Landeshauptmann kündigt Sondierungsgespräche mit allen Parteien an - Pröll: "Fulminanter Erfolg" für Pühringer
Linz - "Ich triumphiere nicht", sagte der
oberösterreichische ÖVP-Landesparteiobmann Landeshauptmann Josef
Pühringer in einer ersten Reaktion auf das Ergebnis bei der Landtagswahl. Genugtuung sei aber da. Er sprach von einem
Wunschgewinn, den er nicht erwartet habe. "Ich habe ernsthaft mit leichten Verlusten gerechnet", sagte der
Landeshauptmann und verwies auf die starken Zugewinne der FPÖ in
Vorarlberg und den Umstand, dass mit dem BZÖ und den Christen zwei
neue Parteien in Oberösterreich kandidiert haben. Er sehe sich in
seiner These bestätigt, "dass Populismus nur für kurzfristige Gewinne
ein probates Mittel ist", spielte Pühringer auf die SPÖ an.
Sondierungsgespräche mit allen Parteien
Er werde aber nicht gegen andere vom Leder ziehen, sagte
Pühringer. "Auf Liegende tritt man nicht." Es stelle sich nun nicht
die Frage, mit wem man zusammenarbeite, sondern ob es überhaupt zu
einer Koalition komme. Die ÖVP werde in der kommenden Woche mit allen
Parteien Sondierungsgespräche führen, kündigte der Landesparteiobmann
an. Seine Ausgangssituation sei jedenfalls wesentlich günstiger als
vor sechs Jahren.
Josef Pröll: "Fulminanter Erfolg"
ÖVP-Obmann Josef Pröll hat Landeshauptmann Josef
Pühringer und der oberösterreichischen ÖVP zum
"fulminanten Erfolg" und zum "überwältigenden Ergebnis" gratuliert.
In Richtung SP-Oberösterreich und deren Chef Erich Haider meinte er: "Aus dem Ergebnis ist klar, wer Konfrontation und
Untergriffigkeit sät, wird Wahlniederlagen ernten." Pröll sieht den Bundeskurs der ÖVP bestätigt, und für die OÖ VP
sei "jedenfalls kein Gegenwind" vorhanden gewesen. Nach der
Nationalratswahl vor einem Jahr habe er die Bundespartei in einer
"schwierigen Zeit" übernommen und - auch gegen den Gegenwind in der
eigenen Partei - sich für eine Regierungsbeteiligung entschieden.
Dieser Kurs habe sich aus gezahlt, und zwar sowohl auf Bundesebene
als auch bei den Wahlen im vergangenen Jahr. Auswirkungen auf die Bundeskoalition mit der SPÖ ortete Pröll
nicht. "Man soll die Wahl da lassen, wo sie geschlagen wurde", sagte
er.
Fekter: Wähler wollten keine Experimente
Als stellvertretende ÖVP-Landesparteiobfrau
begründete Innenministerin Maria Fekter in der Presse-Wahlzentrale
des Landes im Linzer Landhaus das Ergebnis der oberösterreichischen
Landtagswahl damit, dass die Wähler keine Experimente gewollt hätten
und Landeshauptmann Josef Pühringer das Vertrauen geschenkt hätten.
Eine Prognose zum endgültigen Ergebnis wollte sie abgeben, sie wolle
die großen Städte abwarten.
Erwin Pröll: "Eindrucksvoller Erfolg"
Als "eindrucksvollen Erfolg für Landeshauptmann
Pühringer und die ÖVP Oberösterreich" bezeichnet Landeshauptmann Erwin Pröll das heutige Ergebnis bei der OÖ-Landtagswahl. "Das ist
eine ausgezeichnete Grundlage für die weitere partnerschaftliche
Zusammenarbeit zwischen Oberösterreich und Niederösterreich und zeigt
eines ganz klar: Wer für die Menschen hart und konsequent arbeitet,
bekommt auch von den Wählern das Vertrauen", so der Landeshauptmann.
Auch ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger hat sich am
Sonntag hoch erfreut über das Landtagswahlergebnis in Oberösterreich
gezeigt. Es sei "auf jeden Fall ein fulminanter Erfolg für Josef
Pühringer und sein Team", sagte er angesichts erster
Hochrechnungsdaten. Eine Bestätigung ortete Kaltenegger aber auch für Bundesparteichef
Josef Pröll. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, in der
Bundesregierung Verantwortung zu übernehmen.
Erfolg ein Jahr nach NR-Wahl
Vor genau einem Jahr hatte die ÖVP bei der Nationalratswahl nur den zweiten Platz erreicht. Die ÖVP kam auf 26 Prozent, die SPÖ auf 29,3 Prozent. (APA/red)