derstandard.at-Interview

"Die Leute sind bedrückt, ernüchtert"

28. September 2009 14:38
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    Foto: standard/corn

    Josef Weidenholzer (im Bild mit Präsidentengattin Margit Fischer) über das Ergebnis der SPÖ bei der OÖ-Wahl: "Es ist ein Debakel. Das braucht man nicht beschönigen."

SP-Kandidat und Uni-Professor Weidenholzer über das "Unvermögen" der Sozialdemokratie, auf die Krise Antworten zu geben und warum die SPÖ ein neues Parteiprogramm braucht

"Die Welt hat sich verändert", sagt Josef Weidenholzer. Er ist Uni-Professor in Linz, SPÖ-Mitglied und appelliert im Interview mit derStandard.at angesichts des schlechten Abschneidens der Sozialdemokraten bei den letzten Wahlen mit einer Programmdiskussion zu beginnen. "Wir haben das letzte Mal 1978 ein Programm zustande gebracht."

Für Weidenholzer ist klar, dass sich die SPÖ in Oberösterreich nach der Wahlniederlage "völlig neu aufstellen" muss: "Dass es personelle Konsequenzen gibt, das scheint unausweichlich zu sein." Die Fragen stellte Rosa Winkler-Hermaden.

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derStandard.at: Die Oberösterreich-Wahl ist geschlagen, die SPÖ hat stark verloren. Haben Sie sich ein derart schlechtes Ergebnis erwartet?

Weidenholzer: Nein. Es ist eine Niederlage von historischem Ausmaß. In dem Ausmaß hat das niemand erwartet.

derStandard.at: Was sind die Gründe dafür?

Weidenholzer: Bei so einer großen Niederlage gibt es immer mehrere Gründe. Generell ist es eine europäische Entwicklung, dass die Sozialdemokratie offensichtlich keine Antworten auf die Krise findet oder geben kann. Die 25 Prozent geistern überall herum, wenn man sich die Ergebnisse der EU-Wahl oder auch das Ergebnis der SPD in Deutschland anschaut. Es scheint ein Unvermögen der Sozialdemokratie da zu sein, auf die Krise Antworten zu geben.

Es gibt sicher auch bundespolitische Ursachen. Schließlich reiht sich das Ergebnis in eine Serie von Niederlagen ein. Und dann gibt's natürlich hausgemachte Gründe auch, das hat der Erich (Haider, Anm.) ja gestern auch gesagt.

derStandard.at: Warum schafft es die Sozialdemokratie nicht, gerade in Zeiten der Krise, die Wähler auf ihre Seite zu holen?

Weidenholzer: Es gibt keine klare Erklärung der Konsequenzen der Krise. Die Menschen wollen aber Erklärungen haben, was aus dieser Krise hervorgehen soll. Was bedeutet das in Richtung Realwirtschaft? Soll es eine neue Wirtschaftpolitik geben? Es ist zu wenig, wenn wir sagen, wir haben Recht gehabt, wir haben euch immer vor den Börsen gewarnt. Das ist eine belehrende Analyse.

Am Wählermarkt gibt es außerdem eine Konkurrenz, wo Leute sind, die sagen, sie hätten Erfahrung und man soll ihnen glauben. Das wird sehr stark von den Konservativen gespielt. Und dann gibt es auch jene, die irgendwelche plakativen Erklärungen finden, dass die Ausländer schuld sind. Es ist offensichtlich plausibler, solchen Menschen zu glauben, als sich eine komplizierte Analyse anzuhören.

derStandard.at: Sie haben den Erfolg der FPÖ angesprochen. Glauben Sie, haben die Oberösterreicher tatsächlich ein Problem mit Ausländern oder hätten sie genauso eine linke Protespartei, wie es sie in Deutschland gibt, gewählt?

Weidenholzer: Da müsste man sich anschauen, wie eine solche Linkspartei mit der Ausländerfrage umgehen würde. Die Linke in Deutschland agiert ja auch nicht gerade integrationsfreundlich. Aber generell ist das Ausländer-Thema natürlich ein massives Problem in der Öffentlichkeit. In Wels, wo die SPÖ sehr stark verloren hat, gibt es hartnäckig das Gerücht, dass Türken gratis mit dem Autobus fahren dürfen; dass das die Stadtverwaltung mit den Türken ausgemacht hätte. Das Problem mit den Zuwanderern ist in der Phantasie der Menschen fest verankert.

derStandard.at: Nach der Vorarlberg-Wahl war ja eine der ersten Reaktionen seitens der Bundespartei, dass das Integrationsprogramm überarbeitet werden soll. Ein richtiger Schritt?

Weidenholzer: Ja, schon. Die Frage ist nur, wie man es überarbeitet. Es muss sich ganz klar unterscheiden, von dem, was andere Parteien machen. Das wollen die Menschen. Meine Erfahrung war die, dass Menschen, wenn man mit ihnen redet, offen und bereit sind, über diese Dinge zu reden. Es hat ihnen aber nie jemand zugehört. Und dann wird man irgendwann nicht mehr als Problemlöser wahrgenommen. Die Leute wählen einen Politiker ja auch, weil sie der Meinung sind, dass er ihre Probleme lösen kann.

derStandard.at: Aber besteht dann nicht wieder die Gefahr, dass man zu hart rüber kommt, so wie die FPÖ?

Weidenholzer: Das kann ich nicht beurteilen, weil ich nicht weiß, was in diesem Integrationsarbeitskreis wirklich passiert. Aber ich würde davor warnen, dass man alles wieder auf eine reine Asylfrage reduziert, so wie es die Innenministerin tut. Das ist ja nicht für das wahrgenommene Problem relevant. Es geht um einen breiten Dialog und um das Einbinden der Menschen.

derStandard.at: Wie soll es in Oberösterreich jetzt weitergehen? Wird es personelle Konsequenzen geben?

Weidenholzer: Es ist ein Debakel. Das braucht man nicht beschönigen. Ich glaube auch, dass es personelle Konsequenzen geben muss. Es wäre aber falsch, wenn man nur nach personellen Konsequenzen riefe. Man hat jetzt ja eh ein bissl Zeit. Wir müssen eine schonungslose Analyse machen und das programmatische Profil schärfen. Und dann müssen wir uns überlegen, wer kann ausführen, was gefragt ist. Dass es personelle Konsequenzen gibt, das scheint unausweichlich zu sein.

derStandard.at: Wird Erich Haider zurücktreten?

Weidenholzer: Er wird jetzt einmal die Vertrauensfrage stellen. Gestern bei den Interviews im Fernsehen hat er unheimliche Größe gezeigt, er hat alles auf seine Schultern genommen. Wir müssen uns jetzt völlig neu aufstellen und auf längere Sicht wird das einen Generationensprung bedeuten. Es gibt sehr viele, sehr gute junge Leute in der SPÖ in Oberösterreich. Aber sie brauchen auch Zeit, damit sie sich entwickeln können.

derStandard.at: Angesichts des Wahlergebnisses in Deutschland stellt sich die Frage: Hätte eine Linkspartei eine Chance in Österreich?

Weidenholzer: Da bedürfte es bestimmter Figuren. In Deutschland war ein Restbestand der SED da. Außerdem gab es den Lafontaine, der die Erwartungen bedient hat. Beides sehe ich in Österreich nicht. Weder, dass irgendeine kritische Masse aus dem Bestand der KPÖ da wäre, das ist eine politisch völlig unbedeutende Gruppe geworden. Noch sehe ich eine Figur, die das populistische Vermögen eines Lafontaine hätte, da eine Bewegung links der SPÖ anzuführen. Das heißt aber nicht, dass sich das vielleicht in ein paar Jahren ändert.

Sicher sind auch schon jetzt viele in der Partei enttäuscht, aber ich sehe eigentlich niemanden, der sagt, wir machen eine neue Partei, oder wir schließen uns den Grünen an. Die Leute sind bedrückt, ernüchtert.

derStandard.at: Was kann man dann anders machen?

Weidenholzer: Ich glaube, dass es für die Sozialdemokratie wichtig wäre, endlich mit einer vernünftigen Programmdiskussion zu beginnen. Wir haben das letzte Mal 1978 ein Programm zustande gebracht. Die Welt hat sich verändert. Wir müssen uns diese Zeit nehmen, den Luxus leisten und überlegen, was heute Sozialdemokratie ist. Nur mit Pragmatismus kommt man auch nicht weiter.

derStandard.at: Ist Bundeskanzler Faymann der richtige an der Spitze, der eine solche Programmdiskussion leiten könnte?

Weidenholzer: Ich glaube durchaus, dass der Herr Faymann sehr viel Positives dazu beigetragen hat, dass die SPÖ nicht schon vor ein, zwei Jahren noch tiefer abgestürzt ist, was eigentlich auch möglich gewesen wäre. Eine Partei ist immer eine Gemeinschaft von Menschen, die unterschiedliche Ansätze haben, die einen unterschiedlichen Stil pflegen. Da muss man die richtige Mischung finden.

Ich glaube, dass die Sozialdemokratie in Österreich eine große Geschichte hat und ein wesentlicher Faktor in diesem Land ist. Ich glaube aber nicht, dass man die Zukunftsfragen auf eine Partei reduzieren darf. Es gibt sehr viele progressive Menschen in den Kirchen, in zivilgesellschaftlichen Organisationen, in der Wissenschaft. Es würde der SPÖ sehr gut tun, wenn Sie davon ein bisschen was mitkriegen würde. Sie muss sich der neuen Zeit öffnen. Nur die Antworten in der eigenen Partei zu suchen, das wäre absurd. Nur wird das leider immer wieder so gemacht. (derStandard.at, 28.9.2009)

Zur Person: Josef Weidenholzer (59) ist Professor für Gesellschaftspolitik und Sozialpolitik und Vorstand des Instituts für Sozial- und Gesellschaftspolitik der Johannes Kepler Universität Linz. Bei der EU-Wahl kandidierte er am fünften Listenplatz für die SPÖ. Sollte der Vertrag von Lissabon in Kraft treten, wird er nachgereiht und darf für die SPÖ ins EU-Parlament einziehen. Seit 1991 ist er Präsident der Volkshilfe Österreich.

Anfang Oktober organisiert Weidenholzer gemeinsam mit der ehemaligen ÖH-Vorsitzenden Barbara Blaha den Kongress Momentum in Hallstatt, bei dem über sozialdemokratische Grundwerte diskutiert wird.

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Posting 1 bis 25 von 181
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das ist fix
03.12.2009 20:05


Warum sollte die Sozialdemokratie "Antworten auf die Krise" geben können - sie ist Teil der Krise.

bernhardbernhard
08.10.2009 12:26
und jetzt hat er sich nach Brüssel vertschüsst...

das Gehalt wird seine Depressione nschon heilen :-)))

msm
08.10.2009 00:23
Sehr gscheid, oder doch nicht Herr Prof....

...Anscheinend sind Sie so abgehoben um die Situation zu begreifen?
Glauben Sie etwa der VP geht es besser, obwohl sie momentan etwas mehr Glück hatte.
Die Sozis werden halt nicht umhin können, wieder einmal an der Basis zu arbeiten, das beeinhaltet halt unbezahlte Besuche bei Mitgliedern, nicht nur vor Wahlen, das gar nicht so schlechte System, die Partei-Mitgliedsbeiträge monatlich zu kassieren. Viel Arbeit, der kleinen Funktionäre und Parteimitglieder,
stimmt, aber mit den Bonzen lässt sich eben keine Wahl gewinnen, das sollte man einmal begreifen, nicht nach Erklärungen suchen
Gehts eben wieder an die Front, zu den Menschen, hört deren Sorgen und Probleme an, dann kann ein Strache samt Konsorten, na was denn, Sch..

alecs garwin
02.10.2009 13:32
eine linkspartei hätte nie eine chance

in österreich. haben ja nichtmal die grünen eine. wir österreicher sind halt im gegensatz zu den deutschen noch immer reaktionär und faschistoid bis auf die knochen

Toni Meister
01.10.2009 21:23
Der Herr Professor plauscht :

" Wir haben euch immer vor den Börsen gewarnt ".

Vielleicht die 7.Zwerge von links der Sozialdemokratie.Die tonagebenden wie z.B. Blair, Schröder sicher nicht.Ausnahme Lafontaine.Und die österreichischen SPÖ-Funktionäre haben das auf Veranstaltungen im Sinne von populistischem " links blinken " für die depperten Zuhörer gemacht, sind aber in der realen Politik sofort rechts abgebogen.

Friedrich Gruber
30.09.2009 11:30
Auch die echten Sozialisten haben ein Glaubwürdigkeitsproblem,

sie toben gegen den Kapitalismus und haben als Lösung auch nichts anderes anzubieten als den von Bonzen geführten sattsam bekannten Staatskapitalismus. Und die Ideologen glauben, wir wissen das nicht.

bernhardbernhard
30.09.2009 04:04
die Sozialdemokratie hat nur eine Chance...

..indem sie zu ihren Wurzeln zurückkehrt. Sie muss dazu radikal mit allen Karreristen, Steigbügelhaltern und Äm,terhamsterern in der Partei ein Ende machen. Kurz: verjagts alle vom Gemeinderat aufwärts. Gründet sie neu!

bernhardbernhard
30.09.2009 03:56
Die Leute sind Bedrueckt...

..wer ist bedrückt... Die Leute die es schon immer in der Partei in der Hand gehabt hätten, daß es nicht so weit kommt. Was haben sie getan: nix. was hat er getan: nix. Wenn man sich nur jahrzehntelang in der Struktur mitbewegt, darf man sich nicht wundern wenn dann was passiert, Herr PArteifunktionär. Als Bonze hat mna halt keine nBezug mehr zum Volk!!

bernhardbernhard
30.09.2009 03:45
Ich denek er ist nicht Problemlöser...

... sondern Teil das Problems- da er schon so lange an führender Stelle dabei ist und nei offen gegen den Niedergang aufgetreten ist!?

veltliner1
30.09.2009 02:46
sympathieträger

es ist unbegreiflich: da hat die oö. spö mit weidenholzer einen echten sympathieträger in ihren reihen, versteckt ihn aber jahrelang hinter dem ideen- und konzeptlos, aber primitiv dahinpolternden erich haider. warum?

m-h
30.09.2009 18:16
sympathisch?

Was ist an dem Herrn sympathisch? Weil er eloquent über den Niedergang der Sozialdemokratie parliert? Weil er als Nudel auf allen sozialdemokratischen Antifa-Demos schwimmt?
Schaun wir uns doch an, wie er als - ehemaliger - Chef der Arbeitgeber im Sozialbereich mit seinen Arbeitgeberkollegen jahrelang vor den Politikern gekuscht hat. Das kratzt gewaltig an der Glaubwürdigkeit dieses Genossen.

n-minus-1
 
29.09.2009 20:15
Die Leute??

Also ich bin absolut nicht bedrückt oder ernüchtert.

Aber ich bin auch nicht durch die rote Indoktrinierungsmaschinerie geschleust worden und daher fähig, selbst zu denken....

Stabilo13
30.09.2009 11:45

sind sie von der fpövp lobotomiesiert worden? ;)
(um in ihrer diktion zu bleiben)
wenn "selbst denken" primitivem diffamieren gleich zu setzen ist, dann haben sie aber natürlich recht.

planck
29.09.2009 17:20
"....nicht mehr als Problemlöser wahrgenommen.".......sondern als Teil des Problems. Wir haben hier in Österreich mehr Möglichkeiten zu eigenständiger Politik als viele etablierte Politiker zugeben möchten.

Wir könnten uns zB in der Energieversorgung weit unabhängiger machen als derzeit, was mehrere positive Effekte für die heimische Wirtschaft und Beschäftigung hätte.
Dem entgegen stehen aber Macht- und Einflußsphären, die von den Parteien nicht aufgegeben werden möchten.

Die Sozialdemokratie ist viel zu verflochten mit den bestehenden Machtkomplexen als dass man bahnbrechende Änderungen erwarten dürfte.

Schröder bei Gazprom, Ederer bei Siemens, Klima von OMV in die Politik und weiter zu VW, Vranitzky bei Magna usw usf. Nix gegen diese Herrschaften, sie sind nur Beispiele für einen Trend: Politik als Karriereleiter in der Wirtschaft.

Interessenskonflikte zwischen persönlicher Karriere und Allgemeinwohl können auftreten - tja.

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
29.09.2009 16:38
Selbstzerstörung zwingend!

Es ist logisch und zwingend, dass die Sozialdemokratie in ganz Europa nur noch Niederlagen einfährt.

Denn mit dem Beitritt zur EU haben sich alle Staaten ihrer Handlungsmöglichkeiten beraubt und einer totalitären Marktideologie (Nizza und Lissabon) verschrieben.

Jetzt beginnen diese Verträge zu wirken!

Jeder soziale Fortschritt ist heute ein Nachteil für den Standort. Dank Zollfreiheit und Gemeinschaftswährung wandern Unternehmen heute dorthin ab, wo die Löhne niedrig sind und Umwelt- bzw. Arbeitsrechte weitgehend fehlen.

All das wofür die Sozialdemokratie einst gekämpft hat ist damit heute ein "Standortnachteil".

Idefix der zweite
 
30.09.2009 12:13

So viel Dummheit und so viele grüne Stricherl - unglaublich. Jetzt wäre die EU sogar noch am Debakel der sozialdemokratischen Parteien schuld, die sich in Wahrheit längst aller soz.dem. Ziele entledigt haben.

Dass in einer global vernetzten Welt kleinstaatlicher Protektionismus kontraproduktiv ist und in Summe allen Beteiligten schadet, ist natürlich nicht so leicht verständlich wie die Schlagzeilen der Krone.

Dass nur durch den Zusammenschluss Europas ein Gewicht erreicht wird kann, mit dem auch multinational agierende Konzerne Schranken gesetzt werden können (siehe Microsoft), sollte doch nicht gar so schwer zu verstehen sein. Welche Richtung dieses Europa dann einschlägt, hängt von den Mitgliedsstaaten ab, nicht von "denen in Brüssel"

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
30.09.2009 14:29
Warum bezichtigen Sie mich der Dummheit ...

... wenn Sie gleichzeitig meine Argumente bestätigen?

Ja, die heutige SPÖ ist unsolidarisch, gerade weil eine solidarische Partei mit der EU unvereinbar ist.

Wettbewerb ist nun mal das exakte Gegenteil von Solidarität.

Protektionismus bedeutet Schutz.
Was ist daran schlecht, wenn sich ein Staat seine Bevölkerung (und Arbeitsplätze) schützt?
Sie erwarten das gegenüber Verbrechern und Terroristen auch!

Microsoft ist ein US-Konzern, deshalb wurde er von der EU (lächerlich gering) bestraft

Im Gegensatz dazu greift die EU nach Korruptionsskandalen bei Siemens, DB oder der Deutsche Bank keineswegs ein.

Was ist eigentlich mit dem Protektionismus der EU gegenüber Osram (Siemens) und Philips? (Glühlampenverbot!)

Werner Lischka
02.10.2009 13:33
re: protektionnismus, eu ...

zuerst - bravo, ihre agitprop-hausaufgabe haben ie hervorragend auswendig gelernt. wo haben sie eigentlich ihr hirn abgegeben?
a) protektionismus war die ursache für die weltwirtschaftskrise! wenn sie ihren markt abschotten, tun die anderen das auch. end of the game. kein güteraustausch - keine jobs. ohne auslandskunden können sie 80% der firmen zusperren (die produtivität in allen sparten ist für einen reinen inlandsmarkt zu gross), damnit fallen aber auch alle zulieferer und abhängigen firmen (z.b wirtshaus).
b) na so klein war die strafe auch nicht - sollte die eu redmont bombardieren?
c) sie greift nur ein, wenn nationale gerichte das nicht tun (in d siemensmanager im häfn).
d) jeder kann energiesparlampen produzieren - prottektio-was?

cybercon
 
29.09.2009 15:58
hahaha

"Gestern bei den Interviews im Fernsehen hat er unheimliche Größe gezeigt, er hat alles auf seine Schultern genommen"

- und bleibt -

Susi Wolf
29.09.2009 12:43
Das Problem ist ganz einfach: Die Sozialdemokratie hat skrupellose Egomanen, Karrieristen und kapitalistische Erfüllungsgehilfen bis in allerhöchste Ämter gelassen!

Und das nicht nur in Österreich!
Ich darf Namen nennen:
Tony Blair,
Gerhard Schröder, der "Genosse der Bosse"
In Österreich die "Nadelstreifsozialisten"
Franz Vranitzky
Viktor Klima
Helmut Elsner
Fritz Verzetnitsch
Werner Faymann
und bis zu einem gewissen Grad auch "Sandkistenkanzler" Gusenbauer, der sich weit vor seinem 50. Geburtstag seinen persönlichen Traum vom Kanzleramt verwirklichte, um dann alle soialdemokratischen Prinzipien und Interessen schon bei den Koalitionsverhandlungen mit den Schwarzen den Bach runtergehen zu lassen....

cheap thrills
29.09.2009 15:05
dann bitte auch um einfache antworten: wie war es möglich?

wie können die sozialdemokratischen parteien europas verhindern, dass es noch einmal passiert?

und vor allem: was können sie jetzt tun?



Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
29.09.2009 16:48
Sie müssen sich entscheiden!

Mit den Konservativen das neoliberale EU-Programm durchziehen und Kriege um Rohstoffe führen ...

.. oder eine Politik, die sich an der Lebensqualität statt am Wirtschaftswachstum orientiert.

Freilich braucht das Mut zur Veränderung, denn dann kann sich die Politik nicht mehr hinter dem "freien Markt" verstecken.

Ich denke es ist höchste Zeit, selbst über die Richtung zu entscheiden, statt sich geist- und verantwortungslos dem freien Markt zu unterwerfen!

Idefix der zweite
 
30.09.2009 12:18

Genau. Kehren wir endlich zur Planwirtschaft aus Sowjetzeiten zurück, Herr Stachanow. Die funktioniert ja nachgewiesenermassen viel besser als der freie Markt.



Helmut.Hromadnik
 
02.10.2009 11:19
dass

es dazwischen noch eine gesellschaftsform geben könnte, die die fehler beider systeme vermeidet, kommt ihnen nicht in den sinn ?

Warpsignatur
30.09.2009 00:13

"Lebensqualität statt Wirtschaftswachstum"? wie soll das funktionieren?

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