Korruptionsaffäre bei PP zieht weitere Kreise

14. Oktober 2009, 19:24
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Generalsekretär der konservativen Volkspartei in der Region Valencia abgesetzt

Madrid - Die Korruptionsaffäre bei der konservativen Volkspartei (PP) Spaniens ist um ein prominentes Opfer reicher. Der PP-Generalsekretär in der Region Valencia, Ricardo Costa, wurde am Mittwoch auf Anordnung der Parteiführung in Madrid bis auf weiteres abgesetzt. Der 37-Jährige steht nach Presseberichten im Verdacht, Schmiergelder angenommen zu haben, darunter etwa eine 25.000 Euro teure Armbanduhr und einen Luxuswagen. Costa, der bisher auch Fraktionschef der PP im Regionalparlament Valencias war, bestritt die Vorwürfe.

Valencias Ministerpräsident Francisco Camps hatte sich zunächst geweigert, seinen PP-Stellvertreter Costa zu entlassen. Er handelte erst auf Druck aus Madrid. Auch Camps war mit der Affäre in Verbindung gebracht worden. Er habe teure Maßanzüge als Geschenk angenommen, hieß es. Die Ermittlungen gegen ihn waren aber eingestellt worden.

Bestechung

Der Skandal war im Februar aufgedeckt worden. Die Schlüsselfigur ist der seither inhaftierte Unternehmer Francisco Correa. Dieser soll über ein weit gespanntes Firmengeflecht PP-Amtsträger bestochen und im Gegenzug lukrative öffentliche Aufträge in PP-regierten Gemeinden wie Madrid und Valencia erhalten haben. Auch illegale Spenden sollen an die Partei geflossen sein. Gegen rund 70 Verdächtige wird ermittelt, darunter auch mehrere PP-Funktionäre. Einige von ihnen sind bereits aus der Partei ausgeschlossen worden.

In einem anderen Korruptionsfall laufen Ermittlungen gegen den früheren Ministerpräsidenten der Balearen-Inseln, Jaume Matas. Der PP-Politiker wurde am Mittwoch unter dem Verdacht der illegalen Bereicherung als Beschuldigter von einem Gericht in Palma vorgeladen. Im Mittelpunkt des Skandals steht der Bau eines Velodroms auf Mallorca. Die sogenannte Palma Arena kostete rund 100 Millionen Euro und damit doppelt so viel wie zunächst veranschlagt. Untersucht wird, ob bei dem Bau illegale Provisionen geflossen sind. Matas hatte sich unter anderem eine auf 2,5 Millionen Euro taxierte Wohnung in einem alten Palazzo im Zentrum Palmas gekauft. (APA)

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