Schulterschluss zwischen Gaddafi und Chavez - Erster Gipfel fand vor drei Jahren in Abuja statt
Porlamar - Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi hat
sich für die Gründung eines Gegengewichts zur NATO ausgesprochen.
Afrika und Lateinamerika müssten eine "NATO des Südens" gründen,
sagte Gaddafi am Samstag (Ortszeit) zum Auftakt des zweiten
Lateinamerika-Afrika-Gipfels in Porlamar in Venezuela.
Während Nordamerika in allen Bereichen mit Europa verbunden sei,
klaffe zwischen den Kontinenten im Südatlantik ein Loch, sagte
Gaddafi. Als Zeitpunkt für die Gründung einer strategischen
Militärallianz als Gegengewicht zur NATO sei das Jahr 2011
realistisch. Die "NATO des Südens" solle jedoch "keine
kriegshetzerische Aktion sein", sagte Libyens Revolutionsführer.
Neues globales Gleichgewicht
Gaddafi hatte kurz zuvor gemeinsam mit Venezuelas Präsident Hugo
Chávez den zweitägigen Gipfel auf der Insel Margarita eröffnet. Dabei
sprachen beide von einem "neuen globalen Gleichgewicht", das künftig
auch Lateinamerika und Afrika als Akteure mit einschließe. Das 21.
Jahrhundert sei "multipolar", keiner werde mehr von einer bipolaren
Welt sprechen, sagte Chávez.
Bei dem Treffen, zu dem 30 Staats- und Regierungschefs beider
Regionen gereist waren, sollen unter anderem Abkommen zu Gesundheit,
Tourismus und Energie unterzeichnet werden. Der erste Gipfel hatte
vor drei Jahren im nigerianischen Abuja stattgefunden. (APA)