Trotz Protesten kehrt Ruhe zurück

1. Oktober 2009, 10:31
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Keine Soldaten mehr auf den Straßen - Donnerstag-Früh hatte die Polizei eine Besetzung des Nationalen Agrarinstitutes durch Bauern beendet

Tegucigalpa - Trotz anhaltender Proteste ist das mittelamerikanische Land Honduras am Mittwoch zu weitgehender Normalität zurückgekehrt. In der Früh hatte die Polizei eine Besetzung des Nationalen Agrarinstitutes durch Bauern beendet, die vor drei Monaten aus Protest gegen den Sturz des Präsidenten Manuel Zelaya in das Gebäude eingezogen waren. Eine Demonstration von Anhängern Zelayas vor dem Radiosender "Globo" verlief am Mittwoch friedlich. "Globo" und dem Kanal 36, beides Zelaya-freundliche Medien, waren am Wochenende die Sendelizenz entzogen worden.

Alejandro Villatorros, Besitzer von "Globo", sagte, das Programm des Senders sei jetzt nur noch über das Internet zu empfangen. Zuvor sei es im ganzen Land ausgestrahlt worden, heute habe der Sender nur noch rund 5.000 Zuhörer am Tag. Der Sender sei praktisch tot. Bei der Demonstration am Dienstag forderten die Menschen die Wiedereröffnung des Senders und die Rückkehr Zelayas ins Präsidentenamt.

Unterdessen kehrte die Hauptstadt am Mittwoch zum ersten Mal seit der Rückkehr Zelayas nach Honduras am Montag der vergangenen Woche zur Normalität zurück. Die Soldaten verschwanden aus den Straßen und bewachten nur noch Regierungsgebäude wie den Präsidentenpalast. Auch rund um die brasilianische Botschaft, in der Zelaya Zuflucht gefunden hat, waren starke Einheiten der Streitkräfte postiert. Erstmals wurde in der Nacht zu Donnerstag keine Ausgangssperre verhängt. (APA)

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