Videocast von Robert Misik - Folge 96

Haben die Sozialdemokraten verstanden?

27. September 2009, 22:29

In einem sind sich SPD und SPÖ auch ähnlich: Kleinmut und Ideenmangel. Faymann sitzt nur noch eine Spur bequemer als Steinmeier

Was für ein Wahlabend: Die politische Landschaft in Deutschland und Österreich mag in vieler Hinsicht unterschiedlich sein, aber hier wie dort setzte es ein herbes Debakel für die Sozialdemokratie. Und in einem sind sich SPD und SPÖ auch ähnlich: Kleinmut und Ideenmangel. Hier wie dort wurde das lange auch noch als Tugend verkauft, nach dem Motto: Wir versprechen nichts, was wir nicht halten können. Aber womöglich ist das ihr - und damit im Fall der SPÖ leider auch unser - Problem: dass sie die Wähler unterfordern. Dass sie gar nichts mehr versprechen außer die kleinen Versprechungen, die die Bürger einlullen. Aber womöglich wollen die Bürger gar nicht eingelullt werden, vielleicht würden sie das ja sogar mögen, dass einer mit zwei, drei fordernden Ideen auf sie zukommt und ihnen sagt: das will ich erreichen, das ist meine positive Idee von der Gesellschaft, in der ich in zwanzig Jahren leben will und es lohnt sich, dass man sich dafür anstrengt. Frank-Walter Steinmeier kann sich das jetzt von der Oppositionsbank aus überlegen. Werner Faymann sitzt nur mehr eine Spur bequemer.

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Posting 1 bis 25 von 116
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derpradler
01
25.10.2009, 09:18
jeder und Jede

die auch nur im Enrfernsten von Sozialdemokratie eine Ahnung hat weiß, daß die Sozisldemokratie und der Neoliberalismus zwei gegensätzliche Dinge sind!
Es ist also völliger Unsinn von Sozialdemokraten zu erwarten, daß sie sich im Neoliberalismus behaupten sollen. Selbst die Überläufer in ganz Europa, müssen jetzt einsehen , daß sie die Basis unterschätzt und ihr Verrat an der Idee, nun nach Abrechnung schreit.
Faymann ist kein Sozialdemokrat, er ist bestenfalls ein neoliberaler SPÖ´ler mit karitativen Zügen. Und trotzdem gilt: Der schlechtsest SPÖ`ler isl allemal noch besser als der beste Schwarz/Blaue!

schluss mit unlustig
01
10.10.2009, 19:12
Ich mag Misik

nicht weil ich ihn einfach mag, sondern, weil er Dinge wirklich auf den Punkt bringt.
Danke Misik.

H. K.7
44
29.9.2009, 14:06
körpersprache? ist der bobo irgendwo an'grennt?


schon einmal einen blick auf die siegreiche deutsche kanzlerin geworfen?
oder auf landeskaiser pühringer?

Eleazar
00
29.9.2009, 13:08
das erinnert mich doch glatt

an den Artikel 224 der Menschenrechte: Das Recht auf, friedlich geistig und seelisch zu verarmen

G.S.I. Berger
14
29.9.2009, 11:39
SPx steht für...

...Sozialdemokratische Partei und verstand sich als Vertreter der Arbeiterklasse. In Ö besonders in den Jahren 1933/4 wo sogar dafür und dagegen geschossen und gemordet wurde. Doch diese 2 Klassen gibt es nicht mehr. Nur mehr die Zeitzeugen in den Altersheimen, die von Faymann und Co pünktlich zur Wahlzeit besucht werden. Heute sind die wahren "Proletarier" jene, die offen der Globalisierung und Rationalisierung ausgesetzt sind. Jene, denen gesagt wird, sie sollen sich umschulen lassen, damit sie in keiner Arbeitslosenstatistik aufscheinen. Heute ist die SPx nur mehr wie der lauwarme Luft nach einem Brand, der vor über 70 Jahren von Adolf zuerst gelöscht und dann mit Benzin beschleunigt wurde. Ein wahrlich "schwarzer" Tag...

Melchior Kreutzer
20
29.9.2009, 11:08

hui, nicht nur bei der spö selbst, sondern auch in deren erweiterten umfeld (bobos, "intellektuelle", kommunisten, etc) macht sich totale ratslosigkeit breit.

faymann und misik haben mehr gemein, als zweiterem lieb ist. beide haben sich meilenweit vom "kleinen mann" entfernt (bzw. sie hatten eigentlich noch nie einen draht zu ihm, weil sie den normalbürger und seine lebensart (als echte 68iger) im grunde verabscheuen.

deshalb bleibt ihr suchen nach antworten und lösungen auch an der oberfläche hängen. faymann und misik sondern nur noch sinnentleerte phrasen ab und sind in wahrheit völlig orientierungslos geworden.

nicht der kleine mann, sondern misik und faymann selbst sind die "modernisierungsverlierer".

Nick Not
02
29.9.2009, 12:59

"faymann und misik sondern nur noch sinnentleerte phrasen ab und sind in wahrheit völlig orientierungslos geworden. "

kommt mir aber auch wie eine phrase daher, die man öfters von Seiten der FPÖ hört. was sind den die tieferen Wahrheiten, von denen ein Faymann und ein Misik nichts versteht?

Franz Klug
00
29.9.2009, 10:48
Fehlschlüsse, so aus dem Bauch, helfen nicht weiter

Misik verbreitet hier so aus dem Bauch zwei Falschmeldungen. Erstens behauptet er die SPD verliere in erster Linie an die Linken. Die Fakten schauen anders aus. Die SPD hat am Meisten an die Nichtwählerinnen verloren: 2,130 000 Stimmen. Dann kommen weit abgeschlagen die Linke mit 1,110 000 St. und es folgen die Union mit 870 000 und die Grünen mit 860 000 St. und sogar die FDP bekam noch 520 000 St. von der SPD.
Zweitens hat Erich Haider 2003 in OÖ ein plus von 11, 3 Prozent gemacht, trotz seiner Körpersprache.
Bitte ein bissl mehr die Fakten anschauen, dann kommentieren. Was fehlt sind große linke Projekte, die von der Spitze begeisternd und glaubwürdig, auch im Wahlkampf, vertreten werden! Hier hat Misik, unser Spindoctorenfan, recht.

biggathan
02
29.9.2009, 09:58
Was wäre die Alternative zu einem rethorisch und gestikulativ schwachen Haider?

ein von Gutenberg der seine Sätze klar und deutlich formuliert und mit positiver Körpersprache ausschliesslich inhaltloses Geschwafel von sich gibt?
Mir kommt das Würgen, wenn ich höre, dass diese aalglatte Plastikfigur zum dt. Politstar avanciert!

G.S.I. Berger
02
29.9.2009, 13:53
und der "stonehenge" steinmeier

...ist auch ned besser - er hat nur den Beruf verfehlt. Hätte bei der Berufswahl das Kreuz statt bei "Politiker" bei "Priester" machen sollen. Das Merkelwürdige ist aber, dass die Atomkanzlerin leider genau das umsetzt, das sie NICHT sagt...

peinlicher poster pöbel peinlicher
05
29.9.2009, 09:48

hermes phettberg, der sich selbst wohl nicht als sozialdemokrat sieht, hat um die sp zu charakterisieren einmal gesagt ihr leitsatz sei: moch ma halt a bissl was. naja, und das reicht eben nicht, schon deshalb weil man wenn man "a bissl was" will alles fordern muss. was aber bei den letzten wahlgängen besonders auffällig war ist der verlust an leidenschaft, die chargen machen allesamt den eindruck sie gingen entfremdeter, regulärer erwerbsarbeit nach und die innere kündigung sei bereits lange unterfertigt.

johnnyfavorites
11
29.9.2009, 09:40
manchmal, wenn ich den blog seh..

.. denk ich mir warum der mann nicht selber politiker wird wenn er alles so gut verstanden hat.
da gibts ja wirklich kein thema das er nicht förmlich durchdrungen hat mit seinen schlaustrahlen. und jetzt zu sagen, da sind mir dem gusenbauer seine leeren wahlversprechen lieber als der faymann der wenigsten eine stabile regierung zusammenpicken hat können..

Mika Eskimo
 
01
29.9.2009, 07:43
Die Spd und die Spö zu vergleichen, da gehört schon viel Mut dazu

Von Steinmeier und Konsorten kann die Spö ja nur träumen. Nicht einmal kamen so Stehsätze das man nun das Profil schärfen müsste oder ähnliches. Allein die zweite Reihe hinter Feynmann ist ja zum Haare raufen. Die würde mal ausgetauscht gehören.

Das Problem der Spd ist, das sie zusammen mit den Grünen den Neoliberalen raushängen haben lassen und dafür nun zurecht die Rechnung präsentiert bekommen haben. In Hochkonjunktur Zeiten, Harz 4, Agenda 2010, ein Euro Jobs usw einzuführen, das hätten sich ja nicht mal Ultra Konservative getraut.
Da war ja bei uns Schwarz Blau eine Linke Regierung.

Das selbe Problem hat Labour in GB.

Jon Tomes
00
29.9.2009, 04:53
Anstrengen?

Lieber Hr. Misik

Wenn ein Politiker kommt und sagt "wir müssen uns noch mehr anstrengen" denke ich: was soll ich mich noch mehr anstrengen. Ich arbeite eh schon so viel und zahl tausende und abertausende in die Steuertöpfe. Nur damit dieses Geld dann verplempert wird und die nächste Politikergarde dann sagt: die anderen waren es und jetzt müssen wir uns mehr anstrengen.

Nein danke.

Drei Goschn Opa
10
29.9.2009, 00:46
als treuer fan von misik

muss ich heut doch mal kritik üben:

ich verkürze mal: "den gürtel enger schnallen, auf dass es uns später wieder besser geht" - funktioniert hinten und vorne nicht.

die grünen sind ein paradebeispiel dafür: jetzt beginnen sich einzuschränken, energie zu sparen, weniger auto fahren und dafür mehr in bildung investieren in kleinkindbetreuung, in forschung ... et voila: die vision grüner arbeitsplätze in umwelt-relevanten bereichen ist zwar für viele leute durchaus nachvollziehbar, ABER überhaupt kein grund, grün zu wählen.

der/die österreicherIn hat dazugelernt und die längst überfällige abkehr von den verblödungsversprechen der spö ist erfolgt. wozu? nur um genau diese leute, die endlich kapiert haben, dass da was nicht stimmen kann in eine neue versprechungswunderwelt zu treiben. namentlich in die blaue wunderwelt frei von billigen konkurrenzausländern.

das dauert dann halt wieder ein paar jahre, wenn nicht jahrzehnte, bis begriffen wird, dass das auch kein weg ist, und dann werden's einem neuen messias aufsitzen.

so isses und so wirz bleiben. göttinseisgedankt, dass z.b. in deutschland ein anderer wind weht.

Charles Duchemin
05
29.9.2009, 00:29
Ja, die Visionslosigkeit der SPÖ...

... habens den Club 2 zum Thema Sozialdemokratie in der Krise gesehen, Herr Misik?

Josef (heißt er so?) Kalina war dort sehr entlarvend, wo er sich über den Herrn von der deutschen Linken lustig gemacht hat: die mit ihren "Visionen von einer besseren Gesellschaft"

Über die Vision mag man streiten, aber sich darüber lustig zu machen, daß noch jemand eine hat ?!?!?

ladies and gentlemen, it's time!
00
19.10.2009, 13:53
Der Kalina is ...




















...
ein Vollpfosten, der irgendwann mal kapiert hat wie man ein Plakat richtig aufhängt und welche Frisur am Plakat besser wirkt als a andere.
That's it!

Red Bull Höplöpöp
03
29.9.2009, 01:29
Wer Visionen hat

sollte zum Arzt gehen.

Man hat Pläne oder Vorstellungen.

Leider bietet das keine Partei außer der ÖVP und er FPÖ an, die anderen bewegen sich in einem esoterischen Dunstkreis der Nicht-Angreifbarkeit, kein Wunder daß die Wahlen ausgehen wie sie ausgehen.

Über die Qualität der Pläne lässt sich streiten, aber überhaupt welche zu haben, ist ein Vorteil gegenüber der völlig in Auflösung befindlichen Pensionistenpartei SPÖ und der komplett ziellosen grünen "Frauen-Kommune" der nicht abstreitbar ist.

Wenn eine Partei in Österreich den Artikel "konservativ" im wahren Sinne des Wortes verdient, dann ist es die SPÖ.

Ein Berg bewegt sich nicht, also gehen die Menschen drum herum.

Hinter mir die Sintflut - Vergangenheit, ich komme!

Tapirex
20
28.9.2009, 22:03
WORD!

Prostetnik Vogon Jeltz
40
28.9.2009, 21:12
N E I N.




Und das wird so bleiben, und das war auch 1933 so und das ist schon so seit 1914.


Der, der es besser weiß
00
29.9.2009, 20:55

Ewiggestrig.

STIHL 026
01
29.9.2009, 14:59

schmeißens nicht mit jahreszahlen herum, von denen sie keine ahnung haben.

Victor der Adler
12
28.9.2009, 20:44

Die Bemerkungen über Haider hätte er sich sparen können.

1. Redet er (wie alle) nicht davon, wie die letzten OÖ-Wahlen ausgegangen sind (SPÖ +12%, FPÖ halbiert)
2. Wurde in D gerade Angela merkel gewählt, die jetzt auch kein Musterbeispiel für erfolgreiche Körpersprache abgibt.

Mit dem Rest hat Misik recht. Leider.

alleswasmansagtistwahr
05
28.9.2009, 20:04
Aber Steinmeier hat doch genau das gemacht


mit seinem "Plan für Deutschland". Es hat ihm auch nichts genützt. Ich glaube, dass Problem geht viel tiefer.

Die Sozialdemokratien werden von den verschiedenen gesellschaftlichen Kräften zerrieben. Auf der einen Seite die Pöbel-Populisten, auf der anderen Seite die korrekten Grünen für die selbsterkorene Bildungselite und dazwischen die konservativen Volksparteien, die nach der Krise plötzlich nun eins auf "Wir sind eh auch sozial" machen.

Ich halte es für einen Irrglauben, wenn man jetzt sagt, die Sozialdemokraten müssten jetzt bloß "XY" machen und alles passt schon wieder. Das Problem ist: Sozialdemokraten werden nicht gewählt, weil sie zufällig bloß die schlechtesten Funktionäre hätten, sondern weil ihre Werte out sind.

Leider.

Charles Duchemin
00
29.9.2009, 00:26
Ob die Werte der Sozialdemokratie wirklich out sind?

Sichere Arbeitsplätze, Jobs für die Jugend, ein relativ sicheres Soziales Netz?

Wer würde sich dem entgegenstellen? Das Problem ist halt, daß es diese Dinge nicht mehr gibt, nicht mehr zum Nulltarif gibt. Die Sozialdemokratie lebt in einer veränderten Welt und steckt den Kopf in den Sand und hofft, daß alles nicht so schlimm kommen wird.

Antworten hat sie nicht.

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