bei meiner Meinung dass diese Größe nicht mehr als doppelt so hoch wie der Eckzinssatz oder das Wirtschaftswachstum sein sollte um ein gesundes Gleichgewicht zu schaffen. Wie gesagt: Reformen genügen hier nicht - es muss ein Systemwechsel her.

parmigiano
00
1.10.2009, 16:21

es hat mit der schaffung eines gesunden gleichgewichts nichts zu tun, wenn man effiziente unternehmen per se besser besteuert als andere (unter gewissen voraussetzungen wär das bei manchen windfall profits überlegenswert, aber sicher nicht in dieser allgemeinheit). eine nivellierung nach unten macht nie sinn.

auch der ROI kann hier kein maßstab sein, und schon gar nicht ist eine begrenzung auf den doppelten eckzinssatz (den es im übrigen gar nicht mehr gibt) sinnvoll. natürlich will ein investor für sein risiko und ein unternehmer für sein risiko und seine arbeit eine deutlich bessere verzinsung als auf einem sparbuch haben. sonst macht ein unternehmertum ja keinen sinn mehr - bei verlusten ersetzt ihm diese im normalfall ja auch keiner.

parmigiano
00
1.10.2009, 16:49

in der zweiten zeile natürlich "mehr" statt "besser"

Martin vom Dach
00
1.10.2009, 13:08
Der Satz "Arbeitslosigkeit hat mit Gewinnmaximierung zu tun"

ist schon ein Zuckerl, das hier hervorgehoben gehört....


Mögen Sie mal die Bedeutung des Begriffes "Gewinnmaximierung" nachschlagen (Wikipedia oder so reicht)

Buntspecht12
47
1.10.2009, 14:38
Also die Kosten für Mitarbeiter haben keinen Einfluss auf den Gewinn??

Ich kann mich gut an die Wirtschaftswunderware in den 60er und 70er erinnern. Da haben wir im Unternehmen Feste gefeiert wenn der ROI mehr als 10% betragen hat - obwohl der Eckzinssatz damals bei 6% lag. Jetzt lag seit Jahren der Eckzins bei etwa 3% und man wollte 15% und mehr ROI erzielen. Wenn die Kosten für Personal bei 5% liegen könnte man das doppelte Personal einstellen wenn man sich mit 10% ROI zufrieden geben würde. Das nur mal als Anregung zum nachdenken. Vielleicht nicht immer nachplappern was Neoliberale "Fachleute" so vorplappern.

Martin vom Dach
00
1.10.2009, 15:13
lol, ich hab gerade folgendes Post von Ihnen ins Postfach bekommen, das wohl nicht veröffentlich wird:


"In der Praxis versteht man mit Gewinnmaximierung nicht das erreichen des Grenzkostensatzes, sondern so viel als möglich darüber."


Tja..

Psst - mein Freund - wenn Sie über die Erreichung des Grenzkostensatzes gehen, VERLIEREN Sie Geld.


Ich finde es aber erstaunlich, wie gut Sie Dinge qualitativ bewerten können, von denen Sie nicht den Funken einer Ahnung haben, was sie bedeuten.

Und noch beeindruckender finde ich, wie wenig peinlich Ihnen das ist...

Christian Ebner
20
1.10.2009, 14:43
Ach, Sie stellen sich das so vor,

dass Unternehmen halt auf a bisserl Gewinn verzichten sollen, und gfälligkeitshalber dafür also mehr unnötige Mitarbeiter aufnehmen?

Weil Mitarbeiter senken ja den Gewinn?


Frage: Warum nehmen dann überhaupt Unternehmen Mitarbeiter?
So aus Restanstand?
Weil net alle so ur arg gewinnorientiert sind?


Zweite Frage:
Verarschen Sie uns hier, oder sind Sie echt so?

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