Zelaya ruft zu Massenprotesten auf

28. September 2009, 07:39

Putschregierung verschärft Vorgehen gegen Proteste - Brasilien weist Ultimatum von Übergangsregierung zurück

Tegucigalpa - Die international stark unter Druck geratene Putschregierung in Honduras hat ihr Vorgehen gegen Proteste im Land verschärft. Die Übergangsregierung erließ nach eigenen Angaben am Sonntag (Ortszeit) ein Dekret, das die Versammlungsfreiheit einschränkt und die Festnahme "jedes Verdächtigen" erlaubt.

Die Übergangsregierung erklärte im staatlichen Fernsehen, "jede nicht genehmigte öffentliche Versammlung" zu verbieten. Zudem solle in den Medien die Ausstrahlung von Sendungen verhindert werden, die "den Frieden gefährden". Polizisten und das Militär dürften außerdem "jeden verdächtigen Menschen festnehmen". Die Verordnung, die einem Ausnahmezustand im Land gleichkommt, müsse noch im Kongress verabschiedet werden, erklärte die Interimsregierung unter Roberto Micheletti. Die Maßnahmen sollen demnach binnen 45 Tagen in Kraft treten.

Der vom Militär gestürzte Präsident Manuel Zelaya rief seine Anhänger ungeachtet der Drohungen zu weiteren Protesten auf. Zelaya war am vergangenen Montag heimlich aus dem Exil in sein Land zurückgekehrt und befindet sich seitdem in der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa. Für Montag ist ein "finaler Protestmarsch" seiner Anhänger geplant.

Brasilien weist Ultimatum von Übergangsregierung zurück

Zelaya war am 28. Juni gestürzt und von Soldaten nach Costa Rica abgeschoben worden. In der vergangenen Woche kehrte er heimlich nach Honduras zurück, wo er sich in der brasilianischen Botschaft aufhält.

Die Regierung von Brasilien wies derweil ein Ultimatum der Übergangsregierung von Honduras zurück. Diese verlangte binnen zehn Tagen eine Klärung der Situation: Die international nicht anerkannte Regierung forderte von Brasilien, Zelaya den Schutz der diplomatischen Vertretung zu entziehen.

Micheletti hat wiederholt die Verhaftung Zelayas angekündigt. Dem linksgerichteten Politiker wird Verfassungsbruch zur Last gelegt, weil er entgegen einer Entscheidung des Parlaments und des Obersten Gerichts an einem Referendum zur Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung festhielt.

Die Übergangsregierung in Tegucigalpa verweigerte unterdessen einem Team der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) die Einreise. Die fünf Mitglieder der Gruppe, die neuen Vermittlungsbemühungen zur Lösung der Staatskrise den Weg bereiten sollten, wurden nach eigenen Angaben bei ihrer Ankunft am Sonntag in Tegucigalpa abgefangen und angewiesen, Honduras wieder zu verlassen.

Der Leiter des Teams, der Chilene John Biehl, sagte vor Journalisten, seine Kollegen seien außer Landes geflogen worden. Ihm hätten die Behörden aber schließlich angeboten, in Honduras zu bleiben. Er wolle einen Besuch von OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza vorbereiten. Der Außenminister der Übergangsregierung, Carlos Lopez, erklärte, die OAS-Mitarbeiter seien zurückgewiesen worden, weil sie trotz vorheriger Warnungen ihren Besuch nicht angekündigt gehabt hätten. (APA)

Kommentar posten
14 Postings
renato illuminato
01
28.9.2009, 15:35
wie die putschisten gegen die un charta verstossen

http://narcosphere.narconews.com/thefield/... y-attacks.
für alle die sich bisschen genauer informieren wollen

Der Alte vom Berge
00
28.9.2009, 13:18
Mir scheint,...

...es wird Interessanter, ned wahr ? ^^

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
193
28.9.2009, 10:29

Der Mann ist ein Unruhestifter. Zuerst wollte er die Verfassung umbiegen, damit er länger im Amt sein kann und nun zündelt er so lange, bis es zu einem Bürgerkrieg kommt. Nicht das diese unsägliche Putsch die richtige Lösung war, aber der Typ ist einfach nicht zum Aushalten.

Schljapnikow der IV
07
28.9.2009, 11:10

genau. putschisten bekämpft man am besten, indem man daheim bleibt und kartenhäuser baut.

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
110
28.9.2009, 11:56

Ich finde es interessant wie die Leute ausblenden, dass der gute Herr gegen die Verfassung seine Amtszeit ein Bisserl verlängern wollte.

NONE
01
28.9.2009, 15:09

Schau, man kann jedes Argument heranziehen wenn man so will aber Faktum bleibt das die Putschisten ihn entführten und ausser Land brachten.

Das kannst du schönreden wie du willst die Bewertung hier zeigt das dein Kampf völlig sinnlos ist - nicht einmal EIN grün. Also verschon uns doch bitte damit.

groebben
06
28.9.2009, 12:19

Erklären Sie mir bitte, wie das technisch möglich sein sollte, wenn eine Verfassungsänderungen (wir wissen dazu gar nicht ob sie überhaupt eingetreten wäre bzw was der Inhalt gewesen wäre), die zur selben Zeit wie die Wahlen hätte stattfinden sollen, wo Herr Zelaya dazu gar nicht mehr anreten durfte.
Was sagen Sie eigentlich zu dem Artikel? Stichwort Demonstrationsverbot? Versammlungsverbot? wahlose Festnahmen? Sieht so eine Verteidigung der Demokratie aus?

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
60
28.9.2009, 12:51

Sie leben schon in einer Traumwelt oder?

NONE
01
28.9.2009, 15:09

Du gehst auf keine Argumente ein.

groebben
03
28.9.2009, 13:49

Nein, nicht in der Traumwelt Ich habe aber schon in Lateinamerika gewohnt und kenne die Umstände dort. Und Sie?

Nowotila
08
28.9.2009, 12:14

Holger, Du lügst schon wieder.

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
40
28.9.2009, 12:52

Jemand namens Holger ist mir leider nicht geläufig.

NONE
02
28.9.2009, 15:10

Uns schon. Also hör endlich auf Holger.

wwg
04
28.9.2009, 09:29
Na wo sind sie jetzt

die Freunde der Putschisten hier im Forum? Jetzt, wo deren kriminelle Natur sich nicht mehr leugnen laesst, wo seid ihr, Horst Holger, Sternchenirgendwas, yomellamo und wie ihr euch auch immer nennt. Keine oeffentliche Eigenkopfwaesche? Oh, wir haben uns getaeuscht, sehen ein dass wir faschistische Luegen verbreitet haben und behaupten ab sofort das Gegenteil? Nein? Ahso, verstehe, ihr steht zu eurer "Gesinnung", und das hat in euren Kreisen Methode, zuerst rumluegen, irgendwas wird schon haengenbleiben, und dann, wenn die Luegen offensichtlich werden, gemma halt auf Tauchstation.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.