Schweden drängt auf Einsatz von EU-Kampfverbänden

28. September 2009 19:46
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    Foto: ap /hektor pustina

    Albanische Eliteeinheiten am Flughafen Tirana vor dem Abflug in den Tschad: das NATO-Mitglied stellt 62 der 3,700 EUFOR-Soldaten.

Treffen der Verteidigungsminister in Göteborg: "Für mich geht es auch darum, den Steuerzahler zu motivieren, dafür zu bezahlen"

Göteborg - Die schwedische EU-Ratspräsidentschaft macht sich für einen schnelleren Einsatz der europäischen Krisen-Gefechtsverbände an den Konfliktherden der Welt stark. Die 2004 gegründeten Verbände mit insgesamt gut 3000 Soldaten aus der EU sind noch nie eingesetzt worden.

Beim Treffen der europäischen Verteidigungsminister am Montag in Göteborg sprachen sich mehrere EU-Staaten dafür aus, das an starre Regeln geknüpfte Einsatzverfahren zu lockern. Auch Deutschland signalisierte Gesprächsbereitschaft.

"Wir müssen ein besseres gemeinsames Verständnis davon entwickeln, wann und wie wir die Battle Groups einsetzen", sagte Schwedens Verteidigungsminister Sten Tolgfors. Neben dem schnellen und kurzfristigen Einsatz in Krisenzeiten müssten die Verbände auch zu anderen EU-Verteidigungsmissionen beitragen können.

Der deutsche Verteidigungs-Staatssekretär Rüdiger Wolf betonte:  "An dem Konzept der Battle Groups soll nicht gerüttelt werden." Das sei "zur Zeit die Position der Bundesregierung". Deutschland könne es sich aber vorstellen, dass die einzelnen EU- Mitgliedstaaten künftig "im Konsens mit den übrigen Nationen über ihre eigenen Truppen in der Battle Group" entscheiden dürften. Dadurch dürfe aber "nicht der Auftrag der Battle Group insgesamt gefährdet" werden.

EUFOR im Tschad ist kein Kriseneinsatz

Schweden hatte 2008 die "Nordic Battlegroup" geführt. Sie kam ebenfalls nicht zum Einsatz, während zeitgleich die EU händeringend nach Soldaten für ihren Einsatz (EUFOR) im Tschad suchte - der allerdings nicht als "Kriseneinsatz" galt. "Für mich geht es auch darum, den Steuerzahler zu motivieren, dafür zu bezahlen", sagte Tolgfors. "Und der Steuerzahler könnte konkretere Ergebnisse verlangen." Die "Nordic Battlegroup" habe 100 Millionen Euro gekostet.

Nach Einschätzung des EU-Außenbeauftragten Javier Solana liegt es vor allem am Engagement der Mitgliedstaaten, dass die Gefechtsverbände in den Kasernen geblieben sind. "Die Battle Groups sind gut konzipiert, aber es fehlt der politische Wille, sie auch einzusetzen", sagte Solana. Es sei ein Problem, dass die Kampfgruppen nicht in allgemeine Missionen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) eingebunden werden könnten. Dies sei aber "mit ein wenig Kreativität" zu lösen.

Der italienische Vize-Verteidigungsminister Guiseppe Cossiga mahnte, die Battle Groups seien als "Reserve" konzipiert. "Sie sollten nur in einer Krise eingesetzt werden."

Schweden will 1500 Mann einsatzbereit

Schweden schlägt dafür vor, eine der jeweils gut 1500 Mann starken Battle Groups stets für eine Krisensituation einsatzbereit zu behalten, die andere aber flexibler einzusetzen.

Polen sprach sich dafür aus, die Sondertruppen mehr auf Europa selbst zu konzentrieren. "Sie sollten vor allem eingesetzt werden für die Gefahr, die aus unserer Nachbarschaft kommt", sagte der polnische Verteidigungsminister Bagdan Kilch. "Die Gefahr von dort ist für uns viel größer."

Das zweitägige Treffen in Göteborg ist informell, es gibt also keine Beschlüsse. Schweden hofft auf eine Einigung beim nächsten formellen Treffen im November. "Es ist erst eine erste Diskussion, die kompliziert ist, aber sie ist notwendig und das sieht jeder ein", sagte Tolgfors.

Wolf vertrat den deutschen Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), der Montagabend in Göteburg erwartet wurde. Am Dienstag wollen die Minister unter anderem über die Situation in Afghanistan sowie die Piraterie vor dem Horn von Afrika sprechen. (APA)

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DieBo
30.09.2009 09:47
Jetzt drehen sie alle durch.

mief quirl
29.09.2009 14:33

Wie könnens des machen! Wo des doch unsere großen sozialdemokratischen Vorbilder san?!

John Waters
29.09.2009 14:19
Raus aus den Battle Groups

Österreich hat als einer von 3 Staaten weltweit seine verfassungsmässige Neutralität vor der UNO erklärt. Sie ist - trotz anderslautender Erklärungen von Leuten wie Benita Ferrero-Waldner, die dies kleinreden wollte - noch immer gültig.

Dieser eingegangenen Pflicht sollte man nun eingedenk sein. Bevor dieses "Friedenswerk" EU einen Weltkrieg beginnt. Vielleicht sind wir ja diesmal einmal nicht dabei.

MySinn.at
03.10.2009 12:40
Schwachsinn ...

der EU-Beitritt (vulgo EG-Vertrag) war eine Verfassungszäsur, dh Neutralität ade !

MondXicht
29.09.2009 14:15
Tja

Ein Krieg müsst halt her, dann brummt die Wirtschaft wieder. Brumm Brummmmmm!
Und gehts der Wirtschaft gut, dann........

Der Alte vom Berge
30.09.2009 10:38
...gehts der Wirtschaft gut.

Ned wahr ? ^^

Bazi Fist
29.09.2009 10:05

Die schwedische EU-Ratspräsidentschaft macht sich für einen schnelleren Einsatz der europäischen Krisen-Gefechtsverbände an den Konfliktherden der Welt stark

REINE Kriegshetzer, Militärs sind "Mödergruppen" wir brauchen keine Waffen und keine Kriegswiller

Alle Waffen vernichten - kostet nur viel Geld und ohne Waffen wird NIEMAND mehr Hunger leiden da dann genug Geld weltweit vorhanden ist.

Samson4444
29.09.2009 09:34
zur verteidigung der öl-quellen vor afrika oder wie?

dojon862
29.09.2009 14:10
@Samson444

Richtig Samson444, weil auch Sie wollen Autofahren.

Der Alte vom Berge
30.09.2009 10:47
Mir scheint,...

...es ist in Vergessenheit geraten das Ressourcen käuflich Erworben werden können.^^

Der Alte vom Berge
29.09.2009 12:21
Die Mittelmeerunion,...

...Vorderasien,Zentralasien im Zuge einer Teilnahme am so genannten,wiederbelebten "Great Game",der arabische sowie persische Raum im Allgemeinen bis hin zum Outremerè hinauf zum Kaukasus bietet einen breiten Fächer an Betätigungsfeldern für eine in ein globalen Ansprüchen Umgestaltete NATO,die Stellungnahmen während der Feierlichkeiten Anlässlich des sechzigjährigen Bestehens dieses "Verteidigungsbündnisses" sprechen über die zukünftigen Aufgaben für sich.Die erklärte Absicht Frankreichs der Union Weltmachtstellung zu verschaffen wird im Schulterschluss mit Washington angedacht und Umgesetzt."Brüssel" übersieht jedoch geflissentlich die bereits offen sichtliche Abnutzung der Europäischen Idee durch Teilnahme an Americas Expansionismus. ^^

Wüstenfloh
29.09.2009 09:29
Noch mehr Soldaten.....

zur Unterstützung korrupter und unfähiger Regenten?
Nein, nein, nein!!!°

Der Alte vom Berge
29.09.2009 09:07
Washington...

...soll die Rechnung für seine geostrategischen Machtdemonstrationen gefälligst selbst begleichen.

Sowohl die in Cash als auch jene in Blut !

Höchst an der Zeit für die Abnabelung Europas.

Habe die Ehre. ^^

-Ciac-
29.09.2009 17:52

gerade wenn Sie für eine Abnabelung Europas von Russland sind, sollten Sie es unterstützen als einen Weg hin zur Europaarmee.

Denn nur eine geeinte und vorallem starke Militärmacht Europa wird eine gewisse Abnabelung von den USA erlauben.

Dust von Dust
30.09.2009 12:39
russland gehört in die eu!

und wir brauchen ein unmittelbar demokratisch gewähltes eu parlament als gesetzgeber!

alles andere ist wahnsinn...

Der Alte vom Berge
30.09.2009 08:46
Zu beobachtende Frictionen...

...der östlichen Mitgliedstaaten und ENP/ESVP-Partner welche [verständlicherweise] existieren sind Nachspiegelungen aus dem Werdegang dieser Länder von denen sich letztere endlich Verabschieden sollten um an einer Gemeinsamen Gestaltung Mitzuwirken.Russland hat sich verändert,und wird das weiter tun.Es ist Grundlegend falsch die NATO als Plattform für von Revanchismus geprägte Politik zu betrachten die primär Americas Interesse dient Einflusszonen zu erschliessen und Europa klein zu halten.Expansionismus und alte Träume natinalistischer Zirkel im "Neuen Osten" oder etwa Polens versuche sein Intermarum wiederzubeleben haben in einem modernen Euripa nichts zu Suchen.Langfristig ist Russland als Partner auf Augenhöhe die logische Consequenz.^^

Der Alte vom Berge
30.09.2009 07:04
Herr de Hoop Scheffer...

...stellte bereits lange vor dem Wiegenfest dieser Verbände für sich fest,welche Rolle ihnen zugedacht sein werde.Eine stehende Einheit zur Verteidigung des europäischen Bündnisgebietes einzurichten soll die osteuropäischen und baltischen Staaten in erster Linie überzeugen trotz Sicherheitsbedenken mit Blick auf Russland mehr Soldaten an den Hindukusch zu schicken.Die Einheit werde im Vorfeld mit der Schnellen Eingreiftruppe der Nato verknüpft werden. Im Zusammenhang mit den Prager Verpflichtungserklärungen sowie dem Ergebniss der debatten in der Policy Coordination Group,ebenfals bereits 98 über den grünen Tisch geschoben,stellen diese Kampfverbände kaum mehr als eine Verstärkung der NATO mit politischem Nebenefect auf Osteuropa dar. ^^

Der Alte vom Berge
30.09.2009 07:24
DAS...

...ist keine europäische Eingreiftruppe sondern Spielmaterial. ^^

JP M
29.09.2009 14:20
Gut dass sich die USA nicht auch...

...vor 70 Jahren von Europa abgenabelt hat...

Andererseits ihre Abnabelung Europas haetten sie dann jetzt.

Der Alte vom Berge
30.09.2009 01:13
Europas Dankbarkeit...

...ist nicht allein durch die in zunehmendem Masse als agressiv zu bezeichnende Aussenpolitik nahe der Erschöpfung.Der Versuch die Landung der Aliierten als US-Unternehmen darzustellen an dem Engländer,Polen,und Männer aus dem Commonwealth eher "mitgetragen" als massgeblich beteiligt waren ist eine über mittlerweile Jahrzehnte andauernde Verfälschung durch Massenmedien welche America in den Vordergrund stellen soll.Diese durch US-Regisseure auf den Leib geschriebene Rolle hat Americas Bild in der Welt allerdings mittlerweile länger getragen als es noch der Fall sein wird,denn unabhängig von der Änderung der strategischen Interessen global agierender Fractionen bleibt der unumstösslich Umstand: Des Menschen Verhängniss ist,das er Vergisst.^^

Der Alte vom Berge
30.09.2009 01:20
Zeit...

...ist das Feuer in dem der Mensch verbrennt. ^^

Igor Gassner
29.09.2009 12:51
Und wie soll das gehen ?

Der Alte vom Berge
30.09.2009 08:52
Durch Konkrete Schritte,...

...auf Russland zu,welche entgegen Jenen der jüngeren Vergangenheit ernsthafter gesetzt werden sollten. Besonders bezüglich der Aussichten für die Beziehungen zwischen der NATO und Russland. Es ist [zu?] schwierig das zentrale Problem des Ständigen Gemeinsamen Rates in einem neuen Gremium zu überwinden,denn die NATO hält an der Unterscheidung,Mitglied und Nichtmitgliede,fest.Im Ständigen Gemeinsamen Rat müsste die NATO einen Konsens der Mitgliedern erreichen bevor eine Frage mit Russland erörtert wird.Diese strukturelle Vorgabe bedeutet aber,das die Rolle Russlands in den Augen der NATO weiter darin bestand die Einheit des NATO-Rates zu untergraben.Keine all zu ehrliche Einladung also,von der nicht erwartet wurde das sie Angenommen werde.^^

Der Alte vom Berge
30.09.2009 00:53
Moskau...

...und die Union haben eine Gemeinsamkeit die Washington nicht beugen kann: Sie befinden sich im Gegensatz zu den USA in einer aufstrebenden,wachsenden Entwicklung.Zwar sind diese constructiven Kräfte der Alten Welt in einer Werdegangsphase die nicht abgeschlossen ist,doch sind die Richtungsparameter längerfristig auf ein Zusammengehen eingestellt.Die Verhinderungspolitik Washingtons haben trotz intensivster Bemühungen weder Dialog noch Austausch gänzlich Unterbunden,Signale die Abseitsposition zu Verlassen,unter Einbeziehung der Schwellenländer Beteiligung anzumelden nicht nur beim G20 Gipfel öffentlich gemacht worden.Die Umwandlung der NATO in ein globales Instrument des "Westens" ist bereits im Gange.Zum Auftakt,Sozusagen. Ned wahr ? ^^

Der Alte vom Berge
30.09.2009 01:01
Zeit...

...ist zum Gelingen einer langfristigen Planung stabilster Garant und zugleich höchster Risikofactor.

^^

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