Mahlzeit

Mit dem "Twittagessen" Gäste locken

28. September 2009, 18:18
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Kundenpflege gilt als hohe Kunst, für die große Konzerne großenAufwand treiben. Kleine "Quetschen" können für diese Aufgabe "Social Media" verwenden

Das Reisinger's am Salzgries ist eines jener Wiener Lokale, das gerade so breit ist wie die Eingangstür und das Fenster daneben und dessen Gastraum nahtlos in Theke und Küche übergeht. In der schönen Jahreszeit kann es sich auf dem Trottoire ein wenig über seine Fassadenbreite hinaus ausbreiten. Für die Stammgäste, und das ist nach Bekunden der Chefin und des Chefs die Mehrheit, ist das Reisinger's mehr Teil des sozialen Clans und Vergrößerung des Esszimmers als ein Restaurant.Arbeitet oder wohnt man in seiner Umgebung, kommt man um die Mittagszeit fast automatisch hierher, so wie sich Großfamilien automatisch in der Kuchel oder der Stube einfinden.

"Moderne Form des Bistros"

Die Drehbuchautorin Adele Reisinger und ihr Mann, der IT-Consulter Michael Vesely, gründeten das Lokal im Juni 2008 als "moderne Form des Bistros, der Trattoria, des Beisls - ein unkomplizierter gastronomischer Nahversorger, wo man auch den Schlüssel für den Nachbarn hinterlegen kann" sagt Vesely. Nebst Nachspeisen, Abend- und Mittagsdiensten beinhaltet seine Jobdescription die Wartung des Kundenbeziehungsprogramms, "Customer Relationships Management" , wie es in Konzernlingo heißen würde - per E-Mail, Website und soziale Medien.

"Die Leute kommen zu uns essen, wenn sie zu faul sind, selbst zu kochen. Dann muss es bei uns besser schmecken als zu Hause" , beschreibt er das "Marketingkonzept" , das mit einfachen Mitteln inszeniert wird. Zu Wochenbeginn gibt es an Stammkunden, die ihre Adresse hinterlassen, den kulinarischen Leitfaden per E-Mail:"Wir haben das vergangene Wochenende auf dem Freigut Thallern des Stiftes Heiligenkreuz verbracht und den Sturm verkostet" , hieß es da vergangenen Montag, und damit war das Thema schon gesetzt, um das sich der Speiseplan der Woche rankte. "Mit der Recherche für den Speiseplan habe ich auch schon das Material, das ich auf Twitter und unserer Facebook-Seite im Lauf der Woche verwende" , beschreibt Vesely, wie das Lokal seine Community mit News bedient.

495 "Followers"

"Social Media" seien wie gemacht für kleine Betriebe wie das Reisinger's, sagt Vesely. "Bei großen Unternehmen ist es nicht Teil des Geschäftsmodells, mit den Kunden in Dialog zu treten, bei kleinen schon, da reden die Chefin oder der Chef direkt mit den Kunden." Der Aufwand? "Mehrmals täglich checken, reagieren, das wird schon so eine viertel bis halbe Stunde am Tag sein" , fasst er zusammen. Die Kosten sind minimal. 495 "Followers" verzeichnet das Reisinger's auf Twitter, 77 "Fans" auf Facebook - keine schlechte Quote für ein Lokal, das gerade 24 Plätze hat, im Sommer zwölf dazu.

Leicht

"Ich mach das fast alles mit dem Handy, vor allem Twitter ist ganz leicht" - dank maximal 140 Zeichen, die automatisch auch auf Facebook landen. "In erster Linie die Tagesteller, über die Woche auch ein paar Stimmungstweets" , wie "Genussschein:Vor der Krise ein Wertpapier. In der Krise ein Essensgutschein" . "Gelegentlich linken wir auch zur Musik, die gerade im Lokal läuft" , mithilfe von Blip.FM, einem Musikdienst. Zwischendurch gibt es "Twitpol" -Onlineumfragen, welche Nachspeise besser ankommt, sagt Vesely, "oder wir organisieren Twittagessen für Followers, die sich dann im Reisinger's tatsächlich treffen" .

Wichtig ist dem Reisinger's auch die Verankerung auf Bewertungsseiten wie qype.com, tupalo.com oder tripadvisor.com, wo sich Lokale und andere Angebote selbst darstellen können - und von Kunden bewertet werden. "Man muss das monitoren, das ist etwas mehr Aufwand" :Natürlich gibt es auch dafür Online-Dienste wie trustyou.com, die bei diesem"Reputation-Management" helfen. (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 29. Sept. 2009)

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11 Postings
sag mir alles
00
30.9.2009, 19:40
jaja der hausgemachte hype !!

salzburger (nockerl) twitter als dessert
mozart twitter ,
heute abend geh ich twittern, dann twittere ich eine süße kleine blonde, die twitter zahlt dann der staat und wenn twitter

wahnsinn !!, wenige idioten suggerien man muß twittern und der mopp glaubt es muß sein
das zeitungen, mit versteckter werbeschaltung nur geld machen - kommt keinem in dens sinn

mARTin HINTERDORFER
 
00
5.10.2009, 12:43
Versteckt ist gut ...

... versteckt ist hier wohl "nur" die eigentlich notwenige Bezeichnung "PR-Artikel", der Link ist - entgegen den eigentlichen "standards" (im doppelten Standard-Wortsinn) - eh promininent im oberen Blickfeld (also "above the fold") untergebracht.

Cape Of Green Hope
00
29.9.2009, 12:19
Netter Artikel, nettes Lokal

...und innovativ

Sir Donnerbold
10
29.9.2009, 01:22

nope, twitter war schon out als es angefangen hat. ist so für leute die gerne den oe3 chat genossen haben.

God_of_the_Wind
00
29.9.2009, 19:53

twitter is was für iphonebesitzerInnen :D

El Rubio
00
29.9.2009, 10:26

Stilgerecht ein herzliches *LOL* von meiner Seite.

aero seven
00
29.9.2009, 09:00

aha, ich muss jetzt also drauf achten ob etwas "in" oder "out" ist, wenn ich es verwende. muss ich mir merken. darf ich noch derstandard.at lesen, oder ist das schon gefährlich?
;-)

02
28.9.2009, 21:42
Information-Overload

Vielleicht werde ich ja schon alt, aber mein Ziel war (und ist) es eigentlich die Spambelastung von Newslettern, etc. immer soweit wie möglich zu minimieren, damit ich mich auf das Wesentliche fokusieren kann.

Welche Motivation hat man Twitter Nachrichten ala "Hab grad viel gegessen", "Sitz jetzt am Klo", ... zu lesen, bzw. überhaupt lesen zu wollen? Langeweile?

Lew Ashby
01
29.9.2009, 16:21

naja, solchen leuten muss man ja nicht folgen. gibt auch durchwegs interessante tweets.

Überraschungsgast bei "The Tribute"
11
28.9.2009, 20:05

Kann man Werbung für Twitter und Werbung für ein Beisl noch eleganter in einem redaktionellen Artikel unterbringen? *schmacht*

Roman Bichler
 
01
28.9.2009, 19:35
hierzu empfehle ich den SCHNITZELTRUCk in NYC !!!!

http://twitter.com/SchnitzelTruck

DAS ist der einzig WIRKLICHE Sinn von twitter !!!

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