Wiener Schulen bekommen Schulsozialarbeiter

30. September 2009, 16:29
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    foto: apa/schlager

Sollen auch bei außerschulischen Konflikten zum Einsatz kommen - 20 bis 30 Posten in ganz Wien

Wien - Stundenkürzungen, familiäre und interkulturelle Probleme, die in die Schule getragen werden und Lehrer, die mit diesen zusätzlichen Konflikten überfordert sind - das sind laut einer Untersuchung die brennenen Probleme an manchen Pflichtschulen im 15. Wiener Gemeindebezirk. Woraufhin Experten, Pädagogen und Oppositionspolitiker forderten, dass Schulsozialarbeiter eingesetzt werden.

Neun schon im Dienst

Nun leistet Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) dem Wunsch vieler Pädagogen folge, wie derStandard.at erfuhr: Neun Schulsozialarbeiter haben vor wenigen Tagen ihren Dienst angetreten. Insgesamt sollen in ganz Wien 20 bis 30 Stellen besetzt werden, nach geeigneten Kandidaten wird noch gesucht.

Die Sozialarbeiter agieren nicht nur innerhalb der Schule, sondern auch außerhalb und sollen so zur Nahtstelle zwischen Schule und Lebensumfeld der Schüler werden, so der Wunsch des Bildungsstadtrats. Zudem sollen sie in ihrem Tätigkeitsfeld nicht an eine einzige Schule gebunden sein, sondern regional vernetzt agieren. Ausgehend von Rudolfsheim-Fünfhaus, wo zwei Schulsozialarbeiter nach dem Lehrerdiensterecht angestellt werden sollen, soll je ein Schulsozialarbeiter auch im 2., 10., 12., 16., 20., 21. und 22. Bezirk tätig sein, wobei die Einsatzgebiete in der Pilotphase "flexibel und mobil" gestaltet werden.

Vernetzung Schule-Daheim

Die Schulsozialarbeiter sollen das tun, wozu Lehrer weder die Ausbildung noch die Befugnis haben: Zu den Schülern nach Hause gehen und sich auch der Konflikte im persönlichen Umfeld der Kinder annehmen. Die Schulsozialarbeit beginne "bei sozialem Lernen im Unterricht, vertrauensbildenden Maßnahmen, geht weiter zu Krisengesprächen, Vernetzungsarbeit mit Eltern und anderen Institutionen bis zu Hausbesuchen, Vermittlung oder konkreter Hilfestellung für Kinder und Familien", sagt Oxonitsch. "Die Experten des sozialen Lernens sind zwar in der Schule verankert, ihr Arbeitsfeld endet aber nicht am Schultor. Das ist ein Paradigmenwechsel und bedeutet eine weitere wichtige qualitative Erweiterung des Systems Schule."

Bisher keine Schulsozialarbeiter

Bisher gab es keine Schulsozialarbeiter an Wiener Schulen. Es gibt zwar andere interne und externe Unterstützungseinrichtungen wie etwa die Schulpsychologen, diese haben aber ein anderes, nämlich psychologisches Aufgabengebiet. Das alles aber war nicht ausreichend, beklagten Pädagogen in einer Bestandsaufnahme an Pflichtschulen im 15. Bezirk, die Oxonitsch in Auftrag gegeben hatte (derStandard.at berichtete).

Birgit Hebein, Grüne-Bezirksrätin in Rudolfsheim-Fünfhaus ist froh über Oxonitsch' Entscheidung: "Viele Dinge sind noch nicht bis ins Detail durchgeplant, aber man muss dem Projekt eine Chance geben." Drei Jahre habe sie für Schulsozialarbeit gekämpft, nun sei das Ziel erreicht: "Grundsätzlich ist das ein wichtiger Schritt in Richtung Gewaltprävention und Konfliktlösungen bei Jugendlichen und auch eine Entlastung für LehrerInnen, Elternhaus und Jugendamt". (Marijana Miljkovic, derStandard.at, 30. September 2009)

Kommentar posten
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per verser
03
2.10.2009, 09:01

eine alibi-handlung. wahlen stehen vor der tür.

defibrilator
24
1.10.2009, 18:27
manchmal frage ich mich

wie wir noch vor 20, 30 jahren überhaupt überleben konnten, so ganz ohne sozialarbeiter, psychologen und andere experten für alles und jedes noch so kleine (oder gar nicht vorhandene) problem.

zellu lloyd
00
7.10.2009, 11:37
und ohne

Laktoseintoleranz und burn-out!

Ingrid Erlmoser
01
7.10.2009, 08:09
SchulsozialarbeiterInnen

Nur zur Info - vor 20 Jahren gingen SozialarbeiterInnen Monat für Monat in die Schule um im Dialog mit DirektorInnnen und LehrerInnen zu stehen, denn auch damals gab es mit Kindern Probleme. In der zwischenzeit hat sich die Arbeitsstruktur der SozialarbeiterInnen geändert - siehe auch: www.sozialarbeit.at

Doper
22
2.10.2009, 11:20
Damals gab es noch Mütter, die für die Erziehung der Kinder zuständig waren.

Die einstige finanzielle Abhängigkeit von ihren Ehemännern haben sie gegen die heutige finanzielle Abhängigkeit von den Arbeitgebern eingetauscht.

Durch den übervollen Arbeitsmarkt sind die Durchschnittseinkommen so gering, dass ein Verdiener in der Familie nicht mehr ausreicht.

Statt das Geld den Familien (den Müttern) zu geben, finanzieren die Politiker lieber die Massenerziehung in Horten, Nachmittagsbetreuungen, ... und weil dies zu kranken Kindern führt, brauchen wir jetzt noch Psychologen, Soziologen, ...

Ein ordentliche Pensionsanrechnung der Erziehungzeiten würde die Eltern wieder stärker zur Kinderbetreuung motivieren, den Arbeitsmarkt ausdünnen und angemessene Durchschnittsgehälter erzeugen.

Endlichdreißig
24
2.10.2009, 17:07

Mei, das Idyll muss damals echt geherrscht haben...aber nicht mal durch eine rosarote Brille betrachtet kann die Abhängigkeit von einem Partner, dem man mehr oder weniger auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist besser finden als die von Arbeitgebern, die man zumindest wechseln kann, wenn's nicht passt. Das zeugt schon von Unkenntnis und/oder Naivität.

Ein Phänomen wie die Veränderungen der Gesellschaft an EINEM Punkt, nämlich der erwerbstätigen Mutti, festzumachen, ist doch mehr als abenteuerlich.

Doper
23
5.10.2009, 13:23
Dass wir Frauen uns aber selbst ein Bein gestellt haben,

ist schwer zu übersehen.
Die Generation unserer Eltern (wenn Sie sehr jung sind, vielleicht schon Ihrer Großeltern) konnte sich mit einem Gehalt das selbe leisten (Haus, Auto, Urlaub,...) , wofür man heute 1,5 bis zwei Gehälter braucht.
Die Frauen konnten sich um das Funktionieren der Familie kümmern. Auch das brauchte Kraft, die heutige Mütter nach der Arbeit schwer aufbringen. Dies führt zu hohen Scheidungsraten.

Die finanzielle Abhängigkeit vom Ehemann hätte man mit geeigneten Gesetzen leicht beseitigen können und bräuchte heute nicht so viel Geld, um die kaputte Gesellschaft zu reparieren.

Dass das Frauendasein heute so beschwerlich ist, habt die Verfolgung falscher Ziele durch die Frauenbewegung selbst verschuldet.

politisch verfolgt
01
2.10.2009, 18:02
was soll das bitte?

"abhängigkeit von einem partner auf gedeih und verderb" ....den partner hat frau sich ja auch selbst ausgesucht. übrigens sind in einer partnerschaft beide voneinander abhängig, finanziell und/oder emotional. ist ihnen das noch nie aufgefallen? ihr satz klingt nach "alle männer sind sch****". eine nicht sehr intelligente position.

wie schön es ist, von einem arbeitgeber abhängig zu sein, können ihnen demnächst 400.000 arbeitslose österreicher und innen erzählen.

die veränderungen in der gesellschaft gehen nun mal in den letzten 50 jahren hauptsächlich von den frauen aus und betreffen auch kinder und männer.

4simo
02
3.10.2009, 09:03
ich möchte finanziellen von keinem menschen abhängig sein.

einen job KANN man wechseln, den lebensstandard kann man minimierern, aber das gefühl haben, bei einen menschen bleiben zu müssen,
mit em amn nicht mehr klarkommt
der sich schräg entwickelt hat
der nicht mehr an einen und man nicht mehr an ihm interessiert ist...

brrrrrrrr

politisch verfolgt
00
4.10.2009, 23:23
ja klar

es gibt ja nur beziehungen, wo man mit dem anderen "nicht mehr klarkommt, der sich schräg entwickelt hat, der nicht mehr an einen und man nicht mehr an ihm interessiert ist".
und weil es nur das gibt, muß man auch die politik darauf ausrichten. ist klar.

4simo
01
5.10.2009, 09:53
wo lesen Sie das heraus?

dass es *nur* das gäbe?
können Sie sich vorstellen, dass frauen auch in einer guten partnerschaft, finanziell unabhängig sein wollen?
können Sie sich vorstellen, auch in einer guten partenrschaft, finanziell von Ihrer frau abhängig zu sein?
beinm kind zu bleiben
auf eine ausbildung/weiterbildung zu verzichtenauf eine entsprechende pension zu verzichten?
warum fordern Sie es dann von anderen?

politisch verfolgt
00
6.10.2009, 23:42
aus ihrem posting lese ich das heraus

sie schreiben ja von nichts anderem.
ich fordere von anderen nicht, auf ihre pension zu verzichten. das ist unsinn.

4simo
00
7.10.2009, 00:41
naja, lesen ist so eine sache....

wenn Sie unter denen sind, die eine traditionell an die mutter gebundene erzieung *fordern*, dann ist das die konsequenz daraus

Endlichdreißig
01
2.10.2009, 23:38

Wenn Sie das als "alle Männer sind sch..." interpretieren, ist das wohl Ihr wunder Punkt. Tatsache ist doch, dass die Person, die man sich mal ausgesucht hat, sich eventuell verändert, oder man sich selbst verändert, oder die Situation sich ändert...und dann ist der finanziell Abhängige in der schlechteren Position. Dass das in den letzten paar Jahrhunderten eher die Frauen waren, ist halt so. Wäre für Männer nicht angenehmer.
Einen Arbeitgeber kann man im Übrigen leichter wechseln als einen Partner, man ist mit ihm rein geschäftlich verbunden, eine viel unkompliziertere Beziehung. Gottseidank.
Die Gesellschaft hat sich übrigens viel dramatischer durch die mediale Entwicklung geändert als dadurch, dass jetzt mehr Mamis arbeiten gehen.

jo eh
00
2.10.2009, 16:56

die männer sind auch von arbeitgebern abhängig

4simo
02
2.10.2009, 15:40
das ist nur bedingt richtig nämlich dann, wenn man von der einzigrichtigkeit der traditionellen rollenfuateilung ausgeht

. ich kann mich aber noch erinnern an meine kindheit, da musste die frau denmann fragen ob sie arbeiten gehen DARF, schläge für frau und kind waren nichts besonderes, das geld hat dem gehört, der es verdient hat... ja es gab auch alimentation
und ein typisches klischee waren dei heimlich saufenden hausfrauen, die mit der monotonie nicht klargekommen sind....

es hat also einige gründe, warum sich frauen nicht auf das hausfrauensein beschränken lasen wollen.
man könnte aber auch die arbeiten/leistungen/verantwortlichkeiten unter beiden aufteilen, dann würder mann sein kind öfter sehen und nach einer trennung mehr rechte haben und zum ausgleich können frauen auch mehr zeit in ihre asubildung/ihren job investieren, zusammen weniger abhängigke

f. ullinger
00
2.10.2009, 14:05
was will man schon vom wirtschaftflügel der övp

erwarten. sklaventreiber bleiben sklaventreiber.

Harry Y.
 
00
2.10.2009, 11:01

Stimme zu: der bedarf ist nicht unendlich. Aber oft vorhanden. Warum? Weil die gesellschaft nur sehr begrenzt dazugelernt hat.

4simo
14
1.10.2009, 21:10
schlecht

wenn man sich die kinder der generation so anschaut....

hawkwind -
03
1.10.2009, 15:16
Begrüßenswert

Allerdings könnten es ruhig ein paar mehr sein. Ich weiß schon, es ist ein Anfang und wenn sich herausstellt usw. usw. Hätte vermutlich eh keiner was dagegen von allen Parteien mitsammen, aber die Kosten..... Angesichts der Milliardchen, die in der letzten Zeit plötzlich lockergemacht werden konnten ist es schwer begreiflich, warum hier (und in ähnlichen Bereichen) gespart werden muß.

abendstern
02
1.10.2009, 19:07

kann aus eigener erfahrung sprechen - schulsozialarbeiterInnen brauchen wir ganz dringend. und nicht nur 20 für ganz wien. hoffentlich wird hier augestockt, wäre wohl ein sinnvoll investiertes geld in die bildungspolitik.

Birgit E. Hebein
00
1.10.2009, 16:12
wichtiger erster schritt

sie haben recht, es kann nur ein erster schritt sein. wenn dieses projekt von expertInnen begleitet und die kriterien der schulsozialarbeit auch praktisch anwendbar sind, ist es echt ein guter schritt..konflikte an und um schulen gibt es genug!
empfehlenswert dazu auch die untersuchung vom team focus an schulen bei uns im 15. http://www.fsw.at/downloads... ichte.html

Data100
13
1.10.2009, 15:07
Nicht falsch die Sache.

Besseres ausschöpfen des Strafmaßes bei Gewalttaten, besonders bei Intensivtätern, sollte aber paralell auch vorangetrieben werden. Es ist einfach ein Fakt das manche wenige schlicht und einfach nicht mehr umzuerziehen sind, die müssen weg von der Strasse bzw. Gesellschaft.

4simo
10
1.10.2009, 21:11
also ich wär erstmal

für mehr sport an der schule

El Pais
13
1.10.2009, 14:51
also mal der reihe nach:

integrationsbeauftragter, familienbeauftragter,behindertenbeauftragter, transgenderbeauftragter, kinderberauftragter, frauenbeuaftrgeter, schulbeauftragter usw.

was noch eigentlich? und wer ist denn für die erziehung verantwortlich: der staat oder die eltern?

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