Geheimdienste-Museum in Wien geplant

30. September 2009, 12:43

WissenschafterInnen planen Geheimdienste-Museum mit "Basics des Agentenwesens" -, Fototechnik oder Information über die Organisation der Spionage

Wien - Wien sei immer "Tummelplatz" für Geheimdienste gewesen und soll deshalb ein eigenes Museum zu diesem Thema bekommen. Auf diese Idee kam eine Gruppe österreichischer WissenschafterInnen, die sich seit Jahren mit dem Geheimdienstwesen beschäftigt. Bei einer Planungskonferenz am Freitag in Wien sollen konkrete Ziele formuliert werden, erklärte der Historiker und Geheimdienstexperte Siegfried Beer von der Karl-Franzens-Universität Graz.

"Ein Museum bietet sich einfach an, denn das Wissen der Menschen darüber ist sehr gering", ortet Beer Bedarf an solider Information für die BürgerInnen und auch TouristInnen. Die "Der dritte Mann"-Tour etwa sei erfolgreich verlaufen, zeigte sich der Experte vom Interesse an einem derartigen Museum überzeugt. Die ForscherInnen haben bereits internationale Beispiele besichtigt und planen für Österreich ein "seriöses Museum, in das aber die Leute gerne gehen".

Wien als Zentrum für Geheimdienste

"Ausstellen könnte man alles mögliche, denn Wien war immer ein großes Zentrum für Geheimdienste", so der Wissenschafter. Im Museum soll etwa Information über das Funkwesen - die "Basics des Agentenwesens" -, Fototechnik, die Organisation der Spionage, die geschichtliche Entwicklung und bedeutende Persönlichkeiten in Wien zu sehen sein. Mit Wirtschaftsspionage oder den "gläsernen Bürger" nannte Beer weitere Beispiele: "Wir könnten auf die verschiedenen Sparten des Geheimdienstwesen hinweisen."

Ein Zeitpunkt für die mögliche Eröffnung bzw. ein genauer Standort in Wien könne in dieser Planungsphase natürlich noch nicht genannt werden. Auch müsse man erst das notwendige Budget erstellen, so Beer. In einem ersten Schritt sollen die Konferenzteilnehmer am Freitag jedenfalls eine Ausstellung zu den Geheimdiensten im 20. Jahrhundert planen. Dabei könne man die Seriosität unter Beweis stellen und Interesse für weitere Projekte wie das geplante Museum wecken, meinte Beer. (APA, red)

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