Weltraum-Clown Laliberte wieder auf der Erde

11. Oktober 2009, 12:53
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Cirque-du-Soleil-Gründer ließ sich Abenteuer angeblich 24 Millionen Euro kosten

Moskau - Kurz vor seiner Rückkehr zur Erde hat der frühere Zirkusclown Guy Laliberte auf der Internationalen Raumstation ISS für den Schutz des Wassers geworben. An der am Samstag im Internet übertragenen zweistündigen Liveshow "One Drop" (Ein Tropfen) beteiligten sich Künstler und Prominente aus 14 Städten weltweit. Nach elf Tagen im All kehrte der Gründer des Cirque du Soleil am Sonntag auf die Erde zurück.

Unterstützer waren unter anderem die Band U2, die Sänger Peter Gabriel und Shakira sowie Schauspielerin Salma Hayek. Die Show begann mit dem Schriftsteller Yann Martel, der ein Gedicht über ein Gespräch von Sonne, Mond und einem Tropfen Wasser vorlas. US-Umweltaktivist Al Gore demonstrierte mit Tabellen und Filmaufnahmen das dramatische Schmelzen des Polareises. In Moskau tanzten Balletschüler mit dem Bolschoi-Star Nikolaj Ziskaridse im Regen, im Pazifischen Ozean schwammen Akrobaten mit Walen. Auch aus Japan, Frankreich, Marokko und Indien wurden Beiträge eingespielt.

Laliberte sprach während des Konzerts per Satellitenschaltung mit dem Sänger Bono: "Jedes Mal, wenn ich auf diesen fantastischen Planeten herunterblicke ... sieht er so zerbrechlich aus", sagte der einstige Zirkusclown. Später versuchte Laliberte in der Schwerelosigkeit einen in der Luft schwebenden Wassertropfen zu trinken. Umgeben von den anderen Mitgliedern der ISS-Crew rief er: "Alle für das Wasser, Wasser für alle."

Die US-Firma Space Adventures, die die Weltraumreisen organisiert, lobte Lalibertes Einsatz für das Wasser. Sie seien "stolz auf Guy", dass er seine Fähigkeiten als Künstler einsetze, um die Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema zu lenken, erklärte das Unternehmen.

Geglückte Rückkehr

Laliberte kehrte am Sonntag nach elf Tagen im All wieder auf der Erde zurück. Die "Sojus"-Kapsel mit ihm und weiteren Raumfahrern an Bord landete Sonntag früh planmäßig in der kasachischen Steppe, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte.

"Alles ist planmäßig abgelaufen", sagte der Chef des russischen Raumfahrtkonzerns Energija, Witali Lopota. "Der Crew geht es großartig." Das russische Fernsehen zeigte Bilder der Landung der Kapsel mit ihrem orange-weißen Fallschirm, in der auch der russische Kosmonaut Gennadi Padalka und der US-Astronaut Michael Barrett saßen. Laliberte trug bei der Landung sein Markenzeichen - die rote Clownsnase.

Der kanadische Milliardär Laliberte war am 30. September ins All gestartet. Der frühere Zirkuskünstler hatte sich die 35 Millionen Dollar (23,7 Millionen Euro) teure Reise zu seinem 50. Geburtstag gegönnt. An Bord der ISS hatte er die Anwesenden unter anderem mit seiner Clownsnase und einem Seifenblasen-Spektakel bei Laune gehalten.

Laliberte, dessen Vermögen laut dem Forbes-Magazine auf rund 2,5 Milliarden Dollar geschätzt wird, hatte den berühmten Cirque du Soleil 1984 gegründet. Der Zirkus feierte weltweit mit einem modernen Konzept von Akrobatik und Livemusik Erfolge. (red/APA)

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    Nach eineinhalb Wochen im All ist Guy Laliberte wieder zurück auf der Erde.

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