Strache spricht von "Scheiß-Österreichern", "Türkenproblem" und will "Sozialschmarotzern den Garaus machen"
Linz - Mit den üblichen derben Hetzreden hat die FPÖ ihren Wahlkampf in Oberösterreich
Freitagabend im Bierzelt auf dem Urfahraner Jahrmarktgelände abgeschlossen.
Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und Spitzenkandidat Manfred
Haimbuchner schimpften wenig überraschend auf die politische Konkurrenz sowie Kriminelle,
Ausländer und "Sozialschmarotzer". Bei den Wahlhelfern,
die Kappen mit der Aufschrift "HC mach mir ein Kind, dass nicht alle von die
Ausländer sind" verteilt hatten, handelte es sich laut FPÖ um eine "Störaktion".
"Mit denen wollen wir abfahren"
Strache versprach, wenn er etwas zu sagen hätte, die Abschiebung von
Kriminellen, "Asylmissbrauchern" und Drogendealern. Ihm sei es gleichgültig, was
für eine Hauptfarbe jemand habe, aber "mit denen wollen wir abfahren, mit diesen
Verbrechern", so Strache in seiner fast einstündigen Rede.
Strache, "Scheiß-Österreicher"
Straches Anti-Ausländer-Parolen konzentrierten sich hauptsächlich auf
Attacken gegen Türken. Er meinte sogar, es gebe kein "Ausländerproblem", sondern
ein "Türkenproblem". Er ortete Rassismus gegen Österreicher. Im gebrochenem
Deutsch hörte sich das aus Straches Mund so an: "Was gucken du so blöd, du
wollen Watschen mit Fuß, du Scheiß-Österreicher". Den "türkischen Brüdern" mit
dem Taschenmesser zeige er die "Tür hinaus", so der FP-Chef.
"Gebt mir zehn Jahre Zeit"
Mit Blick auf die starke Zustimmung von Jugendlichen für die FPÖ meinte
Strache: "Wer die Jugend auf seiner Seite hat, dem gehört die Zukunft. Gebt mir
zehn Jahre und wir werden die stärkste Partei." Denn es sei nicht "gottgegeben",
dass ÖVP und SPÖ den ersten und zweiten Platz haben. Auch die Vorarlberg-Wahl
habe gezeigt: "Wir sind zurück." Sein Ziel sei es, dass SPÖ und ÖVP nicht einmal
mehr zusammen 50 Prozent schaffen. In Anspielung auf das Gewicht von ÖVP-Chef
Josef Pröll meinte er, dieser würde "Frustspeck" anlegen, wenn die Umfragen nach
unten gehen.
"Sozialschmarotzern den Garaus machen"
Auch gegen Langzeitarbeitslose und Häftlinge hatte Strache Pläne parat.
"Sozialschmarotzern" wolle er den "Garaus" machen und für "Häfnbrüder" in den
"Luxuswellnesshäfn" würde es unter ihm nur "Wasser, Brot und Arbeit" geben.
Namen sind Schall und Rauch
Einer durfte natürlich auch nicht fehlen - nämlich "Haimburger". So kündigte
der Frontman der Band den Spitzenkandidat der oberösterreichischen Landtagswahl
an. Gemeint hat er wohl Manfred Haimbuchner. Gleichzeitig mit dem Einzug der
Promis ins Bierzelt demonstrierten vor dem Jahrmarktgelände rund zweihundert Menschen
gegen Faschismus. Ein massives Polizeiaufgebot mit über hundert Mann hielt die FPÖ-Fans auf Distanz.
Haimbuchner fürchtet sich vor "Überfremdung"
Haimbuchner zeigte im Bierzelt, dass er seinem Parteiführer nicht nachsteht und
bekam dafür von den Anhängern lauten Applaus. Er sprach mehrmals von "Überfremdung"
und ansteigender Kriminalität. Sobald er auf Ausländer schimpfte, tobte die Menge, kein Halten mehr kannten sie bei
seiner Forderung: "Die Familie Zogaj gehört abgeschoben."
"Das Wahlrecht muss ein Staatsbürgerrecht bleiben", so Haimbuchner weiter.
Auch die SPÖ wurde attackiert: Diese sollte nämlich Deutsch lernen statt auf
Türkisch zu inserieren. Am Grünen-Spitzenkandidaten Rudi Anschober ließ er
ebenfalls kein gutes Haar. "Er hat noch keinen einzigen Arbeitsplatz geschaffen
in diesem Land, bis auf seinen eigenen." (APA)