Schwarz-Grün auf dem Prüfstand

25. September 2009, 18:04

In Oberösterreich wird auch über Koalitionsvarianten in diesem Land entschieden

In der Endphase wurde der Wahlkampf in Oberösterreich doch noch spannend: Ein - vorsichtig ausgedrückt - ungewöhnliches Finanzgeschäft des Landes sorgt kurz vor dem Urnengang für Aufregung. Durch ein Geschäft mit einem ungarischen Finanzdienstleister geriet die Partei des Landeshauptmanns, die ÖVP, in ein schiefes Licht. Die Vorwürfe der SPÖ, dass 140 Millionen Euro Landesgeld für Spekulationen herangezogen wurden und es sich um dubiose Praktiken handelt, sind nicht bewiesen, bringen aber Bewegung in den Wahlkampf. Immerhin zehn Prozent der rund eine Million Wahlberechtigten waren kurz vor dem Urnengang noch unentschlossen.

Dass dann die Unterlagen zu der Causa am Donnerstagabend für gestohlen erklärt und Freitagfrüh überraschenderweise auf dem Schreibtisch des Landesfinanzdirektors wiederauftauchten, wirft Fragen auf. Ob Landeshauptmann Josef Pühringer tatsächlich nichts von der Sache gewusst hat, wird auch erst nach der Wahl geklärt werden können. Ob es bei dem Geschäft mit rechten Dingen zugegangen ist, werden die Finanzmarktaufsicht und der Rechnungshof zu klären haben.

An der erwarteten Reihenfolge, ÖVP vor SPÖ, werden auch die im Raum stehenden Vorwürfe nichts ändern. Dadurch gab es zumindest ein Thema im Wahlkampffinish. Ansonsten haben Parteien und Spitzenkandidaten in diesem Wahlkampf kaum versucht, mit Themen zu punkten. Alle Parteien beklagten sich über den schlechten Stil der Mitbewerber - und trugen selbst dazu bei. So wurde der SPÖ auf einem Flugblatt unterstellt, dass sie ein Wahlrecht für alle Ausländer wolle. Ein Impressum fehlte, schließlich wurde die ÖVP als Urheber ermittelt. Aber auch SPÖ- und FPÖ-Kandidaten geizten nicht mit verbalen Untergriffen. Dass diese Formen von Dirty Campaigning in einem Landtagswahlkampf so häufig vorkamen, war ein Novum in Österreich.

Überraschend dagegen war, dass die erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene kaum ein Thema im Wahlkampf bildete. Die ÖVP behielt sich die Option für ein Bündnis auch mit der FPÖ offen, die Grünen ob der Enns waren peinlich darauf bedacht, nicht allzu sehr in die Nähe des Koalitionspartners gerückt zu werden. Die oberösterreichischen Grünen unter Rudolf Anschober, die im Vergleich zu den Parteifreunden in Wien bürgerlich wirken und agieren, hatten Schwierigkeiten, deutlich zu machen, worin ihr eigener Kurs und ihre Leistungen in der geräuschlos funktionierenden Landesregierung bestand. Dabei haben sie durchaus gute Sachpolitik geleistet. Aber ob das von den Wählern honoriert wird, ist eine der zentralen Fragen an diesem Wahlsonntag.

Für die Grünen in ganz Österreich geht es bei diesem Urnengang um sehr viel: Zwei Drittel der Grün-Wähler in Österreich nennen eine mögliche Regierungsbeteiligung als Wahlmotiv. Schaffen sie den Einzug in Oberösterreich nicht mehr, dann fallen die Grünen im aktiven politischen Geschehen wieder um eine Stufe zurück. Deshalb ist es erstaunlich, wie wenig sich die grüne Parteispitze in diesem Wahlkampf engagiert hat.

Auf Bundesebene nicht registriert wurde, wie stark sich Heinz-Christian Strache im oberösterreichischen Wahlkampf eingeschaltet hat. Er besuchte selbst kleine Landgemeinden, trat sogar in Wildparks auf. Die Ausgangslage für die FPÖist angesichts des Absturzes auf 8,4 Prozent bei der vergangenen Wahl diesmal gut, dieses Ergebnis lässt sich leicht übertreffen.

In Oberösterreich geht es nicht nur um die Hackordnung in der Bundesregierung, sondern auch für die Oppositionsparteien um viel. Es geht auch darum, welche politischen Koalitionen in diesem Lande möglich sind. (Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD, Printausgabe, 25.9.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 51
1 2
With Fear I Kiss The Burning Darkness
01
27.9.2009, 11:28
im Dirty Campaining ist die Linzer övp das Maß aller Dinge,

die haben zu 100% nur negativ plakatiert, einfach abscheulich diese Brüder...

a las barricadas
20
27.9.2009, 09:07
herzig

wie der standard immer vor den wahlen - kärnten, salzburg, vorarlberg - seine meinungsgeschütze gegen schwarz in stellung bringt und dann hernach ganz baff ist, wenn rot - grün bei der wahl in den kaas eini beißen.

Rosemarie Brandstötter
 
01
27.9.2009, 08:08

Zusätzlich zu einem ordentlichen Programm braucht eine Partei an der Spitze eine Gallionsfigur, die ankommt. Haider ist das Gegenteil!

systemfehler1
21
27.9.2009, 06:10
Die oberösterreischischen Grünen werden derzeit von der EU bobachtet:

Sie krümmen sich etwas zu viel um die "dunkle Materie" der ÖVP.

Cape Of Green Hope
00
26.9.2009, 22:44
zu ... welche politischen Koalitionen in diesem Lande möglich sin

na, ich glaube, das wissen wir schon

systemfehler1
00
27.9.2009, 06:29
Vergesslichkeit paart sich mit Dummheit und Sturheit.

Und alle haben Mundgeruch.

Warpsignatur
124
26.9.2009, 16:32

da wird den bobos in der st.-redaktion ganz warm ums herz, beim gedanken an ihr lieblingsprojekt, der schwarz-grünen koalition. man stelle sich übrigens vor, das "ungewöhnliche Finanzgeschäft" wäre von der spö zu verantworten und nicht von der övp. da wäre den heuchlern des schmierig-rosa schundblattes wieder das messer in der hose aufgegangen...

Q.E.D.1
01
27.9.2009, 09:12
Also Sie machen die ÖVP ....

für die personellen und strukturellen Schwächen der
SPÖ verantwortlich. Und den Standard, wenn er diese Schwächen dikutiert und kommentiert. Damit müssen Sie leben, denn wir sind in Ö. und nicht in Kuba oder N-Korea.

Warpsignatur
00
28.9.2009, 11:39

ich mache lediglich den st. dafür verantwortlich, sich einen sozial-liberalen anstrich zu geben, der in der realität jedoch einer ausgeprägten övp-lastigkeit weicht. es wird jede gelegenheit genutzt, um der spö ans bein zu pinkeln und wenn es ein besuch von faymann im pensionisstenheim ist, während gegenüber der övp noble zurückhaltung herrscht. um dann doch noch ein bisserl fortschrittlich zu wirken, favorisiert man regelmäßig koalitionen mit den konservativen grünen. wir haben in ö schon ausreichend konservative medien, warum sich der st. da unbedingt einordnen will. ist mir unklar...

Bippi
45
26.9.2009, 20:36

Wieso postest du im Forum eines "schmierig-rosa Schundblattes", wenn es dich derartig anwidert?
Willst halt einfach ein bisserl destruktiv sein?

Übrigens: Ein bisserl Sport oder guter Sex hilft möglicherweise, derartige Verspannungen, wie du sie an den Tag legst, abzulegen.

Warpsignatur
52
26.9.2009, 23:57

wir sind noch lange nicht "per du", bippilein...
treffender nick, übrigens

Bippi
11
27.9.2009, 00:05

Na, wenn'S derartig viel Wert auf ein "Sie" legen... Dann kann ich Ihnen auch nicht helfen...

Warpsignatur
32
27.9.2009, 00:09

pinkelns doch wen anderen an. und wenn sie nicht erkennen können, wie nahe der st. in den letzten monaten an die övp gerückt ist, kann ich nichts dafür...

Bippi
02
27.9.2009, 08:42

Doch, hab ich. Hat aber nichts mit Ihrem ursprünglichen Posting zu tun.

Bippi
24
26.9.2009, 20:08

Sind Sie dumpfer FPÖ-Kampfposter oder gelangweilter Stänkerer?

systemfehler1
22
27.9.2009, 06:09
Die Oberdummheuit schlechthin:

Alle, die gegen Grün und ihre selbstgerechte Art des Besserwissens sind, sind automatisch Rechte.

Arm.

Bippi
12
27.9.2009, 08:40

Wenn es sachliche Kritik wäre, wärs ja wünschenswert; Es geht vielmehr darum, dass Niemandem damit gedient ist, wenn sich Poster in ein von ihnen verhasstes Forum begeben, um dort herumzuflegeln.
Das hat nicht zwangsläufig etwas mit automatisch Rechts zu tun, aber erfahrungsgemäß (nach ein paar Postings) gehts halt oft in diese Richtung.

systemfehler1
00
27.9.2009, 10:10
Sachliche Kritik wird meist unkommentiert rot bewertet.

Es bringt allerdings wenig, sich einzubilden, dass man nur Selbstbeweihrächerer in Foren posten lassen soll.
Das ist schon in Foren in denen es um Bildung und Lehrer geht nervig.

Gibril
 
13
26.9.2009, 15:44

Der folgende unsachliche Kommentar tut mir leid:
Die Frau Chefredakteurin schriebt meistens einen solchen Schwachsinn zusammen.
Das ist doch keine Abstimmung über eine Koalition!
Konzentrationsregierung, Hallo?
Offenbar verfolgt Föderl-Schmid bei ihren Kommentaren jene Guidelines, die sich sich (laut ihren Statements im Club2) für ein öffentlich-rechtliches Medium vorstellt: weil unterhaltsam ist das wahrlich nicht.

Bippi
01
26.9.2009, 20:09

Klingt Arbeitsübereinkommen besser?

spoiled ballot
12
26.9.2009, 10:28
bei den schwächelnden großparteien

ist eine grüne regierungsbeteiligung auf bundesebene auf lange sicht undenkbar.

die oö-wahl wird nur die koalitionsmöglichkeiten für oö entscheiden.

genau so wenig wie das schwarze nein zur fpö in vorarlberg bundespolitisch irgendeine auswirkung hat, denn hätte die övp die fpö gebraucht, hätte es sicher verhandlungen gegeben.

byron sully
12
26.9.2009, 13:53
es schwächeln nicht nur die beiden großparteien,

sondern auch die grünen. in einer situation, in der viele leute von rot & schwarz gnug haben UND die parlamentarische opposition bis auf die grünen sonst nur aus rechtsradikalen parteien besteht, müßten die grünen eigentlich längst bei 20% liegen (wäre z.b. in deutschland locker der fall, wenn der bundestag nur aus cdu, spd, npd, dvu und grünen bestünde).

Josef A.
15
26.9.2009, 09:21
Schwarz/Grün wird sich nicht ausgehen.

Da die Blauen leider Dritter werden und die Grünen nur um 9 - 10 Prozent bekommen werden, werden sie keinen Landesrat stellen. Somit wird sich die ÖVP einen anderen Partner suchen.
In Oberösterreich werden wir nach der Wahl wieder Schwarz/BLau bekommen.
Der Pühringer hat kein Problem mit den freiheitlichen Hetzern.
Von 1997 - 2003 gab es ja schon eine schwarz/blaue Zusammenarbeit in OÖ.

Toni Meister
00
26.9.2009, 08:51
Die wahre Einschätzung der Grünen aus der Sicht der ÖVP

" Glawischnig, die " wunderschöne Marxistin " (Originalton Dr. Andreas Khol, ÖVP) ".

Sortini
04
27.9.2009, 02:04
Dieses Zitat zeigt lediglich,

wie da3mlich Andreas Kohl ist, denn von der glawi hab ich noch nichts Marxistisches gehört...

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