Bessere emotionale KI für Spiele in Arbeit

1. Oktober 2009, 09:37
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Artificial Technology und Periscope arbeiten in Zukunft zusammen - Erste Produkte 2010

Die beiden Middleware-Anbieter Artificial Technology aus Puchheim und Periscope aus Hamburg werden ab nächstem Jahr zusammen arbeiten. Ziel der Kooperation ist die Verbesserung von emotionaler künstlicher Intelligenz in PC-Spielen. Man wolle durch die Kombination des Know-hows beider Unternehmen Spiele-Entwicklern zukünftig neue Möglichkeiten zur Erschaffung von möglichst realistischen, lebendige Spielwelten und Charakteren bieten, heißt es vonseiten der beiden Unternehmen. "Außerdem reduziert es den Entwicklungsaufwand für Spiele-Hersteller, wenn sie unsere Software für ihre KI verwenden", sagt Frank Gwosdz von Artificial Technology. Die Zusammenarbeit soll sich auf die Bereiche Entwicklung und Produktvermarktung erstrecken und im kommenden Jahr erste Ergebnisse bringen.

Mehr als Grafik

War in den vergangenen Jahren für Spiele-Entwickeler oft vor allem eine möglichst gute Grafik erstrebenswert, erlebt heute auch das Thema KI zunehmendes Interesse. "Uns war die KI bisher nicht gut genug. Die Grafik ist teilweise schon fast fotorealistisch, dem Verhalten der Charaktere fehlte jedoch Intelligenz. Viele Spiele sehen realistisch aus, verhalten sich aber nicht richtig", so Gwosdz. Dies nahm man als Anstoß, die Firma 2007 zu gründen. Bislang konnte man beispielsweise den Hamburger Spiele-Hersteller Twintime Software zu einer Zusammenarbeit bewegen, mit weiteren Interessenten rechnet man für das kommende Jahr.

Ergänzung

Die Technologien der Unternehmen dürften sich voraussichtlich gut ergänzen. Artificial Technology stellt mit der KI-Lösung "Eki-One" eine modulare Middleware bereit, mit deren Hilfe sich emotionale und soziale Verhaltensweisen in künstlichen Intelligenzen realisieren lassen. Dies erlaubt beispielsweise, dass Nichtspielercharaktere (NSCs) in Computerspielen unerwartet wütend werden und den Spieler angreifen oder dass das Gegenteil passiert und die besagten NSCs die Flucht ergreifen. Grundsätzlich erlaubt die emotionale KI somit vor allem unerwartete, nicht widerkehrende Verhaltensweisen bei Spielfiguren. Periscope hat sich bislang auf die intelligente Steuerung von Sound in Spielen konzentriert. Man wolle durch die Zusammenarbeit neue Möglichkeiten in der Entwicklung von Computerspielen ermöglichen, so Jan Werkmeister, einer der beiden Geschäftsführer von Periscope Studios.

Atmosphäre

"Das Zusammenspiel von spannendem Verhalten und dynamischer Musikuntermalung birgt großes Potenzial, um Spielatmosphäre der nächsten Generation Wirklichkeit werden zu lassen", sagt Serein Pfeiffer, technischer Leiter bei Artificial Technology. Konkret könnte dies beispielsweise so umgesetzt werden: Eki-One wertet die Emotionszustände der NSCs während des Spielens aus. Verbünden sich nun beispielsweise einige wütende Gegner gegen den Spieler und stehen kurz vor einem Angriff, kommt Periscopes Softwarelösung Psai ins Spiel und startet zur Situation passende Musik. Auf erste Spiele, die mit der aus der Zusammenarbeit entstandenen Software müssen Gamer allerdings noch eine Weile warten. Eine Fertigstellung der gemeinsamen Software wird für nächstes Jahr erwartet, dann dürften auch erste Spiele-Ankündigungen kommen. (pte)

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