Widerstand in EU und NATO gegen mehr Truppen für Afghanistan

29. September 2009, 14:33

Deutscher Verteidigungsminister lehnt Ausweitung von Bundeswehrmandat ab

 Göteborg/Washington - In der Europäischen Union und der NATO wächst der Widerstand gegen eine Truppenaufstockung in Afghanistan. Beim informellen EU-Verteidigungsrat im schwedischen Göteborg nannten EU-Chefdiplomat Javier Solana und wichtige EU-Länder wie Deutschland die von US-Militärs begonnene Debatte verfrüht. Auch NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen mahnte, am wichtigsten Einsatzort der Allianz nichts zu überstürzen.

Die EU-Verteidigungsminister diskutierten unter schwedischem Ratsvorsitz in Göteborg erstmals über die Forderungen des Oberkommandierenden der Internationalen Afghanistan-Truppe (ISAF), des US-Generals Stanley McChrystal. McChrystal hatte vor einer Niederlage in Afghanistan gewarnt, sollten nicht rasch mehr Soldaten entsandt werden.

Afghanische Wahlen als Unsicherheitsfaktor

Der EU-Außenbeauftragte Solana sagte dazu, zunächst müssten die Ergebnisse der afghanischen Präsidentschaftswahl abgewartet werden, die Anfang Oktober veröffentlicht werden sollen. Der deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte, es handle sich um eine Diskussion, die "jetzt zuerst einmal in Amerika geführt wird, und dann werden wir in der NATO darüber reden." Jung verwies auf das Mitte Dezember auslaufende Bundestagsmandat für Afghanistan, das maximal 4.500 Soldaten vorsieht.

Auch Belgien, die Niederlande und Dänemark hatten McChrystals Forderungen nach mehr Truppen zuvor zurückgewiesen. NATO-Generalsekretär Rasmussen sagte am Montag (Ortszeit) in Washington, die Allianz müsse die Vorschläge des US-Generals zunächst genau prüfen.

Mit seinem Ruf nach Verstärkung am Hindukusch findet US-General McChrystal aber auch bei europäischen Militärs Unterstützung. Der Vorsitzende des EU-Militärausschusses, der französische General Henri Bentegeat, sagte in Göteborg, die EU-Länder hätten durchaus Spielraum für die Entsendung zusätzlicher Truppen. "Allerdings ist es eine Frage des politischen Willens", sagte Bentegeat, der Solana als Militärberater zur Seite steht.

10.000 bis 40.000 zusätzliche Soldaten

Nach US-Medienberichten will ISAF-Kommandant McChrystal allein von den USA 10.000 bis 40.000 zusätzliche Soldaten fordern. Sie sollen die rund 109.000 Mann aus rund 40 Ländern unterstützen, die in Afghanistan sind. Die Bundeswehr ist mit derzeit rund 4.200 Soldaten drittgrößter Truppensteller am Hindukusch nach den USA und Großbritannien.

Die EU-Verteidigungsminister diskutierten unter schwedischem Vorsitz in Göteborg auch über die schleppend verlaufende Polizeiausbildung in Afghanistan. Von geplanten 400 EU-Ausbildern sind bisher lediglich 275 vor Ort. Er halte es für notwendig, "dass wir uns als Europäische Union hier noch mehr anstrengen", sagte Jung. Zugleich räumte der Minister ein, dass von 120 geplanten deutschen Beamten ebenfalls nicht alle vor Ort seien.

Das Engagement der EU in Afghanistan könne nicht ewig dauern, sagte EU-Chefdiplomat Solana. Die internationalen Truppen sind seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 am Hindukusch präsent. FDP-Chef Guido Westerwelle sprach sich in der Zeitschrift "Internationale Politik" gegen einen Abzug aus Afghanistan aus, wie er auch in Italien und den Niederlanden gefordert wird. Das Land dürfe nicht wieder radikalen Islamisten überlassen werden, mahnte Westerwelle. (APA)

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24 Postings
Seria
03
26.10.2009, 22:03

ein Kampf der Kulturen ist mit einigen zig-tausend Soldaten aus dem Ausland nicht zu lösen. Man kann das Volk nicht zwingen westl Werte zu übernehmen. Der Westen will sich eine Schlappe, wie sie die Soviets erlebt haben leider nicht eingestehen. Der W hat die taliban auch gegen die Soviets massiv unterstützt.
P. Scholl-Latour hat sich zu diesem Thema, als Experte, mehr als deutlich geäussert. Leider wird er wegen seines Alters und wegen der von ihm gezeigten Emotionen zu dem immensen Unverständnis der Poltiker, nicht ausreichen ernst genommen

timtoms
00
13.10.2009, 19:21


es läuft für die amerikaner genau so wie im
ehemaligen jugoslawien,als die "hilflosen europäer"
nicht mehr weiter wussten, war ihnen die hilfe der
amerikaner sehr recht, die amerikaner kamen
bombten (weil das in eienem krieg nunmal so ist)
danach waren sich alle einig,"die bösen" amerikaner
frei nach der devise: wir sind die guten.

Student der Magie
05
13.10.2009, 20:08
ich empfehle Ihnen folgende Dokumentation

http://video.google.de/videoplay... 221762301#

dann sehen sie, wie angezettelt und gewollt die Teilung und Zerstückelung des russenfreundlich ehemaligen Jugoslawiens war. Das kann man auch an folgendem ein wenig erkennen: Kosovo weh von Serbien ist voll okay, aber bei Abchasien bei Georgien gilt das schon wieder nicht, weil Sarkaswili US-Lakaie ist;)

Sternchen100
50
2.10.2009, 09:30

Wer GEGEN das EU-Mandat ist, ist FÜR die Taliban-Diktatur, für die Versklavung der Frau, für Steinigungen, für Terroristen...

Die feigen Deutschen sollten sich einfach schämen!

t-bonesteak
01
24.11.2009, 12:33
was für ein holler

der einzige weg zu einer nachhaltigen änderung der afgahnischen gesellschaft muss von den afghanen selbst gegangen werden. zu denken, man könnte mit soldaten (die nicht wenige unschuldige menschen abschlachten, weil sie nicht in der lage sind einen bösen von einem guten afghanen zu unterscheiden) demokratie herbeischießen ist das eingeständnis ziemlich eingeschränkter intellektueller fähigkeiten.

wäre ich afghane und gegen die taliban, ich würde mich trotzdem gegen die besatzer wehren und so viele wie möglich mit ins grab nehmen

DieBo
10
4.11.2009, 10:28
Jawoll. Bombt das Kopftuch weg! Eine weitere Idee dazu aus einer fiktiven Frauenzeitschrift: Wie nähe ich aus meinem Kopftuch ein lustiges buntes Leichentüchlein für meinen gefallenen Mann.

Nick Tameer
01
3.11.2009, 07:06

Haben Sie schon eine Liste von allen Ländern erstellt, in denen zur Durchsetzung von Menschenrechte demnächst militärisch interveniert werden muss, oder mögen Sie nur speziell die Taliban nicht?

R.M. S.
01
15.10.2009, 10:55

Warum bist Du nicht vor ort, soviel ich weis werden Freiwillige gesucht.

Student der Magie
01
13.10.2009, 20:14
es ist doch beides eine Tyrannei: und, wer für mehr Truppen ist

.) ist für das Töten von Unschuldigen und Kindern (Hochzeiten, Begräbnisse, Feiern, Leute die sich von einem Laster Benzin das sie brauchen holen)

.) traut den Afghanen nicht zu mit der Zeit ihre Probleme selbst zu lösen, sich also von den Taliban zu befreien

.) ist dafür fremden Kulturen die Unsere einfach aufzuzwingen. Was das bringt sieht man ja bei den Indianern und Aborigines

.) ist dafür, dass für Geld- und geopolitische Interessen ganze Generationen traumatisiert und abgemetzelt werden.
Wo sehen sie den großen Unterschied zwischen dem sinnlosen Töten der Taliban und dem sinnlosen Töten der Nato? Die einen machen es mit Sprengsätzen und Steinen, die Nato mit Uranbomben, Gewehren, anderen Bomben, Raketen und was weiß ich.

MySinn.at
00
3.10.2009, 12:36
Dessen ...

ungeachtet, glaube ich ebenfalls, dass ein Rückzug der Truppen, die Lebensqualität der Bevölkerung nicht unbedingt anhebt !

MySinn.at
00
3.10.2009, 12:31
Das ...

sog. "EU-Mandat", ist der Bündnisfall nach Art.5 des NATO-Vertrages ... also etwas weniger europäisch!

dr. satanas
00
3.10.2009, 11:12

hast dich hoffentlich schon freiwillig zum militäreinsatz gemeldet?

MySinn.at
00
4.10.2009, 06:07
Möchte ...

mein Brot nicht durch's Schwert erwerben, Satanas!

soseies
18
30.9.2009, 08:44
Die Doppelmoral des Westen ist in ihrer Absurdität und antidemokratischer Vorgehensweise nicht mehr zu überbieten. Obwohl über eine Million Stimmen oder ein Drittel zugunsten Karzei gefälscht sind, hat die Obama-Regierung entschieden, der amtierende


Präsident wird weitere fünf Jahre in Afg. im Amt bleiben, egal was die Untersuchung in die Wahlfälschung ergibt.

800 Wahllokale existierten nur auf dem Papier und die Urnen wurden massiv mit Stimmzettel für Karzai von Beginn an vollgestopft. Die Wahl in Afghanistan ist eine Farce. Diese von den NATO-Ländern veranstalteter eklatante Wahlbetrug lässt die kürzlich so kritisierten Wahlen im Iran wie eine mustergültige demokratische Abstimmung aussehen.

Und wo sind die Medien und die Politiker, die sich über den Iran so echauffiert haben? Wo sieht man „Where is my vote?“ jetzt? Kein Protest ist über den Wahlbetrug in Afg. zu hören. Damit ist bewiesen, es kommt darauf an wer etwas macht.

weitere info`s...

http://tinyurl.com/39bn3m

Sternchen100
30
2.10.2009, 09:31

Das kommt einfach daher, dass alle Gegenkandidaten zu Karzai entweder nnoch bösartiger sind oder zu schwach um am Leben zu bleiben.

Nick Tameer
00
3.11.2009, 07:16

Da ist es sicher am Besten, wenn gleich die menschenrechtskompatible Mafia am Ruder ist. So was nennt man Pragmatismus - und die Taliban haben wieder etwas, worüber sie sich freuen können.
Nebenbei - warum hat man dann damals nicht die alte, sowjetfreundliche Regierung mit unterstützt. Da wären Mädchen in die Schule gegangen, wären Fundamentalisten unterdrückt worden, wäre die sowjetische Gesellschaft ein wenig weniger verroht etc.. Es hätte wirklich viele Vorteile gehabt.

infokrieg
00
18.10.2009, 19:27
Leben im Traumland!

Ich würde mehrere Berichte empfehlen, die von Journalisten vor Ort gemacht wurden und Informationen von Geheimdienstlern, die einem klar machen, daß wir in Afghanistan nicht Terroristen, sondern nach ständigen Militärpräsenz trachten, die sicher stellt, daß Öl und Gas aus dem asiatischen Becken, sicher durch Afgh. und Pakistan kommt und das alles unter amerik. Aufsicht, die sicher stellen will, daß dieses Öl, dann auch mit dem maroden Dollar bezahlt wird, das kommt der Realität schon näher. Ps. Lt.Gen. McCrystel ist immerhin der neue Kommandeur, derselbe Mann, der im Irak die Foltergefängnisse eingerichtet hat. Osama würde nicht verhaftet, wenn sie ihn auch treffen würden, sagt das Nord-Wasiristan Abkommen zwischen Amerika und Pakistan.

Student der Magie
01
30.9.2009, 13:16
dem gibt es wenig hinzuzufügen

NONE
12
29.9.2009, 19:31

Die NATO hat zu gehorchen.

Der Verteidigungsfall wurde ausgerufen, sie haben mehr Truppen zu entsenden. Dieses Weigern ist eine Gemeinheit - entweder man ist in einem Militärbündnis drinnen, dann hat man zu helfen, oder man ist nicht dabei. Dieses Halbe-Halbe geht nicht.

Der Alte vom Berge
12
30.9.2009, 09:14
Sind`s ma ned Bös,...

...ihr Beitrag zum Thema NATO im Allgemeinen...

http://derstandard.at/?url=/pli... 7/12573478

...in nicht all zu weit zurückliegender Vergangenheit spricht eine andere Sprache.

Meine Unwürdigkeit wundert sich lediglich über den Stimmungswechsel.

Der Umbau der NATO zum Präventivschlaginstrument des "Westens" mit Gleichzeitiger Stärkung des Oberbefehlshabers sowie des politischen Flügels durch die Washingtoner Verträge drängt den Einfluss des Verteidigungsrates in einer Art und Weise zurück die ruhigen Gewissens als Entmachtung bezeichnet werden kann.


Ein Bündniss setzt aktive Einflussnahme der Partner auf Entscheidungsfindung und Zielsetzung Voraus.


Der derzeitige Zustand ist wohl eher eine Art Vasallentum.^^

kelchstein
02
30.9.2009, 01:48

Es sollte auch in einem militärischen Bündnis demokratisch zugehen. Es kann nicht nur einzig der Befehl aus den USA kommen. Eine Strategie zum weiteren Aufbau des Landes, der Sicherheit und Stabilität muss gemeinsam erarbeitet werden mit grösserer Beteiligung der afghanischen Regierung und der gemässigten Taliban.

MySinn.at
01
30.9.2009, 11:04
Richtig ...

eine Verstärkung der Truppen in Afg scheint eher eine Drohgebärde ggüber dem Iran zu sein !!!

bob fotzengruber
04
29.9.2009, 14:46
Westerwelle will mehr Truppen

Die Amis haben Deutschland wieder lieb.

herbie "the undertaker" hancock
12
29.9.2009, 14:44
juchu, Taliban gewinnen den Krieg

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