Martin Ulrich

Nach 22 Jahren ist Schluss

30. September 2009, 11:52
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    foto: apa/ krug

    Martin Ulrich feierte 2008 mit den Salzburger Bullen den Meistertitel.

Martin Ulrich beendet eine von zahlreichen Höhepunkten gekenn­zeichnete Karriere - Meistertitel mit Mannheim und RB Salzburg - Mit 228 Spielen Rekord-Internationaler

Salzburg - Nach 22 Jahren Profieishockey hängt Martin Ulrich mit 39 Jahren seine Schlittschuhe an den Nagel. Der österreichische Rekordteamspieler gab am Mittwoch das Ende seiner einmaligen Karriere bekannt. Ulrich hat 228 Länderspiele absolviert, er war bei 17 Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen dabei und holte mit den Adler Mannheim (1997, 1998) und Red Bull Salzburg (2007, 2008) je zwei Meistertitel in Deutschland und Österreich.

"Ich kann Danke sagen für meine Karriere. Ich will nicht der sein, der nicht aufhören kann", sagte der Verteidiger. Ulrich spielte zuletzt für Zell/See in der Nationalliga, er hatte dort auch noch Vertrag für diese Saison, allerdings schlitterten die Salzburger in den Konkurs. Daher entschied er sich für den Rücktritt. "Am Anfang habe ich mir gedacht, das Karriereende wird schwieriger, aber es war dann doch harmonisch", meinte Ulrich.

Der gebürtige Wiener war stets einer der Treuesten im ÖEHV-Team, egal ob der Teamchef Ludek Bukac, Ken Tyler, Ron Kennedy, Herbert Pöck, Jim Boni oder zum Schluss Lars Bergström hieß. Sein Debüt gab er am 7. Dezember 1989 in der DDR, kurz nach dem Fall der Mauer. Seit der B-WM 1991 in Laibach, als er bei seinen ersten Titelkämpfen gleich zum besten Verteidiger des Turniers gewählt worden war, hat er nur die WM 2003 wegen einer Knieverletzung ausgelassen. Und genauso wie er begonnen hatte, beendete er im Vorjahr auch seine WM-Karriere: Mit der Wahl in das All-Star-Team des Turniers (B-WM) in Innsbruck. Dort gelang auch die Mission Wiederaufstieg.

"Ich habe da Rotz und Wasser geheult"

Kaum sicher auf den Beinen, begann der dreijährige Martin mit dem Eislaufen, mit vier Jahren jagte er schon dem Puck hinterher. Bereits mit sieben Jahren machte er seine erste Erfahrung mit Weltmeisterschaften, als er bei der Eröffnung der WM 1977 in Wien als Fahnenträger mit der rumänischen Flagge übers Eis kurvte. "Ich habe da Rotz und Wasser geheult, weil ich nicht die Rumänen wollte. Ich hätte sicher Kanada genommen, weil da mit Phil Esposito mein großes Vorbild mitgespielt hat", erinnerte sich Ulrich einmal.

In der Saison 1987/88 gelang der Sprung in die Kampfmannschaft des WEV, 1996 ging er nach Deutschland, wo er für die Topclubs Adler Mannheim, Berlin Capitals und Düsseldorfer EG spielte. 2005 kam er zurück nach Österreich und holte mit Red Bull Salzburg noch zwei Meistertitel, ehe der mittlerweile in Salzburg wohnhafte Ulrich nach Zell wechselte.

Als Highlight seiner Karriere bezeichnet Ulrich das erste Jahr in Mannheim mit dem Meistertitel. "Das war eine außergewöhnliche Saison. Wir hatten Spieler aus so vielen Ländern, aber in der Mannschaft hat es super gepasst und wir haben nur ein paar Spiele verloren. Aber auch die letzte WM in Innsbruck war ein Höhepunkt und Olympia sowieso. Sportlich natürlich nicht so, aber man muss erst einmal dabei sein", erklärte er.

Ulrich wird dem Eishockey als Experte des TV-Senders Sky erhalten bleiben, seine Konzentration gilt aber vor allem dem Start in seine zweite Karriere. Der 39-Jährige hat die Ausbildung zum Diplomierten Mentaltrainer abgeschlossen und beginnt am 5. Oktober in Salzburg mit dem Beruf. "Ich habe in meiner Karriere viel erlebt und habe da auch mit dem einen oder anderen Mentaltrainer gearbeitet", erklärte Ulrich. "Es gibt Gute und weniger Gute." Wie im Eishockey. Da zählte Ulrich zwei Jahrzehnte lang zu den wirklich Guten. (APA)

Steckbrief des österreichischen Eishockey-Rekordteamspielers Martin Ulrich, der am Mittwoch das Ende seiner aktiven Karriere bekanntgegeben hat:

Martin Ulrich (Österreich/39 Jahre):
Geboren: 16. Dezember 1969 in Wien
Position: Verteidiger
Rückennummer: 47

Vereine (Kampfmannschaft): WEV Wien (1987/88 - 90/91), EC Graz (91/92 - 94/95), Adler Mannheim (96/97 und 97/98, zweimal Meister), WEV (98/99), Berlin Capitals (99/2000 und 00/01), Düsseldorfer EG (01/02 - 04/05), Red Bull Salzburg (05/06 - 07/08, zweimal Meister), EK Zell/See (2008/09)

WM-Teilnahmen: 17 (13 Mal A-Gruppe, 4 Mal B-Gruppe)
Olympia-Teilnahmen: 3
Länderspiele: 228 Spiele, 15 Tore. Debüt am 7. Dezember 1989 in Berlin gegen die DDR (3:2)

Kommentar posten
14 Postings
Nihilius
00
1.10.2009, 22:39

Topmodel wird er keines mehr, aber ein für österreichische Verhältnisse großartiger Eishockeyspieler mit einer beeindruckenden Karriere.

Chapeau!

Dirty Sanchez
 
01
1.10.2009, 14:57
Wir danken Dir!

Alles Gute für die Zukunft.

papedo
00
1.10.2009, 12:39
danke

danke martin,
war immer ein großer fan von dir!!!!!!!!!!!

herr_rechtsausleger
00
30.9.2009, 18:22

danke für deine jahre in graz!

votec
00
30.9.2009, 23:00

schließe mich an

tiqui taca
01
30.9.2009, 16:39
hoffe er ist als menatlcoach positiver drauf als kommentator

ansonsten werden seine kunden alle gleich depressiv :)

s_oliver1
00
30.9.2009, 15:33

War mit ihm bei dem mentaltrainerseminar und muss sagen, dass er zu den sympathischten menschen zählt, die ich bisher getroffen habe!
Alles gute für den neuen karriereabschnitt!

joseba beloki
10
30.9.2009, 14:54
andere scheangln

beim ulrich erhöht das die übersicht.
aber schädelweh krieg ich von seinem anblick trotzdem.

chiwato
00
30.9.2009, 14:19
schaut

aus, wie da bisenz mit an mützerl.

exilkaerntner
00
30.9.2009, 12:35
echt schade,..

dass er aufhört.

Alex667
00
30.9.2009, 12:53
Alles Gute

und danke Martin!

werde Deine signierten DEG Trikots in Ehren halten.

HEJA HEJA DEG

gidolf
21
30.9.2009, 12:27

Von Höhepunkten gekennzeichnet? Kennzeichnen nicht normalerweise negative Erfahrungen und Resultate, während Erfolge schmücken, im schlechtesten Fall noch begleiten? Idiompolice is watching you!

politisch verfolgt
01
30.9.2009, 16:01
hmm

sie verwechseln anscheinend "zeichnen" und "kennzeichnen".

Truhe
 
03
30.9.2009, 13:44

Naja, eher Rittmeister der i-Tüpfel Kavallerie :)

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