SPÖ

Haider stellt heute die Vertrauensfrage

27. September 2009, 18:10

Roter Landeschef sieht Verantwortung auf Landesebene - Faymann: "Niederlage ist nicht schönzureden" - Burgstaller: "Katastrophe für SPÖ"

Linz/Wien - Die Oberösterreich-Wahl war die achte Wahl mit Stimmverlusten für die Sozialdemokraten in Folge. Nach einem "bitteren" Verlust steht die SPÖ unter Schock und hat in Oberösterreich einen neuen Negativ-Rekord aufgestellt. Das Minus an Stimmenanteilen ist das größte, das die SPÖ in der Zweiten Republik jemals bei Landes- oder Bundeswahlen erlitten hat. In Oberösterreich ist es das schlechteste Ergebnis seit 1945. Vor einer Woche sackte die SPÖ in Vorarlberg erstmals bei einer Landtagswahl auf den vierten Platz ab.

Haider: Wahlverlust ist Landessache

SPÖ-Landesparteichef Erich Haider sprach am Wahlabend von einer "sehr, sehr schmerzlichen Wahlniederlage". Die SPÖ sei mit ihren Vorschlägen in Oberösterreich nicht durchgekommen. Er werde am Montag den Gremien die Vertrauensfrage stellen und schließt einen Rücktritt nicht aus.

Sowohl Erich Haider als auch der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter versuchten am Sonntag keinen Zusammenhang zwischen Bundes- und Landespolitik herzustellen. Anders die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller: "Das ist eine Katastrophe sowohl für die SPÖ Oberösterreich als auch für die Bundes-SPÖ."

Faymann: "Niederlage ist nicht schönzureden"

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat am Sonntag lediglich in knappen Worten auf die Wahlniederlage reagiert. "Eine Niederlage ist nicht schönzureden", sagte er in der "ZIB 1" des ORF. Respekt zollte er dem oberösterreichischen SP-Chef Erich Haider für seine Arbeit, aber auch für seine Reaktion auf die Wahlniederlage. Dass Haider darauf hingewiesen habe, dass es sich um eine Landtags- und nicht eine Nationalratswahl gehandelt habe, zeige Charakter. "Er ist ein hochanständiger Mensch, der hart gekämpft hat", so der Kanzler. Vor einer Woche hat die Vorarlberger SPÖ auch die Bundespartei für die Stimmenverluste mitverantwortlich gemacht.

Verluste "kein lokales Ereignis"

Bundesgeschäftsführer Kräuter gab zu, aufgrund der rund 1,1 Mio. Wahlberechtigten in Oberösterreich seien die Verluste der SPÖ "kein lokales Ereignis". Anders die SPÖ in Wien und dem Burgenland: Die Oberösterreich-Wahl und deren Ausgang seien ein "regionales Ergebnis", heißt es aus dem Burgendland. Der Wiener Landesgeschäftsführer Christian Deutsch sieht keinen Einfluss der Ergebnisse aus Oberösterreich und Vorarlberg auf die Wahl in Wien im nächsten Jahr. Neben Wien stehen 2010 die Landtage im Burgenland und der Steiermark zur Wahl. In diesen drei Ländern konnte die SPÖ - jedoch noch als Oppositionspartei unter schwarz-blau - die letzten Stimmenzuwächse bei einer Wahl verbuchen.

Wahlergebnis "saftige Drohung"

Das Wahlergebnis sei  eine "saftige Drohung, dass wir an den Inhalten unserer Politik etwas ändern müssen. Wir müssen die Frage, wofür die SPÖ steht, beantworten", so Burgstaller weiter. Eine Personaldiskussion würde die SPÖ nicht weiterbringen, warnte die SPÖ-Politikerin: "Das wäre nur ein Ablenkungsmanöver und verantwortungslos." Ähnlich argumentiert Kräuter: "Es hat überhaupt keinen Sinn, mit irgendwelchen Schnellschüssen zu reagieren." Vor einer 

Kräuter:  "Größter Respekt" vor Haider

Für Kräuter ist die Oberösterreich-Wahl eine "dramatische Niederlage" bei der es "nichts zu beschönigen" gebe. Er habe "größten Respekt" vor Haider, der sich der Vertrauensfrage stellen will. Die SPÖ müsse nun die Positionen der Partei "besser verdeutlichen", so Kräuter. Fehlende Positionen seien "nicht das Problem der SPÖ". Stattdessen gehe es darum, den Wählern Standpunkte, aber auch Kompromisse deutlich zu kommunizieren. "Wir schauen mutig nach vorne", gab sich Kräuter aber für kommende Wahlen zuversichtlich. Immerhin seien bei den Landtagswahlen in letzter Zeit stets die "Regierenden bestätigt" worden, und die nächsten Wahlen auf Landesebene würden in von der SPÖ dominierten Ländern wie Wien und der Steiermark stattfinden. (red/APA)

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h. meiler
00
28.9.2009, 12:59
Realitätsverlust bei Erich Haider

war eines seiner Markenzeichen. Hoffentlich bleibt ihm dieses Markenzeichen nicht und erkennt jetzt endlich dass er der falsche Mann am falschen Ort zur richtigen Zeit war....

Wasmichstört
01
28.9.2009, 10:51
Es werden bald noch die...

...Rudas-, Cap- und höchstwahrscheinlich Faymann-Frage gestellt werden...

T-Minus1
01
28.9.2009, 10:50
schlapp im Gestühl

solange es einen K.Flecker, F.Voves, M.Häupl, einen farblos süffisanten W.Faymann gibt, solange eine Handschlag-Politik jenseits jeglichen Handschlages suggeriert wird sollten sich die Spö nicht wundern.

wirklich unglaublich
01
28.9.2009, 10:45
aber wenn mensch ganz ehrlich ist, muss er zugeben:


damit die spö wiederum zu wahlsiegen kommt, müsste sie opposition gegen sich selbst betreiben, denn was da momentan abläuft, hat nicht einmal ansatzweise was mit dem begriff sozial zu tun, sondern stärkt maximal den neoliberalismus und die kapitalistische tasche einiger weniger.

andrerseits, wenn ich mir die protagonisten ansehe: ein faymann, eine bures, eine schmied - uijegerl, aber das sind die leute, die in der heutigen partie das sagen haben.....und somit, herr faymann, auch wenn sie und ihre bundesgefolgsleute voll zweckoptimismus das köpferl in den sand stecken, es nutzt nix, die wähler wissen genau, wen sie abstrafen wollen, und das hat auch mit ihnen zu tun, ob sie's glauben oder nicht.......

-_-
02
28.9.2009, 10:38
welche Frage gilt es da zu stellen?

die Antwort ist klar: Rücktritt und kompletter Rückzug aus der OÖ SPÖ, aber vermutlich wird er weiter wurschteln, denn was soll er den sonst machen....

skip it
00
28.9.2009, 10:32
vertrauensfrage?...

...da stellt sich eher die faymann-frage.

Das Wort
04
28.9.2009, 10:28
Faymann ist eindeutig der bessere Verlierer - sowas Desaströses hat Gusi nicht erbracht!

Mein Problem mit Politikern ist, ich erkenne deutlich deren Gesinnung ohne Gemeinschaftsinteresse - nur der eigene Vorteil mit der Parteihaberei zählt.

Langfristige Konzepte die Bankster und Chefs an das Wirken zum Nutzen aller zwingt, gibt es nicht.

Eine Betriebsform die gegen ehrliche Kalkulation Schutz vor Pleiten bietet, oder saubere Kontrolle aller Ämter auf wirtschaftlichste Leistung fehlt bewußt.

Kein Wunder daß sich der Dünnschiß dort sammelt, wo Korruption vor Sanktionen schützt.

Ein Mafiasystem ist es - auf lange Sicht für Ehriliche nicht erstrebenswert, wie man an den Krisen sieht - kein Wunder das Unehrlichkeit angestrebt wird.

Von immer mehr Menschen und mit Widerwillen von unehrlicher Politik gezwungen.

So schauts aus!

wirklich unglaublich
00
28.9.2009, 10:47
aber für ihre geniale überschrift einfach grün :-)))))

Gerhard Schwarz
 
10
28.9.2009, 10:22

Wer Barroso unterstützt, darf nicht erwarten als Roter gewählt zu werden.

skip it
20
28.9.2009, 10:36
geht's noch bloeder?...

...und wenn der haeupl wieder einmal die fahrscheinpreise raufschnalzt, waehlen's bei der eu-wahl dann die gruenen oder die braunen, oder wie?

bei extremlogikern ihres kalibers stellt sich dann die frage, wozu's ueberhaupt so viele wahlen gibt? und was des kostet!

einmal ein stempel ins wahlregister, am besten bei der geburt, und die g'schicht ist erledigt. und ein haufen geld derspart!

Bissiger Wachhund
00
28.9.2009, 10:22
Bei so einem Ergebnis sollte

man nicht erst die Vertrauensfrage stellen sondern sofort zurücktreten !

Aux Armes Citoyens!
01
28.9.2009, 10:20
viele altsozis sind frustriert von

der entfremdung der spö zu ihrer basis und wählen fremd.
und die jungen, die dank der spö mit 16 wählen dürfen (welch ein wahnsinn!!!) wählen emotional und gegen die, mit denen sie die meisten probleme haben (diese "guggstdublödodawas, ich weiß wo dein haus wohnt, ey!"-rotznasen) und bedanken sich für das wahlrecht mit einer stimme für blau. was sonst...

und gleichzeitig verspielt die spö das vertrauen der wähler: kuschelkurs mit övp, keine klare richtlinie zum thema ausländer, kein vorwärts in der bildungspolitik, rückwärtsgang bei der gesundheit, und vor allem:
watschengsichter wie haider, gusi, cap, darabos, protektionskinder wie faymann, leisetreter wie stöger und schmied...
mahlzeit spö!

Bulldog
03
28.9.2009, 10:20
Hurra, wir haben Platz 2 gehalten...

Wozu soll man auch eine Partei wählen, die der Fußabstreifer der ÖVP ist.
Wenn man für die ÖVP ist, dann wählt man auch ÖVP, wenn man gegen die ÖVP ist wählt man sicher nicht SPÖ - ist ja sinnlos.
Wenn die Bundespartei so weiter macht wird es das zukünftige Ziel sein nicht auf Platz 3 zu rutschen...

Michael Jack Dundee
 
00
28.9.2009, 12:58
gerade Plätze bei den Landtagswahlen September 2009 für die SPÖ

Vorarlberg: 4. Platz
Oberösterreich: 2. Platz

Bulldog
00
28.9.2009, 22:10
6.Platz

Na ja - bis zum 6.Platz muß Faymann&Co noch ein Bisserl weiterwurschteln. Schaffen sie aber sicher - wenn man sie weiterwurschteln läßt.

Motto: Oh Herr und Meister, hochwürdige Industriellenvereinigung, in welches Loch darf dein nichtswürdiger aber dennoch hochdotierter Diener heute kriechen... Leck... Leck.....

Diego: Das alte Lager
 
02
28.9.2009, 10:14
Hehehe

Faymann:
In Vorarlberg war die vorarlberger SPÖ schuld.
In Oberösterreich war die oö SPÖ schuld.

...und bei der EU Wahl war DIE EU SCHULD!

Gerhard Schwarz
 
03
28.9.2009, 10:21

Faymann ist nicht die Ursache, sondern das Ergebnis sozialdemokratischer Inhaltslosigkeit. Weltanschauliche Profilierung statt Verwaltungspragmatismus ist die SP-Perspektive, will sie nicht untergehen.

Bio-Mechaniker
04
28.9.2009, 10:13
Etliche Leute spüren es halt,

dass das Einkommen real schmilzt, dass junge Leute und Menschen ab 45 J. am Arbeitsmarkt schlechte Karten haben. Und diejenigen, die arbeitslos sind, spüren, dass ihnen niemand hilft.
Nur die Grandseigneurs der SPÖ spüren nicht, was diese Menschen bräuchten. Daher darf man sich bei der SP nicht wundern, dass die WählerInnen davonrennen.

Gerhard Schwarz
 
04
28.9.2009, 10:03

Werner Faymann sprach die gefährliche parteischädigende Drohung aus, die bisherige politische Linie des Ministrantentums für die ÖVP beizubehalten. Zum Verzweifeln.

kakaniengeist
05
28.9.2009, 10:08
ich glaube, der werner hat vom gusi bei der *hofübergabe* auch das spielzeugmodell *schwoazzes u-boot* übernommen!

mich würde nur interessieren, wie viel er, der werner, von der industriellenvereinigung gesponsert bekommt.

die övp braucht, seit gusi, keinen kanzler mehr. ihre *besten* leute sind mittlerweile in der spö beheimatet.

Milchbar
04
28.9.2009, 09:55
interessant ist,

dass E. Haider gegen gusenbauer opponiert hat. dass er sich dabei für faymann stark machte, war nicht unbedingt klug, wie man jetzt sieht.

Hans Müller1
 
20
28.9.2009, 10:16
Warum?

Hans Müller1
 
23
28.9.2009, 09:49
Hey Leute, lebt ihr alle in einem Paralleluniversum?

Das Problem der SPÖ ist nicht dass sie zuwenig links ist!
Sind denn die Wähler etwa zu einer Links-Partei abgewandert? Nicht wirklich, oder?

War Erich Haider ein angepasster Karrierist? Wohl auch nicht. Linkspopulistischer als Erich Haider gehts wohl kaum mehr

Die Reaktion der Poster scheint zeigt wo das Problem der SPÖ liegt. Der Nachwuchs wir ausschließlich auf Basis einer Ideologie aus dem vor-vorigen Jahrhundert großgezogen; dieses Personal hat dann aber später keinerlei Antworten auf die Probleme der heutigen Zeit

the lawyer
00
28.9.2009, 10:16

Tschuldigung, aber Straches FPÖ ist eine natioalistische, extrem ausländerfeindliche Links-Partei, wie bereits vor Wochen ein Poster hier treffend geschrieben hat. Und die Parallelen zu den SPD Verlusten in DE (an die LINKE) sind wirklich frappant.

Ergo leben wohl eher Sie in einem Paralleluniversum...

Hans Müller1
 
11
28.9.2009, 11:15
Ich weiß dass es sehr viele parallelen zwischen FPÖ und SPÖ gibt,

aber gerade das wird ja üblicherweise vehement bestritten. Die Linke tut ja gerade immer so als sei sie das gerade Gegenteil der FPÖ zzzz

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