SP und VP verhindern Ladung Strassers

29. September 2009 19:11

Opposition zeigt sich empört: "Politische Bankrotterklärung" - Causa Westenthaler abgeschlossen

Wien - Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zu diversen Spionage-Vorwürfen war am Dienstag von skurril anmutenden "Aktenwanderungen" sowie der Causa Westenthaler geprägt. Daneben empörte das Nein der Regierungsparteien zur gewünschten Ladung von Ex-Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) die Opposition. BZÖ-Abgeordneter Peter Westenthaler durfte sich über eine öffentliche Entschuldigung von Staatsanwalt Gerhard Jarosch freuen.

Gleich zum Auftakt der Sitzung kam die von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) vergangene Woche verschärfte Geheimhaltung betreffend der Akten zur Sprache. Während sich ÖVP, FPÖ und Grüne klar gegen diese Beschränkungen (Kopierverbot) aussprachen, verwies die SPÖ auf eine für Donnerstag geplante Aussprache mit Prammer.

"Aktenwanderung"

Die Geheimhaltungsbestimmungen sorgten auch am Nachmittag für Wirbel, weil die FPÖ eine Kiste mit geheimen Unterlagen in den Sitzungssaal schaffen ließ. Ausschuss-Vorsitzender Martin Bartenstein (ÖVP) ließ die Akten daraufhin wieder aus dem Saal entfernen. Später hieß es allerdings seitens der Parlamentsdirektion, dass ohnehin alle Akten im Ausschuss-Sitzungssaal verwendet werden dürfen - also auch geheime Unterlagen.

Inhaltlich war der Sitzungstag von der Causa rund um die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Rufdatenerfassung des Handys von BZÖ-Abgeordnetem Peter Westenthaler geprägt. Vor allem die Frage, ob Westenthaler im Ermittlungsverfahren als Zeuge oder Beschuldigter geführt worden war, beschäftigte erneut die Abgeordneten.

Westenthaler nie als Beschuldigter

Sowohl Staatsanwalt Gerhard Jarosch als auch sein Kollege Thomas Vecsey betonten, dass Westenthaler nie als Beschuldigter geführt worden war. Erst wenn konkrete Indizien für eine Straftat vorliegen, gelte man als Beschuldigter. Bei Westenthaler sei dies nicht der Fall gewesen. In der Causa wurde gegen einen unbekannten Kriminalpolizisten ermittelt, so Jarosch.

Abgeschlossen wurde am Dienstag gleich zu Beginn auch die Befragung des Leiters für Büros für Interne Angelegenheiten (BIA) im Innenministerium, Martin Kreutner. Er schloss aus, dass Akten aus seiner Behörde an die Medien weitergegeben worden sein könnten. Die Einvernahme des ehemaligen Leiters des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), Werner Autericky, fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da noch anhängige Verfahren zur Sprache kamen.

Strasser nicht Zeuge

Abgeschmettert wurde von SPÖ und ÖVP das Begehren der Opposition, Ex-Innenminister Strasser als Zeuge zu laden. Der Wunsch nach der Ladung des nunmehrigen EU-Abgeordneten stand im Zusammenhang mit der "Causa Pilz". Dabei soll ja geprüft werden, ob der Wunsch der Staatsanwaltschaft, den Computer des Grünen-Abgeordneten Peter Pilz wegen darauf gespeicherter E-Mails des Ex-Innenministers zu beschlagnahmen, gerechtfertigt gewesen ist. Pilz warf der SPÖ daraufhin "politische Jämmerlichkeit und Orientierungslosigkeit" vor. Seitens der SPÖ erklärte man, man wolle lediglich eine "Polit-Show" verhindern.

Auch Persönliches kam im Ausschuss zur Sprache: Jarosch entschuldigte sich bei Westenthaler für eine seiner Aussagen. Der Staatsanwalt hatte im Juli zu Westenthalers Handy-Daten angemerkt: "Wenn seine Freundin eine SMS schickt, wird es wohl kaum eine Polizeiinformation sein." Die Antwort bezeichnete Jarosch nun als "flapsig, lausig, schlampig und dumm". Er habe nicht daran gedacht, damit Westenthaler ein außereheliches Verhältnis zu unterstellen - worüber sich das BZÖ ja empört hatte.

Auf Causa Westenthaler folgt Causa Pilz

Die Causa Westenthaler ist damit abgeschlossen, nächstes Thema ist die Causa Pilz. Die nächste Sitzung findet am kommenden Donnerstag statt.

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Jan Sommer
02.10.2009 12:27
Die Wahrheit darf er nicht sagen und beim Lügen könnt


er erwischt werden.

Also muss das Problem so gelöst werden.
js

Antony Buntspecht
02.10.2009 11:36
Ich finde das OK

... in zivilisierten Ländern muss man gestohlenes "Berweismaterial" vernichten, hier soll damit Kleingeld gemacht werden. Die Justiz soll dieses Material verwerten? Die SPÖ hat Recht, hier nicht mitzumachen.

Antony Buntspecht
02.10.2009 11:12
Merkt denn keiner...

was da in solchen Ausschüssen seit Jahren läuft? Reine Politshow: gestohlene Akten, keine Vertraulichkeit ......., aber kein Wille, die Wahrheit zu erfahren, sondern mit allen Tricks den anderen eins auswischen und aufs Zeug flicken, skandalisieren und dabei ist jedes Mittel Recht!

Der auf der Nudelsuppen dahergschwommen is
 
02.10.2009 10:48
die einzigen, die die ROTEN noch brauchen, sind die SCHWARZEN

Angelika70
02.10.2009 10:37

Das ist jetzt Grund No. 54.367, die SPÖ auch nicht mehr zu wählen.

Yaketi Yak
01.10.2009 20:07

Ich würde ja gern einmal den Tag erleben, wo ein verantwortlicher Politiker - oder das gesamte Parlamentspräsidium- öffentlich eingesteht, ein Untersuchungsausschuß sei "flapsig, lausig, schlampig und dumm" verlaufen.

Yaketi Yak
01.10.2009 20:03
Österreich, wie es leibt und lebt

Wetten, daß auch Grasser und seine Bubenpartie ungeschoren davonkommen? Ooops, Anzeige "übersehen", Staatsanwalt befangen, Aktenlauf unklar, Unterlagen verschwunden, "Suppe zu dünn", Interventionen, Verdächtige unkundig der Gesetzeslage, Lappalien, linker Polit-Terror, Gewohnheitsrecht, Schwamm drüber.

Jan Sommer
02.10.2009 07:50
Wenns brav abgeteilt haben wirds genaus so sein.

js

Uranus
02.10.2009 06:24
Leider muss ich mich ihrer Meinung anschliessen..

Es wird alles was die Buberl und Mascherl betrifft unter den Teppich gekehrt werden und im Sand verlaufen. Bin aber schon auf die irrwitzigen Statements gespannt womit dies von den Regierungs- und Bra*n Parteien erklaert wird.

Jeff Smart
01.10.2009 19:12

Und die SPÖ fragt sich ernsthaft warum ihr die Wähler davonrennen (so sie nicht davonsterben)?!?

Uranus
02.10.2009 06:27

ich glaube ausser Faymann und Konsorten (= Parteispitze) fragt sich das eh niemand mehr - duerfte jedem darunter mittlerweile klar sein

Pro Freistaat Kärnten!
 
01.10.2009 19:07
Ein weiterer Sargnagel

für die Roten.

Comedian
30.09.2009 22:44
Auch ein Gericht kann Zeugen nicht zulassen ...

... nur dagegen gibt es Rechtsmittel. Wenn in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss Zeugen nicht zugelassen werden, dann stellt sich der Untersuchungsausschuss in Frage.

Zeit- und Geldverschwendung, wie gehabt.

Österreichische Politik ist einfach nur mehr lächerlich

wimmerl
30.09.2009 22:25
Rettung der Pension

Für Faymann geht es doch nur mehr um Rettung seiner pension als Bundeskanzler. Daß er nach der nächsten NR-Wahl sowieso kein Leiberl mehr hat, ist ihm vollkommen klar. In Wien wird Häupl 2010 abmontiert,da kann er vielleicht noch mit den Grünen eine Legislaturperiode lang Bürgermeister spielen. Dann wird es die SPÖ endgültig zerreißen. Faymann wird dann in aller Ruhe eine üppige pension genießen, während viele Arbeitnehmer einen Schmarrn kriegen werden. Also hier geht es nur mehr um zeit schinden und das geht nur wenn man die ÖVP bei Laune hält, sonst machen die schon wieder Neuwahlen und aus ist es mit der schönen Pension.

Hazweio
30.09.2009 19:35
In Lybien

entscheidet Gadhaffi was Recht oder Unrecht ist.
In Österreich entscheidet darüber die Vertuschungskoalition.

jo eh
30.09.2009 10:59

mir fällt dazu nur kurt sowinetz ein

jacques05
01.10.2009 18:31
olle menschen san ma...?

Theatre of Tragedy
30.09.2009 10:58

Wenn man denkt, ärger gehts nicht mehr,
kommt von irgendwo die SPÖ daher...

Yossarian
30.09.2009 10:39
Es wird Zeit

für eine andere Linkspartei.

VI SHU
30.09.2009 13:59
/signed

spö = history

Herr und Frau Österreicher
 
30.09.2009 09:41
das ist doch alles nicht nötig!

es gibt keine skandale in österreich! wann werden das endlich alle kapieren... (-;

hurchzua
30.09.2009 08:40
Richtig

Im Ausschuss sollen die Strafverfolgung von Politikern durch die Justiz untersucht werden. Wenn der Ausschuss sich ernst nimmt und keine bloße Show sein will, muss er sich darauf konzentrieren.

Dazu kann Strasser nichts sagen. Warum sollte man ihn einvernehmen.

Alles was ihn betrifft wurde im übrigen schon im Ausschuss zum Innenministerium abgehandelt.

ignazius rummsfeld
30.09.2009 08:30
So wird das nie was mit einer Demokratie

sarobubo
30.09.2009 08:15
ja diese Faymann SPÖ

die macht diesen ganzen ÖVP und FPÖ Leuten mit Schieflage heute auch noch brav die Mauer.
Statt sie selbst zu attackieren wo es nötig ist!
Wo und wie soll die SPÖ da glaubwürdig und wählbar sein?
Grinsekatz allein ist sichtbar zuwenig.

So ein Tag, so wunderschön wie heute
30.09.2009 07:10
Da hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus.

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