Geständnisse von 3.700 ehemalige AUC-Paramilitärs - Zeitraum zwanzig Jahre
Bogotá - Mitglieder der früheren ultrarechten Paramilitärs in
Kolumbien haben insgesamt etwa 25.000 Morde eingestanden. Das geht aus einem am
Mittwoch in Bogotá bekannt gewordenen Bericht der Einheit für Gerechtigkeit und
Frieden, einer Abteilung der Staatsanwaltschaft, hervor. Insgesamt hätten 3.700
ehemalige Paramilitärs die Taten eingeräumt, die sich über einen Zeitraum von
etwa 20 Jahren verteilten. Die geständigen Täter hätten sich zwischen 2003 und
2006 unter den Schutz eines Sondergesetzes gestellt, das ihnen milde Haftstrafen
von höchstens acht Jahren garantierte, wenn sie ihre Taten gestehen.
Die ehemaligen Mitglieder der "Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens"
(AUC) hätten auch das Verschwindenlassen von 2.251 weiteren Opfern und die
Entführung von 831 Menschen zugegeben. Insgesamt habe die Justiz durch diese
Angaben der Paramilitärs 2.100 Gräber mit den sterblichen Überresten von 2.562
Menschen finden können.
Zusammenarbeit mit Politikern und Polizei
Die früheren Mitglieder der AUC haben bei Verhören durch die Justiz auch
umfangreiche Aussagen zu der Zusammenarbeit mit Politikern vor allem aus aus dem
Lager des konservativen Präsidenten Alvaro Uribes sowie mit Polizei- und
Militäreinheiten gemacht. Letztere hätten entweder Massaker an der
Zivilbevölkerung in Auftrag gegeben oder die AUC auch aktiv bei den Mordaktionen
unterstützt. Die AUC waren von Großgrundbesitzern als Schutz gegen Überfälle
linker Rebellen gegründet worden.
Entsprechend einer Vereinbarung mit der Regierung Uribe wurden zwischen 2003
und 2006 etwa 31.000 Paramilitärs entwaffnet. 247.000 Kolumbianer haben
inzwischen bei den Behörden Anträge gestellt, als Opfer der Paramilitärs
anerkannt zu werden. Wer als Opfer anerkannt wird, kann auf eine Entschädigung
hoffen. (APA)