Wenn Babys drohende Gefahren erkennen

26. September 2009, 18:03

Mit der zunehmenden motorischen Entwicklung wachsen auch die Nervenbahnen, um Gefahren zu erkennen

Trondheim - Beginnen Säuglinge erst mit dem Krabbeln, wenn sie in der Lage sind, drohende Gefahren zu erkennen? Oder entwickeln sie die Fähigkeit, drohende Gefahren zu erkennen, weil sie mobiler werden? Je stärker sich der Bewegungsdrang bei Babys entwickelt, umso besser lernen sie zu erkennen, ob und wann ein Gegenstand sich direkt auf sie zubewegt. Dies haben die Forscher Laut Ruud van der Weel und Audrey van der Meer von der norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie in Trondheim untersucht und ihre Ergebnisse in der Online-Ausgabe des Springer-Fachjournals "Naturwissenschaften" veröffentlicht.

Bewegt sich ein Gegenstand direkt auf einen Menschen zu, wird auf der Retina ein expandierendes Bild erzeugt, das nicht nur Informationen darüber vermittelt, dass sich ein Objekt nähert, sondern auch wie drohend die Gefahr ist. Beim Erwachsenen werden durch Stimuli, die drohende Gefahren anzeigen, Wellen neuronaler Aktivität in der Sehrinde hervorgerufen. Die Autoren untersuchten, wie und wo Informationen über bevorstehende Kollisionen im Gehirn des Babys verarbeitet werden.

Tests

Bei ihren Untersuchungen setzten die Wissenschaftler die Elektroenzephalographie (EEG) mit hoher Dichte ein, um die Gehirnaktivitäten bei 18 fünf bis elf Monate alten Babys zu messen. Als Stimulus für die herannahende Gefahr verwendeten sie einen mehrfarbigen Punkt, der sich dem Baby mit drei unterschiedlichen Geschwindigkeiten näherte. Darüber hinaus zeichneten die Wissenschaftler die Blickrichtung beider Augen auf.

Ergebnisse

Eine Aktivität in der Sehrinde konnten die Forscher bei allen untersuchten Altersstufen feststellen, wie auch äußere Reaktionen deutlich waren. "Schon kleine Babys blinzelten, pressten die Köpfe zurück oder begannen sogar zu weinen, wobei in diesen Fällen der Versuch natürlich unterbrochen wurde", so van der Weel. Dennoch zeigten sich deutliche Unterschiede nach den Lebensmonaten. "Mit fünf Monaten zeigten die Sehrinden der Babys auf alle Geschwindigkeit des Näherkommens die stärkste Abwehrreaktion, und brauchen dafür länger. Je älter sie sind, desto besser und schneller können sie die Gefahr differenzieren." Schließen könne man auf die Weiterentwicklung neuronaler Netze, die drohende Kollisionen detailliert registrieren lassen. Dieser Vorgang geschieht im Alter von rund acht Monaten, da die Forscher im Gehirn dieser Babys ein Zwischenstadium feststellen konnten.

"Gefahrenerkennung beginnt mit dem Krabbeln", so die Vermutung des norwegischen Forschers. Kinder brauchten diese Fähigkeit somit erst dann, wenn sie ihre Fortbewegung aktiv kontrollieren können. Für die Erziehung bedeute diese Erkenntnis, dass man auf spielerische Weise Babys schon früh mit Bewegungsreizen auseinandersetzen sollte, da dies die Ausbildung neuronaler Netzwerke fördere. "Aus Versuchen mit Ratten weiß man, dass die Tiere weitaus schneller bestimmte Gehirnstrukturen entwickeln, wenn sie nach der Geburt in einem Umfeld voller Stimulationen leben, als wenn man sie in einen Käfig einsperrt", berichtet van der Weel. (pte/red)

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14 Postings
DD1981
00
28.9.2009, 11:08

Es geht in dem Artikel nicht darum eine Gesamtsituation einzuschätzen sondern um direkte Gefahren zu erkennen.

Ein Baby können Sie auf die Straße legen und es wird nichts tun wenn ein Auto sich ihm nähert. Weder schreien noch blinzeln noch sonst was. Keine Reaktion.

Ein Kleinkind das krabbeln kann, erkennt die Gefahr und beginnt eben zu blinzeln, zu schreien oder vielleicht sogar auf die Seite zu krabbeln. Eine Reaktion.

Darum geht es und nicht darum das ein 6 monatiges Kleinkind weiss das ein Auto gefährlich ist.

Chakotay
52
26.9.2009, 19:34

...trotzdem hindert das nicht Kinder bis 3 daran dass sie wild auf die Straße rennen.

A Voice
00
30.9.2009, 11:15
Das ist auch eine andere Ebene

Zu wissen, daß ein Bereich Verkehrsfläche ist, daß dort Autos fahren, daß die schneller sind als die sonst in der Natur vorgesehenen Wesen und dafür schlechter reagieren können ist was anderes, als zu erkennen daß jetzt gerade etwas (zu) schnell auf mich zukommt

friedrich wilhelm voigt
00
27.9.2009, 19:07

jo, oder direkt in hindernisse, auf die sie sehenderweise geradeaus zulaufen oder -fahren, ohne ausweichversuch hineinzuknallen. das fasziniert mich ja am meisten.

A Voice
00
30.9.2009, 11:13
???

Hab ich noch nie beobachtet. Wegsehenderweise, das ja. Aber sehenderweise?

friedrich wilhelm voigt
00
30.9.2009, 13:17

ja, hab ich schon öfter gesehen. vor allem, wenn sie auf rollern oder sowas unterwegs sind. die lachen einen an und fahren direkt in einen rein :) vielleicht ist es ja absicht...

ich glaub, die verlassen sich halt drauf, daß der andere eh ausweicht, weils ja meistens so ist.

A Voice
00
1.10.2009, 10:10
am letzten

Satz wird's dann wohl liegen ;-)
Dh aber auch, daß sie nicht sehenden Auges in eine Wand fahren, oder?

friedrich wilhelm voigt
00
1.10.2009, 10:43

hätt ich zumindest noch nicht beobachtet... andererseits merk ich so eine kinderkollision ja normalerweise nur, wenn ich involviert bin.

PyroTFD
00
27.9.2009, 09:42

ohne zu schauen rennen auch viele Erwachsene auf die Straße - also was soll die Aussage sein?

Chakotay
00
28.9.2009, 15:11
Ich meinte dass sie trotz dieser Funktion in jungen jahren stark Selbstmordgefährdet sind!

mayall
00
27.9.2009, 11:43
Auch

Hunde und Katzen rennen, ohne zu schauen, über die Straße.

Subversive Revolte
01
27.9.2009, 00:58

ja, noch schlimmer. Es hindert ignorante, erwachsene fahrer auch nicht daran, auf einer mit 30Kmh beschränkten Wohnstrasse mit 60 durchzurasen.

mitrovic dejan
00
27.9.2009, 00:34
Viefiel haben sie von denen auf "Gewisen"

Chakotay
00
26.9.2009, 19:33

Trotzdem hindert das Kinder bis 3 nicht daran dass sie wild auf die Straße rennen.

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