Bei Arbeitern konnte Volkspartei die Sozialdemokraten überholen - VP liegt bei WählerInnen unter 30 vorne - FP als Männerpartei
Wien - Die SPÖ ist die Pensionistenpartei schlechthin, Wähler unter 30
Jahren dagegen kann sie kaum erreichen - ganz anders als ÖVP und FPÖ. Die wahre
Arbeiterpartei in Oberösterreich ist - wenn auch
knapp vor den Sozialdemokraten - die ÖVP. Diese Schlüsse legen die
hochgerechneten Werte der Ergebnisse der Wahltagsbefragung von ISA/SORA im Auftrag des ORF nahe, die am Sonntagabend
veröffentlicht wurden.
Nur in zwei abgefragten Wählergruppen hat die SPÖ demnach die Nase vorn: bei
den Ab-60-Jährigen mit 47 Prozent (ÖVP 36 Prozent, FPÖ elf Prozent) bzw. bei den
Pensionisten allgemein mit 45 Prozent (ÖVP 37 Prozent, FPÖ zehn Prozent). Ganz
anders sieht es bei den Wählern bis 30 Jahre aus, hier stimmten 41 Prozent für
die ÖVP, 29 Prozent für die FPÖ, 15 Prozent für die Grünen und nur zwölf Prozent
für die SPÖ. Diese Gruppe ist allerdings recht klein. Bei der zahlenmäßig sehr
starken Altersgruppe 30 bis 59 Jahre liegt die ÖVP mit 51 Prozent überdeutlich
voran, die SPÖ weit abgeschlagen mit 22 Prozent immerhin auf Platz zwei, und
Grüne und FPÖ teilen sich den dritten Rang mit je elf Prozent.
Arbeiter wählten schwarz
Den Arbeitern gilt die SPÖ zumindest auf Landesebene nicht als erste Wahl: 35
Prozent von ihnen stimmten laut Wahltagsbefragung für die ÖVP, 34 Prozent für
die SPÖ. 26 Prozent der Arbeiter wählten FPÖ, die Grünen kamen in diesem Segment
auf fünf Prozent. Überdeutlich die starke Verankerung der ÖVP bei Angestellten,
wo sie 49 Prozent erzielte und SPÖ, Grüne (je 15 Prozent) sowie FPÖ (14 Prozent)
auf ähnlich bescheidenem Niveau verweilen. Um das Wahlverhalten von
Auszubildenden darzustellen, war die Fallzahl der Befragung nicht ausreichend.
Auch das Wahlverhalten nach Geschlechtern wurde erhoben und einmal mehr das
Bild von einer eher bei Männern reüssierenden FPÖ bestätigt: Sie erzielt bei den
Männern 21 Prozent, bei den Frauen nur neun Prozent und damit weniger als die
Grünen, die 14 Prozent der Wählerinnenschaft ansprachen. 47 Prozent der Frauen
stimmten für die ÖVP, 25 Prozent für die SPÖ. Auch bei den Männern hat die ÖVP
mit 43 Prozent den unangefochtenen Platz eins, gefolgt von SPÖ (27 Prozent), FPÖ
(21) und den Grünen mit nur sechs Prozent. (APA)