Wifo/IHS erhöhen Prognose

Wirtschaft wächst seit Sommer wieder

25. September 2009, 18:59
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    Bernhard Felderer (l.) und Karl Aiginger schließen einen Rückschlag praktisch aus.

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Der Privatkonsum unterstützt die Konjunktur, am Arbeitsmarkt ist keine Besserung in Sicht

Wien - Die heimische Wirtschaft hat nach Ansicht der Experten von Wifo und IHS die Talsohle erreicht und ist auf einen langsamen, fragilen Wachstumpfad eingeschwenkt. Es gebe einen leichten Aufschwung, der sich aber zögerlich hinziehe. Die Gefahr eines Rückschlags schließen die Leiter der Institute, Karl Aiginger und Bernhard Felderer, praktisch aus. "Wir erwarten keine Rückkehr der Krise mit einem Minus", so Aiginger am Freitag. 2009 sehen Wifo und IHS die heimische Wirtschaft noch um 3,4 oder 3,8 Prozent schrumpfen, 2010 sollte es dann um 1,0 Prozent aufwärts gehen. 2008 war das heimische BIP real noch um 2,0 Prozent gewachsen.

Für das 2. Halbjahr erwarten die Konjunkturexperten eine spürbare Belebung. Für das laufende 3. Quartal wird bereits wieder mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung gerechnet. "Es mehren sich die Anzeichen, dass die tiefste Rezession der Nachkriegszeit ausläuft", stellt das Institut für Höhere Studien (IHS) in seiner Herbst-Prognose fest. "Der Abschwung hat den Boden im 3. Quartal erreicht und durchschritten", sagte Aiginger vor Journalisten. Die Gefahr eines Rückschlags sei gering, betonte Felderer, und auch der Wifo-Chef erwartet "keine Rückkehr der Krise mit einem Minus. Wir haben das Bild einer leichten, schrittweisen Erholung der Wirtschaft."

Noch nicht erreicht sei der Tiefpunkt bei der Arbeitslosigkeit, betonte Aiginger. Dort sei dies üblicherweise erst eineinhalb bis zwei Jahre nach dem Tiefpunkt in der Produktion der Fall. Die Arbeitslosenzahl dürfte heuer und nächstes Jahr zusammen um 90.000 steigen, womit 2010 im Jahresschnitt die Grenze von 300.000 leicht überschritten wäre. Die Arbeitslosenquote nach Eurostat-Definition würde damit 2009 auf fast 5 1/2 Prozent steigen und 2010 auf rund 6 Prozent, nach heimischen Regeln auf 7 1/2 Prozent bzw. 8 1/2 Prozent.

Privater Konsum stützt

Gestützt wird die Wirtschaftsentwicklung in Österreich durch den privaten Konsum. Die hohen Lohnabschlüsse des Vorjahres, die geringe Inflation und vor allem die Steuerreform hätten die Realeinkommen der Haushalte belebt, so das IHS. Heuer dürfte der Privatkonsum real 1/4 Prozent zulegen, 2010 sogar um ein halbes Prozent, so die Institute.

Der schwer unter Druck stehende Exportsektor wird sich im 2. Halbjahr gegenüber dem 1. Halbjahr durch die Auslandsnachfrage "deutlich beleben", nimmt das Wifo an. Danach werde auch die Industrieproduktion ausgeweitet. Die Warenexporte dürften 2009 - nach einem Nullwachstum 2008 - massiv um 15 bis 16 Prozent einbrechen - und damit auf das Niveau von 2005 zurückfallen -, um dann 2010 von tieferem Niveau aus um 2,0 (Wifo) bis 4,5 (IHS) Prozent zu klettern.

Die nach 3,2 Prozent im Vorjahr heuer mit 0,5 bis 0,6 Prozent praktisch zum Stillstand gekommene Teuerung dürfte 2010 wieder leicht anziehen auf 1,3 bis 1,4 Prozent, nehmen die Institute an. Grund: Die weltweite Konjunkturbelebung werde einen Anstieg der Rohstoffpreise auslösen und den Preisauftrieb verstärken, meint das Wifo.

Rasant steigendes Defizit

Das infolge der Rezession - auch durch ein Gegensteuern der Wirtschaftspolitik - rasant steigende Defizit in den öffentlichen Haushalten muss nach der Krise ab 2011 wieder gesenkt werden, verlangen die Leiter von Wifo und IHS. 2010 sollte man noch nicht sparen, sondern die Konjunkturprogramme planmäßig auslaufen lassen - aber schon die Weichen für die Konsolidierung stellen,

Das Defizit des Gesamtstaats (laut Maastricht) sehen die Institute bei heuer an die 4 1/2 Prozent des BIP und kommendes Jahr etwa 5 1/2 Prozent - nach einem Abgang in Höhe von 0,4 Prozent des BIP im abgelaufenen Jahr. Finanzminister Josef Pröll (V) habe für heuer zwar zuletzt einen Abgang von nur 3,5 Prozent nach Brüssel gemeldet, müsse dies aber im Herbst korrigieren, so Felderer. Mit den 4 1/2 Prozent liege Österreich international aber sehr gut.

Erster Rückgang des globalen BIP

Die Weltwirtschaft, die 2008 noch um 3,1 Prozent gewachsen ist, dürfte heuer real um 1,2 Prozent schrumpfen, nimmt das Wifo an - das ist überhaupt der erste Rückgang des globalen BIP seit 1945, wie Aiginger sagte. Für den Euro-Raum, der 2008 um 0,7 Prozent wuchs, gehen Wifo und IHS für heuer von 4,0 bzw. 3,9 Prozent Rückgang und für 2010 von 0,8 bzw. 1,0 Prozent Wachstum aus. Haupthandelspartner Deutschland (2008: +1,3 Prozent) sollte dabei laut IHS nach 5,0 Prozent Minus im heurigen Jahr nächstes Jahr wieder um 1,2 Prozent expandieren. Um 7,0 bzw. 7,5 Prozent soll China heuer wachsen, 2010 dann um 7,5 bzw. 8,5 Prozent. Die USA, von denen die Finanz- und Wirtschaftskrise ausgegangen ist, sacken nach noch 0,4 Prozent Wachstum im Vorjahr heuer um 2,7 Prozent ab, nehmen beide Institute an; für 2010 sehen sie 1,0 (Wifo) bzw. 1,7 (IHS) US-Wachstum.

Den Ölpreis, im Vorjahr im Schnitt bei 97 US-Dollar pro Fass (je 159 Liter), erwarten Wifo und IHS heuer bei rund 60 Dollar und 2010 bei 75 bis 80 Dollar. Der Euro dürfte nach Meinung des Wifo stärker werden, nach Ansicht des IHS aber schwächer: Das Wifo sieht den Euro heuer bei 1,40 Dollar und 2010 bei 1,50 Dollar, das IHS dagegen heuer bei 1,39 und 2010 bei 1,35 Dollar. Die EZB werde die Zinsen 2009 unverändert lassen, so Aiginger. Eine Kreditklemme werde es im großen Ausmaß nicht geben, aber genauere Bonitätsprüfungen. Ein Problem sieht der Wifo-Chef bei den 2009er Bilanzen: Die Banken würden eine höhere Unterlegung ihre Kredite vornehmen müssen. Die EZB habe mit ihrer "sehr erfolgreichen" Stabilisierungspolitik den Rezessionsverlauf gedämpft, betonte Felderer. Allerdings werde nach der Krise ein "Exit" sowohl aus der hohen Staatsverschuldung als auch aus der hohen Liquidität "schwierig" werden.(APA)

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Posting 1 bis 25 von 213
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schafmeister
12
27.9.2009, 06:35
Märchenerzähler

Die beiden sehr ernst dreinblickenden Herren sollten als Märchenerzähler überland reisen.

Walter Bimini
00
27.9.2009, 11:25
da fehlt es den beiden am talent

denn lügen allein ergeben kein gutes märchen.

sag mir alles
00
26.9.2009, 23:16
wirtschaft wächst wieder

ja, die bäume und sträucher - oder die schwarzkonten der ÖVP

das ist fix
00
27.9.2009, 11:04

schwarzkonten? - ach so, sie meinen die bawag-kellerakten-konten - welche partei hat das betroffen?

mitrovic dejan
00
26.9.2009, 22:14
bruno habsburg
01
26.9.2009, 21:22

Achtgrößte Bankenpleite in den USA. Wie im berühmten Showdown in Tombstone stehen die US-Banken vor einem vollständigen Gemetzel. Institutional Risk Analytics geht sogar von über 1.000 Banken aus, die pleite gehen können: "US-Bankensystem als Zombie-Tanz-Party"

newworld2511
02
26.9.2009, 19:14
Wirtschaft wächst

Also den Leuten die glauben dass die Wirtschaft jetzt wieder ständig wächst, denen will ich sagen sie sollen mal den Jänner, Februar, März nächsten Jahres abwarten. Da wird der Effekt der Abwrackprämie nicht mehr sichtbar sein, die Lager werden wieder voll sein und die Mitarbeiter werden wieder in Kurzarbeit geschickt werden. Von den Arbeitslosenzahlen will ich gar nicht erst sprechen. Ich bin kein schwarzmaler aber so wird die Realität auschaun. Auch wenn wir uns das alle nicht wünschen und darum solche Artikel entstehen.

Bulkhead
00
26.9.2009, 14:46
Bitte

Kann vielleicht jemand die Methodik dieser Prognosen offenlegen?

das ist fix
00
27.9.2009, 11:05

Sind Sie wirklich davon überzeugt, dass es eine Methodik gibt?

DesmondTutu
 
01
26.9.2009, 12:32

Wenn die Wirtschaft wieder wächst braucht man doch auch wieder neue Arbeitskräfte oder nicht? Oder arbeiten alle wieder mehr und haben jetzt alle nur ein wenig zurückgeschraubt.
Natürlich auch blöd wenn gerade jetzt die Banken auf ihr Geld (was sie vom Steuerzahler bekommen haben) sitzen bleiben und keine oder nur teure Kredite hergeben wollen. Günstige Kredite wäre mal ein erster Ansatz für die Erholung und würde einigen Firmen helfen.

Ivan Bukov
00
26.9.2009, 20:54

Die AL stieg ja auch nicht sofort an, daher wird sie auch nicht sofort wieder sinken.

Walter Bimini
01
27.9.2009, 11:27
nein. die arbeitslosigkeit wird noch lange steigen.

Ivan Bukov
00
28.9.2009, 12:12

Sag ich doch, sie wird nicht sofort wieder sinken...

peak oil
11
26.9.2009, 19:43
"Wenn die Wirtschaft wieder wächst braucht man doch auch wieder neue Arbeitskräfte oder nicht?"

genau, man braucht eben keine neuen arbeitskräfte, im gegenteil: je mehr produziert wird mit der gleichen arbeitskraft, desto besser für "die wirtschaft". die krise war ein geeigneter zeitraum, um viele unnötig gewordene arbeitsplätze aufzulassen, und jetzt, wo die leute weg sind, können die börsenkurse wieder steigen - bis zur nächsten krise.

Orakel1
00
26.9.2009, 14:09
Die Banken haben Bürgschaften i.d.R. erhalten, von denen...

..bislang kein Euro in Cash geflossen ist.

Early
00
26.9.2009, 13:33

Die Arbeitslosenzahlen sind zu Beginn der Krise ja auch recht lange stabil geblieben. Das verzögert sich einfach.

Aurvandill der Erste
00
26.9.2009, 12:25
Die heimische Wirtschaft hat nach Ansicht der Experten von Wifo und IHS die Talsohle erreicht und ist auf einen langsamen, fragilen Wachstumpfad eingeschwenkt. Es gebe einen leichten Aufschwung, der sich aber zögerlich hinziehe.


"....Für das 2. Halbjahr erwarten die Konjunkturexperten ....."

BlaBla, Phrasendrescherei der üblichen Sorte. Wo waren denn die Herren "Konjunkturexperten" im zweiten Halbjahr 2008? Wo haben sie was "erwartet" damals?
HÄ?

Orakel1
21
26.9.2009, 14:11
Gut, dass wenigstens Sie ein ausgewiesener Konjunktur-

...experte sind.

Aurvandill der Erste
00
27.9.2009, 14:08
Experte?

Bin ich auch nicht. Ich gebe aber auch keine Prognosen ab. Oder kann man von mir irgendetwas derartiges irgendwo veröffentlicht lesen?
Oder ist das Wifo mit seiner heutigen Meldung dazu auch ein "selbsternannter Experte"?
Tatsache ist:in den letzten beiden, vielleicht sogar 3 Jahren waren sämtliche Prognosen von Experten Superexperten und Oberanalysten komplett für die Katz'. Wer das nicht sieht, an dessen intellektuellen Begabungen ist zu zweifeln.
Kasperln wie dich, die jeden Mist Glauben und für bare Münze nehmen, der von "Experten" irgendwo abgesondert wird, gibts leider Zuhauf.

Management Quatscher
01
26.9.2009, 12:15

kommt also der Arbeitskräftemangel erst 2012 und nicht wie vorhergesagt im Jahr 2010.

Auch kein Problem, er kommt. Ganz sicher.

Cyborg78sbg
11
26.9.2009, 11:24
Jaja, Berufsgruppen die die Welt nicht braucht. Analysten

Wie soll die Wirtschaft wieder Aufschwung bekommen mit den ganzen Arbeitslosen die letzten Monaten? Oder die ganzen neuen Schulden die entstanden sind, weil den Banken Mrd. von € in den popo geblasen wurde? Das ganze kann nicht funktionieren mit dem derzeitig existierenden Zinssystem. Schafft das Zinssystem ab, und streicht die Staatsschulden weltweit. Die Verlierer dabei wären nur ein paar Superreiche, und die jagt dann gleich zum Teufel. Wir kleinen haben vom Zinssystem sowieso nix, und bei den Banken ist es nur ein Lockmittel, damit wir unser Geld dahin tragen.

warpantrieb
00
26.9.2009, 10:33
zitat: Die Gefahr eines Rückschlags schließen die Leiter der Institute, Karl Aiginger und Bernhard Felderer, praktisch aus.

rückschläge kann man nur in der theorie ausschließen. in diesem fall ist es keine theorie, nicht einmal eine hypothese, sondern eine (0 zeichen frei)

natoll
20
26.9.2009, 09:38

das einzige das man sehr schön sieht: wir haben den amis ihre fehler quasi abgekauft. denn das muss man ihnen lassen, während hierzulande noch gesudert wird, sind die schon wieder am aufbauen.

myschkin
01
26.9.2009, 12:23

abkaufen würde ich nicht sagen, da schwingt mit wie wenn man die Wahl gehabt hätte.

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