Bankraub 2.0: Supertrojaner wütet in Deutschland

30. September 2009, 12:19

Cyberkriminelle erbeuteten binnen 22 Tagen rund 300.000 Euro

Forscher der Security-Firma Finjan sind einem neuen Supertrojaner auf die Spur gekommen, der es insbesondere auf die Bankdaten und das Geld seiner Opfer abgesehen hat. Dabei geht die auf dem Toolkit LuckySpoilt basierende Malware "URLzone" so gevieft vor, nur einen gewissen Prozentsatz des auf einem Konto befindlichen Vermögens zu klauen, um nicht so schnell aufzufallen. Zusätzlich klinkt sie sich beim Online-Banking in den Browser ein und zeigt falsche Kontostände an, um den User in Sicherheit zu wiegen. Der Bank-Trojaner, der im übrigen auch in anderen Web-Accounts wie PayPal, Gmail und Facebook herumschnüffelt, besitzt Funktionen, die eigens dafür entwickelt wurden, Security-Software zu täuschen.

"Der Trend geht eindeutig hin zu aufwändigeren Trojanern"

"Es handelt sich um einen Bank-Trojaner der nächsten Generation. Das ist Teil des neuen Trends, immer fortschrittlichere Malware zu programmieren, die für das Austricksen von Sicherheitssystemen optimiert ist", sagt Ben Itzhak von Finjan. Auch der Sicherheitsexperte Toralv Dirro von McAfee stimmt ihm zu. "Der Trend geht eindeutig hin zu aufwändigeren Trojanern. Kriminelle Gruppen entwickeln das ganz gezielt weiter, heute arbeitet eine ganze Reihe von Trojanern so wie der Beschriebene. Man kann das als eine Art Wettrüsten zwischen den Cyberkriminellen, Banken und der Sicherheitsindustrie interpretieren", sagt er im pressetext-Gespräch.

Zielgruppe des Trojaners waren die Kunden einiger deutscher Banken, die man vonseiten Finjans nicht nennen wollte. Insgesamt wurden mithilfe des Trojaners rund 300.000 Euro erbeutet. "Das halte ich noch für relativ wenig Beute, was wahrscheinlich an der relativ geringen Zahl der Infektionen lag. Normalerweise werden aber auch keine Informationen über die Höhe des finanziellen Schadens bekannt gegeben", so Dirro. Die Server, von der die Malware gesteuert wurde, konnten in der Ukraine lokalisiert werden. "Das läuft über sogenannte Bulletproof-Hoster. Die gibt es weltweit. Sie sind teurer als andere Hoster und lassen ihre Kunden dafür hosten, was sie wollen. Sie behaupten, der Inhalt der Server sei Sache der Kunden und gehe sie nichts an", sagt der Experte. Die deutschen Behörden sind informiert.

Erfolgsquote von 7,5 Prozent

Die Finjan-Mitarbeiter schafften es, die Kommunikation des Trojaners auf einem infizierten System abzuhören und auf diese Art den Kommandoserver aufzuspüren. Diesen hatten die Cyberkriminellen unvorsichtigerweise nicht ausreichend gesichert, wodurch die Security-Experten allerlei Daten über den Trojaner beschaffen konnten, darunter auch Statistiken zu den Infektionen. Insgesamt sollen rund 90.000 Computer die Seiten, auf denen der Schädling gehostet war, besucht haben. Davon infizierten sich 6.400 mit der Malware - eine Erfolgsquote von 7,5 Prozent. Von ein paar hundert der infizierten Computer wurde tatsächlich Geld gestohlen, insgesamt etwa 300.000 Euro. Nach 22 Tagen verschwand der Trojaner Ende August wieder - offenbar hatten die Cyberkriminellen bemerkt, dass man ihnen auf der Spur war.

Infiziert wurden die Computer auf zwei verschiedene Methoden. Zum einen erhielten Opfer E-Mails, in denen Links enthalten waren, die sie auf eine zur Verbreitung des Trojaners erstellte Website lotsten. Die zweite Möglichkeit, sich den Trojaner einzufangen, war der Besuch von durch die Malware unterwanderten Internetseiten. So oder so, der Schädling nutzte eine bekannte Sicherheitslücke in gängigen Internetbrowsern aus, um sich auf der Festplatte des Opfers einzunisten und dort bis zum Aufruf der Internetseiten der Zielbanken in eine Art Schläfermodus zu verfallen. Startet der User Online-Banking-Dienste, wird die Malware aktiv. Sie kapert den Browser, analysiert den Kontostand, ermittelt einen Betrag, der ohne großes Aufsehen entwendet werden kann und überweist diesen auf das Konto eines Strohmanns, der einen kleinen Anteil an den erbeuteten Summen erhält. Anschließend wird der vom User beim Besuch der Banken-Website eigentlich erwartete Kontostand eingeblendet, wodurch dieser keinen Verdacht schöpft - zumindest solange er sich für seine Bankgeschäfte ausschließlich auf dem infizierten Computer anmeldet. Die Verwendung von Strohmännern scheint bei derartigen Angriffen gängige Praxis zu sein. "Diese sogenannten Mules sind ebenfalls Opfer. Das sind Leute, die auf dubiose Jobangebote als Finanzagent reinfallen. Sie werden in den meisten Fällen erwischt und wegen Geldwäsche angezeigt", weiß Dirro. Den Hintermännern ist freilich sehr viel schwerer beizukommen.(pte)

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Posting 1 bis 25 von 95
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Des is so - und nicht anders..
 
00
1.10.2009, 15:18
Das Jahr 2009 ..

Superzunamis
Superwahljahr
Megaerdbeben
Globale Klimaerwärmung ...
und SUPERTROJANER !

alles Super .. ;-)

Bushdoctor
00
1.10.2009, 13:19
Frage mich wie das funktionieren soll...?

Meine Bank verwendet im Online-Banking einmalige TAN Nummern, die entweder auf Papier abgedruckt werden, oder als SMS zugeschickt werden, ohne die eine Transaktion jedenfalls nicht möglich ist. Kann mir nur vorstellen, dass diese Online-Banking Systeme ohne entsprechende einmalige Transaktionsnummern arbeiten, oder dass es eine andere Schwachstelle gibt, diese TANs zu umgehen.

Super-Zyniker
00
1.10.2009, 21:59

@Bushdoctor

> Frage mich wie das funktionieren soll...?

Diese Art von Trojanern schneidet klinkt sich direkt in den TCP/IP-Netzwerkstack ein und schneidet bei "interessanten" (Banking-)Seiten außerdem deine Tastatur- und Mauseingaben noch vor einer SSL-Verschlüsselung mit.
Da die Protokolle vieler Banken den Kriminellen bekannt sind, können sie die übertragenen daten abfangen, ändern und auch beliebige weitere Daten (z.B. TANs) anfordern.
An deinen Browser werden die Daten, welche du sehen willst (Betrag, Kontonummer, Empfänger, ...) übermittelt, während im Hintergrund die Überweisung an einen anderen Empfänger mit einem anderen Betrag geht.
mTANs via SMS helfen nur dann, wenn dabei deine Bank auch die Empfängerkontonr. übermittelt!

Des is so - und nicht anders..
 
00
1.10.2009, 15:16
ich weiß nicht, wies im konkreten Fall funktioniert..

... aber eine "Man-in-the-Middle-Attack" wär typisch für Tan-gesicherte Systeme ..

Du hast eine Seite.. du machst eine Transaktion .. gibst den TAN ein .. aber die Transaktion wird real nicht durchgeführt.. somit besitzt der "Trojaner" einen gültigen Tan .. und führt automatisch eine echte Buchung durch..

gulba
 
00
1.10.2009, 13:18
nicht vif ..

ist es wörter zu verwenden, die man nicht richtig schreiben kann.

daher war es nicht gewieft, gevieft zu schreiben.

MicZol
 
00
1.10.2009, 12:31
vielleicht

kann man Super-Trojaner mit Kryptonit bekämpfen?

klemens z
01
1.10.2009, 09:36
huch.

gott-sei-dank leben wir in österreich, und das ganze ist hinter der grenze. :)

Doktor Jekinel und Herr Haid
02
1.10.2009, 09:11
"Supertrojaner wütet in Deutschland"


WIR fürchten UNS.

Kann man diesem wütenden Wüterich nicht beikommen?

Die "Forscher" der weltbekannten "Security-Firma Finjan" werden aber sicher hoffentlich die Welt erretten.

Logan von Nyx
00
1.10.2009, 08:39
Die EZB druckt per Virus Geld und überweist es zu Null Zinsen anstatt Banken an Sozialsysteme!

Wetten es bleibt nichts für sozial Bedürftige übrig!

asad asdas
 
32
30.9.2009, 23:23
Funktioniert dieses Programm (Trojaner)

... denn auch unter Linux? Wenn nein, kanns mir ja egal sein oder?

ich seh', mein Sohn, wo du nichts weißt...
32
1.10.2009, 10:22
das ist ein BANK-Trojaner!!!


da stehts ja eh: "Es handelt sich um einen Bank-Trojaner der nächsten Generation"

der funktioniert sogar auf einem C64.

und mit deinem Linux-Kübel hat er überhaupt kein Problem

also: ab 22.10. Win7 installieren - da laufen die Trojaner "der nächsten Generation" noch nicht

macindd
10
2.10.2009, 16:33
Ich seh', mein Sohn, wo du nichts weißt...

... ist das Funktionsprinzip dieses Trojaners, obwohl es ja eh im Artikel steht. Banktrojaner, der den Browser des Client kapert, und natürlich nicht den Bankserver, wie Du scheinbar annimmst.

Funktioniert also ganz sicher nicht am C64.

Und mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit auch nicht unter Linux ;-)

Aber sehr wahrscheinlich unter Windows 7 ;-)))

TronX
00
1.10.2009, 19:06

Ich dachte "Windows 7" sei zu 100% "Vista" kompatible ???

Mynheer Peeperkorn
 
00
1.10.2009, 22:29
jaja mit den Prospekt-Informationen...


...sollte man immer ein bisserl vorsichtig sein

zensur passiert
00
1.10.2009, 09:34
der funktioniert immer und überall, steht doch schon oben

der sitzt nämlich hinter deinen augen und schreibt mit

HerrRossi
23
1.10.2009, 08:33

du bist soooo super

Die Zensur gibt nach langer Beratung frei:
01
1.10.2009, 08:30

Mit WINE bringen Sie es vielleicht zum laufen.

Wittgenstein
20
30.9.2009, 22:07
Bankaufträge über PIN und TAN zu machen

ist unbequem und nicht gerade sicher.
Besser ist HBCI mit einem Chipkartenleser, der eine eigene numerische Tastatur hat.

n appl und n ei
06
30.9.2009, 20:39
Du wollen gratis install heisse Ruszen.ozzen Active X on tis computer?

Ja/Nein/Weisnich ?

Davidoff et cetera
11
30.9.2009, 18:29

schön wär doch so ein virus oder so, das zufällig geldbeträge von einem konto zum anderen überweist - ganz zufällig eben, ohne bestimmtes ziel. effekt: leute heben so viel geld wie möglich ab und geben es aus -> konjunktur springt an :)
wäre doch effektiver, als immer nur die zinsen zu senken.

Mynheer Peeperkorn
 
05
30.9.2009, 17:15
wieder einmal MÄRCHENSTUNDE


Mynheer Peeperkorn
 
00
30.9.2009, 17:18
btw: wo ist Conficker?


oder hat er schon alles erledigt, was die Märchenerzähler im heurigen Frühjaht prophezeit haben?

Damals waren ja schon 100.000.000 PCs befallen.

Kehret um - das Ende der IT ist nah!

myope
04
30.9.2009, 15:04
gewisse banken, gewisse browser,...

wäre nett das zu erfahren. vielleicht um das eine oder andere zu ändern.

TronX
00
1.10.2009, 19:14

Stellt sich die Frage ob der Browser eine Rolle spielt bzw das Angriffsziel ist ...
Bei meinen Angriffs-Ideen würde der Browser keine Rolle spielen ...

Bender Rodriguez
02
1.10.2009, 09:27
Genau.

Um der Meldung irgendeinen Wert zu geben, würde ich mir erwarten das man zumindest OS und Browser und am Besten auch noch die Banken dazuschreibt.

Sonst ist das bestenfalls FUD.

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