Mutmaßlicher Al-Kaida-Terrorist: "Am Dschihad (Heiliger Krieg) kann sich jeder beteiligen" - Stuttgarter Polizei verhaftet Verdächtigen
Berlin - Der mutmaßliche Al-Kaida-Terrorist Bekkay
Harrach aus Bonn hat auf Islamisten-Websites ein neues Video
veröffentlicht, mit dem er deutschsprachige Muslime als Terroristen
anwerben will. In seiner am Freitag verbreiteten 39 Minuten langen
Botschaft lockt Harrach mit Sätzen wie: "Am Dschihad (Heiliger Krieg)
kann sich jeder beteiligen" und "Liebe Geschwister im Islam, der
Dschihad ist eine ganz andere Welt". In der Botschaft spricht er
überwiegend deutsch, zum Teil auch arabisch, beides nicht akzentfrei.
Stuttgarter Polizei verhaftet Verdächtigen
Im Zusammenhang mit den jüngsten Drohvideos hat die Stuttgarter
Polizei einen 25-Jährigen festgenommen. Der Mann soll eines der
Videos der Extremistenorganisation auf einer Internetplattform
eingestellt haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag
in der baden-württembergischen Landeshauptstadt mitteilten. Die
Festnahme geschah demnach bereits am Donnerstagnachmittag in
einer Wohnung im Stuttgarter Osten. Das Video sei offenbar fast
4000 Mal angeklickt worden.
Für die Herstellung des Videos, auf dem Bekkay Harrach zu sehen ist, komme der
Verdächtige nach ersten Ermittlungen nicht in Betracht. Bislang
sei nicht bekannt, woher der Verdächtige das Video habe. Den
Behörden sei der türkische Staatsangehörige "als Unterstützer
islamistischer Aktivisten bekannt" und habe bereits einige Zeit
im Fokus der Fahnder gestanden, teilten Polizei und
Staatsanwaltschaft weiter mit. Bei der Durchsuchung der Wohnung
seien zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden.
Anschlagsdrohungen
In einer vergangene Woche veröffentlichten Botschaft hatte Harrach
mit Terroranschlägen in Deutschland gedroht. In der neuen Aufnahme
wendet er sich nicht an diejenigen, die er als "Ungläubige"
bezeichnet, sondern ausschließlich an Muslime. In dem neuen Video ist
Harrach, der sich "Abu Talha, der Deutsche" nennt, nur auf einem
eingeblendeten Foto mit Gesichtsmaske zu sehen. Zu sehen ist außerdem
die deutsche Übersetzung religiöser Texte, die im arabischen Original
zu hören sind. (APA)