Fair verteilen - lernen

28. September 2009 17:17

Auch Gutes tun und klug geben will gelernt werden, weil auch Notleidende Unternehmungsgeist und Wiederverwertungsideen haben und Not erfinderisch macht. In Linz beginnt's ...

Geben macht seliger als Nehmen: Nichts scheint prima facie leichter - und befriedigender, beglückender - als vorhandenen Reichtum zu verteilen.* Doch die Sozialmärkte Soma mussten erst lernen, wie fair verteilen wirklich funktioniert - solange statt Gutschein- oder direkter Warenzuteilung (wie bei der Wiener Tafel) Geld und (wenn auch nur symbolische) Preise im Spiel bleiben. Und dass es harte Arbeit sein kann, nicht nur Waren durch Wiederverwertung vor der Vernichtung zu retten, sondern auch Wiederverwertungsdrang und Unternehmungsgeist Not leidender Empfänger von "Über-Lebensmitteln" umzulenken.

Die Soma-Prinzipien bestimmen einen "Verkauf zu symbolischen Preisen, es werden keine Produkte verschenkt." An Stelle potentiell demütigender, stigmatisierender Wohltätigkeit über karitative "Suppenküchen" solle richtiges Geld für richtige Waren zu allerdings "symbolischen" Preisen gezahlt werden. Damit wird über den zumindest virtuellen Cash-Nexus echten Geldes (statt Essen oder Essensmarken) die Würde eines normalen (wenn auch über die subventionierten Güterpreise gesponserten) Konsumenten aufrecht erhalten, dessen Handlungsvermögen sich in Markwirtschaften bekanntlich über seine Kaufkraft (und sein Wissen bzw. Marktkenntnisse) definiert. Waren werden niemals zugekauft, sondern ausschließlich aus Spenden acquiriert, um nicht als Billigstbieter oder Superdiscounter die Soma-Idee zu torpedieren.

Die Preise sind durchwegs "symbolisch", eindrucksvoll gering: 10 Portionen Schupfnudeln um 1 Euro, 10 Portionen Broccoli-Käsesauce 1 €, 1 kg Birnen 20 Cent, 1 kg Äpfel 30 Cent, Bioaufstrich und Fruchtjoghurt 20 Cent, 4 Actimel 20 Cent, Yakult, Brot und Strudel gratis. Es gibt auch eine "Kunst- und Keramik-Ecke" mit Waren aller Art von Penny- und Merkur-Märkten, von Schulartikel für Kinder, Spielsachen und Kinderschminksets über Kerzen, Vogel- oder Hundefutter bis hin zu alten Computern mit Freeware-Programmen aus dem Demontage- und Recycling-Zentrum (D.R.Z.) um 50 Euro.

Die nunmehrigen Regeln des Einkaufs bei Soma erwuchsen einem durchaus lehrreichen Lernprozess der Betreiber. Da "Not erfinderisch macht", wie Präsident Steiner lakonisch vermerkt, fanden sich bald nach Eröffnung des ersten Sozialmarkts, "in Linz beginnt's", zahlreiche Waren in den Regalen nahe gelegener anderer Geschäfte wieder - zu üblichen Marktpreisen für übliche Kunden. Findige Zuwanderer ("Österreicher waren entweder nicht arm und hungrig oder nicht schlau genug") hatten sich reichhaltig mit preisgestützten Waren zu "symbolischen Preisen" bei Soma eingedeckt.

Diese Waren wurden dann gegen eine saftige Zwischenhändlermarge - die Arbitrage der Textbuchökonomie als berechtigter Unternehmerlohn - mit Gewinn an Händler am ersten, offenen Markt weiterverkauft, die selbst wiederum angesichts der hohen Preisunterschiede von Soma und regulärem Lebensmittelhandel weitere gute zusätzliche Ertragschancen lukrieren konnten. Als besonders kühne Soma-Kunden sogar Waren (die zufällig gar nicht mehr im Sortiment waren) zwecks Reklamation und "Umtausch" bzw. geforderter "Rückzahlung" in dm-Märkte zurückbrachten, flog der rege Schwarzhandel auf.

Vom Einkaufspass als Lösung demnächst.  (Bernd Marin/DER STANDARD, Printausgabe, 29.9.2009)

* DER STANDARD 18.8. und 15.9.

Kommentar posten
14 Postings
the comedian
 
29.09.2009 21:11
dirty bernd rides again

jetzt bedient er auch schon klischees ala wc strache.

ist die verzweiflung ob der eigenen dummheit bei bernd schon so grosz, dasz er in die unterste schublade greifen musz?

obiges geschribsl ist jedenfalls eine schande.

wappler
29.09.2009 10:23
Ja, genau

die zuwanderer fahren alle durch sozialbetrug erschlichene BMW's während die armen und ehrlichen österreicher.....
bla bla bla

noexist
 
29.09.2009 14:08

Der launige Stil der letzten beiden Absätze klingt so, als fehlten noch ein paar Zeile zu einem richtigen Artikel und so wird halt ein Gschichtl unter dem Motto: "Ich will ja nix gesagt haben, aber sie wissen ja eh ..." hingeschrieben.

asinus
28.09.2009 22:52

Hr. Marin gefällt sich ja sonst auch darin, dass er den weniger Reichen (u.a. den Pensionisten) eher etwas wegnehmen will als geben. Dazu passt seine Raubersgeschichte, die natürlich wieder den Neid anderer erwecken soll.

m.a.d
28.09.2009 21:29


'Geben macht seliger als Nehmen'

jetzt wissma warum die eliten nie seliggesprochen werden.

Porqué no te callas?
29.09.2009 10:30
unsinn.

"die eliten" - wer soll das sein?

EinWenigMehrZentral
28.09.2009 21:05
der indian summer ist doch schon vorbei .. ist der tisch im grünen garten zu klein geworden?

Schmierfink Hannes
28.09.2009 20:14
armut

Findige Zuwanderer ("Österreicher waren entweder nicht arm und hungrig oder nicht schlau genug") hatten sich reichhaltig mit preisgestützten Waren zu "symbolischen Preisen" bei Soma eingedeckt.

importierte armut. klar und die grünen träumen immer noch von den super asylanten, die unser sozialsystem erhalten *lach*

eze eze
 
29.09.2009 13:49

In Wien ist es meines Wissens so, dass man einen Einkommensnachweis vorlegen muss, und außerdem die Einkaufssumme ziemlich beschränkt ist. Kann mir nicht vorstellen, dass das System in Linz beginnt.

eze eze
 
02.10.2009 19:53

sorry, das sollte natürlich heißen "dass das System in Linz so gänzlich anders ist" (war da ziemlich in eile beim posten)

scrollradl
 
28.09.2009 17:50
Klingt egoistisch

In meiner Familie (2 Erwachsene, 4 Kinder, 1 Enkel) wird fair geteilt.
Alle bekommen ihre individuellen Bedürfnisse abgedeckt.
Zugegeben, auf das Enkerl mit dem Plüschbären bin ich manchmal eifersüchtig.
;-)

scrollradl
 
28.09.2009 17:55
Ehrlichkeitshalber gebe ich zu . . .

. . . dass ich nur die Überschrift gelesen habe.

Marins Kommentare zu lesen, ist vergeudete Lebenszeit.

Kiembeni
29.09.2009 16:49
@ scrollradl

Trifft auf Ihre Kommentare auch zu!

haghag
29.09.2009 16:17
SO ISSES

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