Europas Leitbörsen einheitlich in Verlustzone

19. November 2009, 13:32

Danone am Indexende - Stahl- und Minenwerte schwach

Wien - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag zu Mittag einheitlich in der Verlustzone tendiert. Der DAX in Frankfurt notierte um 13.10 Uhr mit 5.736,97 Punkten und einem Minus von 50,64 Einheiten oder 0,87 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London reduzierte sich um 33,0 Zähler oder 0,62 Prozent auf 5.309,16 Stellen. Der Euro-Stoxx-50 sank um 25,78 Einheiten oder 0,89 Prozent auf 2.882,75 Punkte zu.

In den Blickpunkt gerieten die Titel des französischen Nahrungsmittelkonzerns Danone, die am Ende des Euro-Stoxx-50 um 4,01 Prozent auf 40,81 Euro abrutschten. Angesichts der wirtschaftlichen schweren Situation hat der Konzern seine mittelfristigen Umsatzziele nach unten angepasst. Der Wirtschaftseinbruch werde sich dauerhaft auf das Konsumverhalten der Verbraucher auswirken, begründete das Unternehmen den Schritt.

Reges Kaufinteresse herrschte hingegen bei den Titeln des weltweit zweitgrößten Bierbrauers SABMiller. Der Konzern hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres einen Überschuss von 1,2 Mrd. Dollar ausgewiesen. Das bedeutet einen Gewinnanstieg um sechs Prozent. Die Anteilsscheine des Getränkekonzerns rückten um 3,92 Prozent auf 1.722 Pence vor.

Deutlich Abschläge mussten indessen europaweit die Stahl- und Minenwerte hinnehmen. Vor allem die Londoner Minentitel büßten deutlich an Terrain ein, nach Zahlen konnten die Aktien der österreichischen voestalpine allein auf weiter Flur Kursgewinne von 1,38 Prozent auf 25,64 Euro einstreifen. Antofagasta büßten 4,99 Prozent auf 894 Pence ein, Anglo American verloren 3,73 Prozent auf 2.532 Pence und Xstrata notierten um 3,19 Prozent schwächer bei 1.091 Pence.

Der belgische Bank- und Versicherungskonzern KBC muss beim Umbau nach erhaltenen Staatshilfen noch mehr Federn lassen. Die Gruppe wird sich auch von ihrem Beteiligungsgeschäft (Private Equity) trennen. Angaben zu Kaufinteressenten machte das Unternehmen nicht. KBC-Papiere gaben an der Euronext in Brüssel leicht um 0,04 Prozent auf 33,64 Euro ab.

Der Schweizer Chemiekonzern Clariant will in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Mexiko Werke ganz oder teilweise schließen und weitere 570 Stellen abbauen. Die anfallenden Kosten von 150 Mio. Franken sollen in den Abschlüssen für 2009 und 2010 gebucht werden. Clariant hatte im dritten Quartal nach einer längeren Durststrecke überraschend einen Reingewinn von 25 Mio. Franken verzeichnet. An der Zürcher Börse ließen die Titel 1,72 Prozent auf 10,88 Franken nach.

Im Fokus am Frankfurter Aktienmarkt standen die Anteilsscheine von Infineon, die nach zunächst positiv aufgenommenen Zahlen zuletzt mit minus 5,34 Prozent auf 3,28 Euro ans Dax-Ende rutschten. Händler verwiesen auf eine negative Branchenstudie von Merrill Lynch zum Halbleitersektor als Belastung.(APA)