Mail an kasachischen Agenten: "Servus Leonid, anbei alle Daten"
In der Affäre um Verwicklungen österreichischer Beamter in kasachische Geheimdienstaktivitäten gibt es neue Entwicklungen. Wie die Wiener Stadtzeitung "Falter" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, wurde ein ehemaliger Beamter des Büros für Interne Angelegenheiten (pikanterweise ein Korruptionsermittler) erneut in der Kasachstan-Affäre verhaftet.
Dem ehemaligen Top-Korruptionsfahnder Christian P. wird vorgeworfen, einen kasachischen Agenten namens Leonid B. immer wieder mit geheimen Informationen aus dem Polizeicomputer versorgt zu haben. Der mutmaßliche Spitzel soll die Daten via E-Mail übermittelt und im Gegenzug Geld erhalten haben. In einem Mail heißt es laut Falter: „Servus Leonid, anbei alle Daten".
P. soll auch den ehemaligen Botschafter Kasachstans, Rakhat Alijev im Auftrag der Kasachen beschattet haben, außerdem gingen Infos über Atomschmuggel im Iran an die Kasachen. Im Frühjahr wurde P. schon einmal in U-Haft genommen. (red, derStandard.at, 29.9.2009)