Analyse

SPÖ ringt mit Personal und Inhalt

24. September 2009, 18:17
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    apa-foto: roland schlager

    Werner Faymann blickt sich sorgenvoll um: Der SPÖ-Chef ist mit einer Personaldiskussion konfrontiert, die ihm ganz ungelegen kommt (wie jede Wahlniederlage), die er aber nur schwer loswird.

Vor der Oberösterreich-Wahl steigt in der SPÖ die Spannung: Eine weitere Niederlage wäre nur schwer zu verkraften - Man tuschelt bereits über den Chef

Wien - Werner Faymann hat ein Problem: Es wird bereits über seinen Kopf diskutiert. In den Medien ist die Debatte jedenfalls im Gange, aber auch in seiner Partei werden Stimmen laut, die fragen, ob er tatsächlich der Richtige an der Spitze der SPÖ ist. Personaldiskussionen sind schwer einzufangen, und in der Regel bleibt der Betroffene, dessen Qualitäten angezweifelt werden, auf Dauer angepatzt.

Eine Personaldiskussion wird Faymann nicht erspart bleiben. Will er sie von sich selbst weglenken, wird er organisatorisch woanders umbauen müssen. Da würde sich die Bundesgeschäftsstelle in der Löwelstraße aufdrängen, die in heiklen Zeiten für die Partei immer im Fokus der Kritik vor allem auch der eigenen Leute steht. Derzeit herrscht die Meinung vor: Dort funktioniert gar nichts. Ein Umbau ist aber schwierig.

Fatales Signal

Mit Laura Rudas hat Faymann eine 28-jährige Nachwuchshoffnung der Partei in diese zentrale Position gehievt. Eine der ganz wenigen jungen Personen in der Partei wieder aus der ersten Reihe zu entfernen wäre ein fatales Signal. Vor allem auch deshalb, weil unbestritten ist, dass die SPÖ besonders bei jungen Wählern ein eminentes Problem hat. Ein Problem, das die Partei zwar als solches erkannt hat, auf das aber noch keinerlei Antwort gefunden wurde. Rudas selbst scheint die Antwort auch nicht zu sein. Und so wird die Kritik an ihr immer lauter. Dass sie jetzt auch medial angegriffen wird, kann ihr derzeit aber nur helfen. Weil sich Faymann niemanden herausschießen lassen will.

Junge Clique

Der zweite Bundesgeschäftsführer heißt Günther Kräuter, wird aber nicht als das eigentliche Problem angesehen. Ihn zu entfernen hieße, der jungen Clique um Rudas freie Hand zu gewähren, was so auch niemand in der Partei will.

Ein weiteres Personalproblem scheint Kanzler und Parteichef Faymann im SPÖ-Parlamentsklub zu sehen. Klubobmann Josef Cap gilt als Ablösekandidat - auch wenn er selbst das ganz anders sieht. Faymann sähe an dieser Stelle lieber Norbert Darabos, einst Bundesgeschäftsführer der Partei, jetzt Verteidigungsminister. Womit auch ein inhaltliches Problem angesprochen wäre: die SPÖ und die Ausländer. Darabos arbeitet derzeit an einem inhaltlichem Konzept zum Thema Integration.

Dass die SPÖ sich nun bemüht, eine Linie zum Thema Migration und Integration zu finden, wird parteiintern zwar begrüßt, von den meisten aber als viel zu spät empfunden. Tatsächlich gibt es von Faymann nur die Vorgabe, nicht in die freiheitliche "Hetze" gegen Ausländer einzustimmen. Prinzipiell tut sich die SPÖ mit dem Thema aber sehr schwer und wird von FPÖ und ÖVP, die sich die "Sicherheit" auf ihre Fahne geheftet haben, vor sich hergetrieben. Und da gibt es in der SPÖ alle Positionen von ganz links und liberal bis rechts und ganz streng, nur keine Linie. Die soll nun Darabos liefern. Eine schwierige Aufgabe. Die SPÖ stellte mit Innenministern von Franz Löschnak bis Caspar Einem sehr unterschiedliche Herangehensweisen zur Diskussion.

Ein Kniefall

Zuletzt präsentierte Innenministerin Maria Fekter für die ÖVP bei der Regierungsklausur mit der SPÖ in Salzburg die Schwerpunkte zum Fremdenrechtsänderungsgesetz. Norbert Darabos saß am Podium neben Fekter und nickte Punkt für Punkt ab. Die ÖVP verschärft das Gesetz, die SPÖ nickt dazu - auch nicht unbedingt eine Schärfung der sozialdemokratischen Position. Die Zustimmung zu dieser Verschärfung der Asylgesetzgebung könnte auch als Kniefall vor der FPÖ verstanden werden. Das vom Innenministerium geplante neue Schubhaftgefängnis nennt sich im Beamtenjargon "Kompetenzzentrum für aufenthaltsbeendende Maßnahmen" . Was den einen als menschenverachtender Zynismus erscheint, läuft bei anderen unter "Effizienzsteigerung" . Darabos nickte dazu. Jetzt tüftelt er selbst an einem Konzept. (Michael Völker, DER STANDARD, Printausgabe, 25.9.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 180
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wasndas
 
00
29.9.2009, 10:05
War einmal

Mittlerweile ist jede Partei zumindest ein wenig Sozialdemokratisch eingestellt. Die Konservativen genauso wie die Rechten. Ich schätze dass es nicht mehr lange dauern wird bis die SPÖ von Rechts und Konservativ aufgerieben wird wenn sie es nicht schafft ihr Profil zu schärfen sprich: Bildungspolitik und Gleichstellungspolitik verstärken das sind seit jeher die SPÖ Stärken gewesen.

Das OÖ Ergebnis ist jetzt aber nicht ganz so tragisch wie behauptet. Denn was hat die SPÖ verloren? Den Landeshauptmann zu erobern ist für die SPÖ in OÖ derzeit ein Ding der Unmöglichkeit genauso wie in Vorarlberg und auf Bundesebene gehts noch. Aber spätestens nach der Wien Wahl wird's ein Köpferollen geben....

manfred ortner
00
29.9.2009, 11:45
Gleichstellungspolitik-Partei SPÖ? Ich krieg einen Lachkrampf!


Von 1971 bis 1983 hatte die SPÖ eine absolute Mehrheit.

Sie hätte mit einem noch tiefroteren ÖGB (Schiene Kreisky-Benya) die absolute Gleichstellung zwischen Mann und Frau in allen Bereichen sicherstellen können.

Sie hat es NICHT gemacht!

Orakel1
00
29.9.2009, 10:14
Die SPÖ erinnert mich fatal an die SPD.

Mit einem Unterschied. Man tuschelt nicht nur über den politisch Verantwortlichen. Man wählt ihn aktiv ab. So wie es Müntefering ergeht. Wenn er bis zur Wahl überhaupt durchhält.

Radio Eriwan
00
28.9.2009, 15:28
Mit der so genannten Ausländerfrage lenkt man doch nur von den wahren Problemen ab.

Und Darabos nickt - nicht.

kakaniengeist
22
25.9.2009, 17:42
am sonntag wird´s *tschepparn*, in oberösterreich, i g´spiar´s!

und der werner wird trotzig-fesch meinen, dass das alles mit ihm und der bundes-spö gar nichts, aber schon gar nichts zu tun hat.

soll er nur weiter *smilen*! von diesem herrn würde ich keinen gebrauchtwagen kaufen.

mangels sozialpolitischer perspektiven bin ich eine soziale ich-ag. und ich glaube, dass ich nicht der einzige bin, der mittlerweile schon seit einiger zeit so denkt!

isschorecht
02
26.9.2009, 12:33
nein,

du bist wirklich nicht der einzige bashende egoist.

kakaniengeist
22
27.9.2009, 08:19
ich - ein egoist?

bezüglich charakterstärke und wahrem sozialem gewissen und engagement nehme ich es mit JEDEM EINZELNEN und JEDER EINZELNEN unserer salon- bzw. pseudosozialistInnen auf.

übrigens, ich gebe es zu, ja, eine wirklich fortschrittliche linkspartei, das würde mir gefallen!

also dann ...
21
25.9.2009, 17:32
ein tipp - helmut schmidt... in der zeit : feigheit...vor meinungsumfragen !

http://www.zeit.de/2009/40/F... idt?page=4
ad. wahlkampf-D:
- Afghanistan.
- 2.die Frage, wie wir die fin. Stabilität unseres
S o z i a l s t a a t s aufrechterhalten können.
- 3. wie wir mit dem großen Schuldenberg fertig-werden, der nicht nur den Sozialstaat bedroht etc...

ad r e i c h e n - steuer
- Unter Adenauer...Schmidt wurden die Reichen in Deutschland stärker besteuert als heute. Und damit sind wir sehr gut gefahren.
- Es ist also kein Unfug, die Wohlhabenden stärker zu besteuern.
- Wenn sie ihr Vermögen aber...mit ziemlicher Leichtigkeit nach CH, LIE verlagern können, dann hat man es nicht gut gemacht.
- Steinbrück hat mit scharfen Worten...
- Jetzt knicken CH, LIE ein ... ein grosser Fortschritt

Gianandrea Sikowski
22
25.9.2009, 17:09
Im Stile Gröhnemeyers:

"Gebt der Rudas das Kommandooo - sie berechnet nicht was sie tut."
XD

P.S.: Bitte mehr ORF-Auftritte von der Rudas, dann ist die SPÖ bald bei 3%. Aber immerhin ist sie das beste Bsp., wie weit man trotz Inkompetenz mit Buckeln, Ja-Sagen und Speichellecken in diesem Land kommt.

ceiberweiber.at
20
26.9.2009, 09:30
Sie war nicht getasert....

insofern müsste sie es leicht gehabt haben gegen vilimsky - man hatte aber ganz und gar nicht den eindruck. anstatt dass rote das tempo und die inhalte vorgeben (sollten sie jedenfalls, also zumindest versuchen, muss ja nicht so schwer sein), hat sie sich von vilimsky auf der nase herumtanzen lassen....rhetorisch ist sie auch nicht gerade gut, aber das könnte sie lernen (hätte sie längst sollen, wird aber wohl beratungsresistent sein, also von der überheblichen wirkung her, leider...) es ist auch kein signal an jungwähler, weil die alle ohne protektion schwer hakeln müssen, jedoch nur einen bruchteil ihres einkommens dafür erhalten. gibt in der spö sicher weit glaubwürdigere leute egal welchen alters.

isschorecht
01
26.9.2009, 12:32
die scheinrealität der alexandra

dann lass doch einmal die sprechblasen und erleuchte uns:
wo, wann und wie ist der vilimsky der rudas "auf der nase herumgetanzt"?
und dann noch dieses "die politika kriegen zu viel geld"-ding ...

illuminat_0815
11
25.9.2009, 16:08
kein junger Nachwuchs

Ich stelle mir dir Frage ob irgendein junger (Rudas like) Parteifunktionär der bereits nach der Schule Politiker wurde, dabei noch nie in der realen Welt gearbeitet hat eine Ahnung vom Leben hat und somit die wirklichen SOZIALEN Anliegen eines arbeitenden Bürgers kennen kann? - diese kennt er nur aus gelernten Ideologie (wenn überhaupt). Der interessante Punkt dabei ist aber, dass diese Leute extrem viel in Form eines Parteisoldaten leisten - allerdings nur um innerhalb des Parteiapparates die eigene Position zu stärken und dadurch in der Hoffnung sind "Karriere" zu machen - was soll man von solchen Menschen halten? - so kann nichts kommen....

sakul
22
25.9.2009, 16:03
Fayman und Rudas...

Faymann ist - leider nicht nur zu Lasten der SPÖ, sondern auch zu Lasten der Demokratie - nicht fähig die Sozialdemokratie zu führen.
Zudem hat er sich eine Jugendvertreterin geholt, die sich bei jedem öffentlichen Auftritt blamiert; - natürlich auf Kosten der Gesamtpartei.
Auch lässt der "Frontmann" Faymann seine beste Ministerin im Unterrichtsressor ständig im Regen stehn; damit er mit der ÖVP keinen Zores hat.
Doch dieser Zores wird bei den SPÖ - Leuten von Tag zu Tag größer....

NONE
10
25.9.2009, 16:03

"Eine der ganz wenigen jungen Personen in der Partei wieder aus der ersten Reihe zu entfernen wäre ein fatales Signal."

Ausser wenn es die falsche junge Person ist. ;)

Irgendwie erinnern mich einige Parteien an "den Mann ohne Eigenschaften". Wie soll man die überhaupt beschreiben?

flasitsch, 1.
01
25.9.2009, 15:43
komisch


man kann hier die primitiven F-ler und die Grünen nicht mehr auseinander halten.
das Niveau ist mittlerweile gleich.

dass der Artikel Blödsinn ist zeigt sich mit jedem weiteren Tag ...

also dann ...
32
25.9.2009, 14:59
die s p ö ... lebt - seit gusi`s kanzlerschaft - in einer "n e b e n w e l t" !

zum 1.
ist sie für die k r i s e MIT-verantwortlich = TÄTER
...sie hat ALLE liberalisierungensgesetze der EU MITgetragen (sie stimmte nicht gegen barroso)
zum 2.
ist sie personell am ende :
mit dieser "führung"...landet sie schnell bei 25 %.
und zum 3.
ist sie nur mehr der erfüllungsgehilfe der ö v p.

das entscheidendste jedoch ist, dass sie
längst jedes s o z i a l e profil...verloren hat !
hundstorfer
agiert als A_SOZIAL-minister, wenn er
... die mindestsicherung (nur 12x) als erfolg (!) sieht
... und wenn ER vermög.steuern ablehnt !

niemand versteht es,
- denn bank_S_tern...das geld nachzuwerfen
- und andererseits für die ärmsten...kein geld zu haben!

nee... da kommt nichts mehr !

NONE
10
25.9.2009, 16:04

Das nächste mal ohne 100 !

Die Verwendung von ! macht die Aussage nicht richtiger.

Gell?!!!!!

also dann ...
11
25.9.2009, 16:08
und ... ihre sachlichen argumente ?

oder war`s das schon . . .

flasitsch, 1.
11
25.9.2009, 15:39
und wieder

in form und inhalt unerträglich

mikromalist
 
22
25.9.2009, 14:24
Der suppaaahh-Programm-suppaaahh-Vorsitzener

Einpeitscher beim Wendeparteitag in Linz, E Haider, wird nach dem Verlust am Sonntag wieder laut tönen: mit-so-einem-Bundesprogramm-und-Vorsitzenden-kann-selbst-ein-begnadeter-Populist-wie-ich-nicht-gewinnen.
Und so dreht sich die Spirale weiter nach unten, befördert von Sessel-Gier und persönlicher Absturz-Angst.

°L
00
25.9.2009, 14:21

Die SPÖ ringt mit Personal und Inhalt -> das Problem scheint ein ledigliches kommunikationsproblem innerhalb der Partei zu sein, welches eigentlich leicht toleriert werden könnte (in Zeiten wie diesen) - also so rein psychologisch gesehen und von außen betrachtet, versteht sich. Und da sich der Wähler heute dadurch stark fühlt, daß er seine Partei nicht wählt, weil es ihm eine kurzen Moment der Macht am politischen Geschehen zu verleihen scheint, übersieht er, daß er nur Zerstört und damit jenen dient, die auch zerstören. Mich würde interessieren, ob es sich verhindern läßt, daß sich dieses Kalkül der früheren FPÖ über die SPÖ wieder zurück auf die FPÖ bewegt. Der Wählerwille entscheidet sein eigenes Schicksal, denn heute ist man frei.

dölerich hirnfidler
12
25.9.2009, 13:52

jetzt den faymann zu bashen, zeugt von einem intenisven todeswunsch. ich find das nicht soooo schlecht, wie faymann, hundstorfer & co. arbeiten, ich kann auch diese schüssel-streithanselzeit nimmer herbeisehen. ich seh das problem eher in den "unteren" parteiebenen: da haben sich so viele söhne & töchterleins in den sp-beteiligungen (vor allem in wien) und vorfeldorganisationen angesammelt, dass da nix mehr rauskommt. lasst euch das auf der zunge zergehen: die sp redet mitten in der krise von neuen steuern, und pröll trotz tiefschwarzer beamtenguerilla von einsparungen in der veraltung. dieser punkt geht an die vp. nur einer von vielen. was die sp braucht: konzepte, ideen - und eine bessere kommunikation

didi111
22
25.9.2009, 13:38
Irgendwie ist die ganze Diskussion ein Holler..


Es bleibt die Frage trotz allem nicht beantwortet:

WAS hindert Faymannn daran zu arbeiten?

Und nur ganztätig auf dem Schoss vom Fatty Peppi zu sitzen, ist irgendwie zu wenig für den Vorsitzenden einer Partei wie der SPÖ.

Es ist zwar hart, was ich jezt als SP-Wähler meine, aber es ist mein voller Ernst:

Hoffentlich bekommt die SPÖ übermorgen eine Saubere über die Rübe.

Denn das ist die Voraussetzung, daß der Verstschüssungsprozess von Faymann and Friends beginnen kann.

Und das wird gut sein für Arbeitnehmer.

DesmondTutu
 
36
25.9.2009, 12:40

Die ultracoole und superfesche Rudasch ist halt ein typische Jung(?)politikerin ihrer Generation. Von Papi, Mami oder wenn auch immer in höhere Parteigremien gehievt ohne mal irgendwo zugepackt zu haben.

Stahl_____666
23
25.9.2009, 12:34
.

Noch 72 Stunden, dann hat er ausgelitten, der Faymann.

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