Wiener Börse am Freitag: ATX schließt tiefrot

2. Oktober 2009, 18:26

Schwache US-Konjunkturdaten belasten - Alle Indexschwergewichte weit im Minus

Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei hohem Volumen mit sehr schwachen Notierungen beendet. Der ATX fiel 91,66 Punkte oder 3,56 Prozent auf 2.486,61 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 71 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.558 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York -0,09 Prozent, DAX/Frankfurt -1,55 Prozent, FTSE/London -0,97 Prozent und CAC-40/Paris -1,77 Prozent.

Im Einklang mit den europäischen Aktienmärkten ist die Wiener Börse mit tiefrot gefärbten Notierungen ins Wochenende gegangen. "Vielleicht sehen wir nun die Korrektur, die wir schon seit Juni erwarten", kommentierte ein Händler schon zu Sitzungsbeginn. Die Anleger übten sich jedenfalls in Zurückhaltung bei Aktienkäufen.

Belastet wurde die Stimmung vor allem von enttäuschenden US-Konjunkturdaten. So verfehlte der Arbeitsmarktbericht für September die Prognosen der Volkswirte klar, es fielen der Krise deutlich mehr Arbeitsplätze zum Opfer als befürchtet. Auch die Auftragseingänge in der US-Industrie sind überraschend gefallen.

In den Fokus gerieten in einem sehr schwachen Branchenumfeld die heimischen Bankenwerte. Erste Group büßten 4,41 Prozent auf 27,34 Euro ein. Dabei hatten die Experten der Schweizer Großbank UBS das Kursziel für die Erste-Papiere von 23 auf 30 Euro nach oben geschraubt und gleichzeitig die Anlageempfehlung "neutral" bestätigt.

Bei der Raiffeisen International meldeten sich die Wertpapierspezialisten von CA Cheuvreux zu Wort. Sie haben das Kursziel für die Titel von 25,50 auf 52,00 Euro mehr als verdoppelt und das Votum von "underperform" auf "outperform" angehoben. Die Aktie habe noch großes Aufholpotenzial, hieß es - zum Wochenschluss ging es am Ende der Kurstafel dennoch um 6,70 Prozent auf 40,10 Euro bergab.

Bei der OMV steht Gerüchten zufolge eine Kapitalerhöhung im Ausmaß von einer Milliarde Euro ins Haus. Der heimische Öl- und Gaskonzern habe bereits vier Banken mit der Durchführung beauftragt, hieß es. An der Börse standen die OMV-Titel auf den Verkaufslisten der Anleger und verbilligten sich um 4,32 Prozent auf 26,35 Euro.

Unter den Schwergewichten mussten auch voestalpine (minus 3,47 Prozent auf 23,37 Euro) und Telekom Austria (minus 1,66 Prozent auf 11,87 Euro) Federn lassen. CA Immo Anlagen büßten 2,35 Prozent auf 8,74 Euro ein. Das Immobilienunternehmen hat den "Römischen Hof" in Berlin aus dem Portfolio ihrer deutschen Tochter Vivico um rund 50 Mio. Euro verkauft. (APA)

Die zehn größten Kursgewinner von Freitag

1. WEBFREETV.COM MULTIMEDIA AG +18,18 Prozent
2. ALLG.BAUGES.-A.PORR AG VZ +5,60 Prozent
3. AUSTRIAN AIRLINES AG +0,93 Prozent
4. OBERBANK AG ST +0,23 Prozent
5. JOWOOD PRODUCTIONS SOFTWARE AG +0,19 Prozent
6. HIRSCH SERVO AG +0,04 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer von Freitag

1. RAIFFEISEN INT. BANK-HLDG AG -6,70 Prozent
2. SCHOELLER-BLECKMANN AG -6,40 Prozent
3. STRABAG SE -6,36 Prozent
4. ECO BUSINESS-IMMOBILIEN AG -5,23 Prozent
5. BWT AG -5,16 Prozent
6. LENZING AG -4,76 Prozent
7. ERSTE GROUP BANK AG -4,41 Prozent
8. OMV AG -4,32 Prozent
9. ZUMTOBEL AG -3,99 Prozent
10. PALFINGER AG -3,82 Prozent

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