Vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt

Maria Kapeller, 29. September 2009, 14:49
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    foto: maria kapeller

    Günther Schestak demonstriert, wie das Messen der Oberflächenrauheit an einem Blech funktioniert.

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    foto: voestalpine stahl gmbh

    So sieht das Messgerät für die Oberflächenrauheit aus nächster Nähe aus.

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    foto: voestalpine stahl gmbh

    Einer der Produktionsschritte in der Voestalpine ist die Feuerverzinkung: Sie dient dazu, das Blech vor Korrosion zu schützen. Günther Schestak überprüft unter anderem, wie gut das aufgetragene Zink hält.

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    foto: fh oberösterreich campus wels

    Das Studium "EntwicklungsingenieurIn Metall und Kunststofftechnik" an der FH Oberösterreich (Campus Wels) wird nach sechs Semestern mit dem Titel "Bachelor of Science in Engineering" abgeschlossen. Das anschließende Masterstudium dauert vier Semsester.

Wer "EntwicklungsingenieurIn Metall und Kunststofftechnik" studiert, lernt die einzelnen Produktionsschritte in der Industrie kennen

"Viele Menschen denken an Autos oder Brücken, wenn sie das Wort ,Blech' hören", sagt Günther Schestak, "aber wo kommt das Blech dafür überhaupt her?" Bis aus dem Rohstoff Erz ein fertiges Produkt entsteht, sind viele Produktionsschritte nötig. Schestak erklärt anhand einer Darstellung, wie bei seinem Arbeitgeber, der Voestalpine Stahl GmbH, der Rohstoff Erz zu Feinblech verarbeitet wird: Vom Hochofen bis zum beschichteten Flachprodukt. "Unser Studium deckt fast den ganzen Produktionsprozess, der hier durchlaufen wird, ab", sagt er.

Schestak arbeitet seit zwei Jahren als Fachingenieur. Der 25-Jährige studierte an der Fachhochschule Oberösterreich "Material- und Verarbeitungstechnik" - damals noch als Diplomstudium. Heute heißt das Studium "EntwicklungsingenieurIn Metall und Kunststofftechnik" und wird seit dem Bologna-Prozess als Bachelor- und Masterstudium angeboten. 

Praktikum und Diplomarbeit beim heutigen Arbeitgeber

Schestak hat sowohl das verpflichtende Berufspraktikum als auch die Diplomarbeit in Kooperation mit dem Unternehmen durchgeführt. "So ist man in der Firma auf mich aufmerksam geworden", erzählt er. Durch die bereits bestehenden Kontakte zum Unternehmen konnte er nach Studienabschluss dort zu arbeiten beginnen. "Ich schätze, 70 bis 80 Prozent der anderen Studenten sind ebenfalls in den Betrieben untergekommen, in denen sie Praktika gemacht oder Diplomarbeit geschrieben haben."

Das bestätigt auch Studiengangsleiter Daniel Heim: "Viele unserer Studenten arbeiten bei jenen Firmen, bei denen Sie das Berufspraktikum absolviert haben", sagt er. Die Jobs für Absolventen seien "lukrativ", im Vorjahr hätten alle Absolventen aus drei bis vier Jobangeboten wählen können. Die Wirtschaftskrise sei zwar spürbar, trotzdem seien die Berufsaussichten aber noch gut.

Schweißerlehrgang und Masterstudium

Wie viele andere Absolventen-Kollegen hat auch Schestak nach dem Studium den WIFI-Ergänzungslehrgang zum Internationalen Schweißfachingenieur absolviert. "Weil viele Inhalte in das Studium integriert waren, hat sich der Aufwand für den Schweißfachingenieur erheblich verkleinert", erklärt er. Obwohl der Linzer das FH-Diplomstudium bereits hinter sich hat und seit zwei Jahren im Berufsleben steht, macht er ab Oktober nebenbei den Master nach. "Damit schaffe ich mir die theoretische Möglichkeit für eine Dissertation in der Uni", erklärt der 25-Jährige.

"Globalere Denkweise"

Schestak sei übrigens der erste AHS-Absolvent gewesen, der dieses FH-Studium absolvierte. "Ich hatte zwar im ersten Semester Probleme in den technischen Bereichen, wo sich die HTL-Abgänger noch spielten", sagt er. Der Vorteil sei aber: Wenn man von der AHS kommt, denkt man nicht 100 Prozent technisch, sondern globaler." In den weiteren Semestern hätte sich die Sache außerdem umgedreht: Die HTL-Absolventen mussten sich plötzlich anstrengen, für Schestak, der das Lernen schon gewohnt war, wurde es entspannter.

Arbeit am PC und vor Ort in den Anlagen

Bei der Voestalpine ist Schestak für die Prüftechnik zuständig, "und zwar für viele prüftechnischen Fragestellungen, egal ob chemischer oder mechanischer Natur." Neben Projektmanagement und Auswertungen am PC verbringt er rund ein Drittel seiner Arbeitszeit vor Ort in den Anlagen, wo er die Produktion überprüft.

Um seinen Job besser zu veranschaulichen nimmt er ein Stück Blech in die Hand: "Für unsere Augen sieht die Oberfläche glatt aus. Aber unter dem Mikroskop merkt man, dass das nicht so ist." Es sei also notwendig, die Oberflächenrauheit der produzierten Bleche zu überprüfen: "Unsere Materialien müssen gewisse Spezifikationen erfüllen, und so kann man eine Aussage darüber treffen, wie die weitere Verarbeitung funktioniert." Ein Lackierer benötige für seine Arbeit beispielsweise eine andere Oberfläche als ein Umformer.

Eine weitere Aufgabe des FH-Absolventen ist die Zinkhaftungsprüfung: Hier gilt es festzustellen, wie gut das als Korrosionsschutz am Blech angebrachte Zink hält. Auch für die Ermittlung der mechanischen Kennwerte ist Schestak zuständig. Dabei gehe es etwa darum, zu überprüfen, wie widerstandsfähig ein Blech sei.

Nicht ablenken lassen

Die Wahl für das Studium fällte der Linzer übrigens aus ganz praktischen Gründen. "Die Fachhochschulen haben einen fixen Stundenplan, ein Abschluss ist also von Anfang an absehbar", so der 25-Jährige. Dass er in die Technik gehen würde, habe er ohnehin schon als 14-Jähriger gewusst. Wichtig sei ihm deswegen vor allem eines gewesen: Daheim zu studieren, um sich vom Studentenleben nicht zu sehr ablenken zu lassen. (mak, derStandard.at, 29.9.2009)

hoggy
00
30.9.2009, 12:57

bei uns in leoben sparen sich die metallurgen dieses kunststoffzeugs - zum glück ;)

Dr. Drago
00
30.9.2009, 14:54

bei euch gibts aber kunststofftechnik als eigene studienrichtung

dr.ban cok
01
30.9.2009, 09:44

hm ... lässiger lebenslauf - was mir aber immer auffällt - der mann hat im grunde nicht studiert sondern einen lehrgang absolviert.

defaultuser
00
30.9.2009, 12:40

Ich verstehe Ihre Argumentationslinie nicht. Der Mann hat ein Diplomstudium der Material- und Verarbeitungstechnik auf der FH-OÖ absolviert und danach einen Schweisserlehrgang gemacht. Jetzt absolviert er noch ein weiteres Masterstudium an der FH OÖ. Dieser Mann hat "richtig" studiert in dem Sinne, dass er ein gesetzlich anerkanntes Diplomstudium abgeschlossen hat.

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13
30.9.2009, 00:38
"Wichtig sei ihm deswegen vor allem eines gewesen: Daheim zu studieren, um sich vom Studentenleben nicht zu sehr ablenken zu lassen."

aka heimscheißer

in 10 jahren, wenn kein bedarf mehr an diesen fachtrottln besteht, wird er sich aber sowas von in die backen beißen, dass er a) nicht RICHTIG studiert hat mit allem was dazu gehört und b) nicht was ANDERES studiert hat.

grün kann nur verlieren
20
30.9.2009, 14:34
neid...

oder hama leicht nur ein bwl oder jus studium !?

Kahuna
00
30.9.2009, 13:07
Was heisst richtig studieren?

Bin selbst ein dekoriertes Produkt der "akademischen Freiheit", trotzdem finde ich, dass ein geregelter Stundenplan auch auf der Uni einfach effizienter ist. Das mit breiter Bildung ist doch ein Schmarrn, Fachtrotteln sind wir doch alle, manche haben halt ein bisschen mehr Interesse und Allgemeinbildung.

defaultuser
00
30.9.2009, 13:05

Abgesehen davon, dass es mir nicht klar ist aufgrund welcher Merkmale Sie einen "Fachtrottel" als solchen definieren, vor allem dann wenn Sie kaum etwas über diese Person wissen, wäre auch Ihre Definition von "RICHTIG" studieren interessant. Wie bereits im Artikel erwähnt hat dieser Mann ein reguläres Diplomstudium der Material- und Verarbeitungstechnik an der FH-OÖ absolviert. Weiters absolviert er gerade ein zweites Masterstudium (wahrscheinlich an der selben Lehranstalt). Abgesehen davon sind mir bis dato keine arbeitsmarkttechnischen Engpässe für spezialisierte Ingenieure im werkstofftechnischen Bereich bekannt. Ich bewundere Ihre hellseherischen Fähigkeiten welche einen Engpaß in 10 Jahren prognostizieren, ich könnte das nicht.

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