Neuer Chip macht "letzte Meile" billiger

27. März 2003, 11:06
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Chip ermöglicht optische Switches für Enduser-Anschlüsse - neuer Anstoß für den Ausbau von Glasfasernetzen

Die Entwicklungsabteilung von Xerox hat einen Chip vorgestellt, der die Kosten für Glasfaserleitungen zum Enduser dramatisch reduzieren könnte. Die Forscher integrierten erstmals optische Switches und Lichtleiter auf einen Chip von der Größe einer Fingerkuppe. Damit wird Infrastrukturanbietern die Herstellung von billigen Netzwerkkomponenten ermöglicht, die in kleinen Geräten eingebaut werden können.

"Reconfigurable Optical Add/Drop Multiplexer"

Der Chip übernimmt die Funktion eines "Reconfigurable Optical Add/Drop Multiplexer" (R-OADM), der den Internetverkehr von einer auf mehrere Datenleitung aufteilt beziehungsweise zusammenführt. "Mit dem Xerox-Switch kann ein ganzer R-ODAM auf einer Fläche von 2 x 1,5 Zentimeter komprimiert werden", erklärte Joel Kubby, Technischer Manager in Xeroxs Wilson Center for Research and Technology in Webster. "Unsere Technologie erlaubt die lokale Installation von Systemen, selbst auf Telefonmasten." Xerox hofft, dass diese Technologie einen neuen Anstoß für den Ausbau von Glasfasernetzen geben könnte.

Bandbreite nach Bedarf einstellbar

Während die üblichen optischen Switches auf kleinen Spiegeln beruhen, setzt Xerox bei seiner Technologie auf ein "Shuttle", das wie eine Weiche zwischen den einzelnen Lichtleitern wirkt. Das Optical Micro Electro-Machanical System (MEMS) stellt dabei die Verbindung zwischen den "Waveguides", Lichtleiter mit einer Breite von fünf bis sechs Mikrons, her. Kubby hat mit seiner Technologie den Prototypen eines OADM mit acht Kanälen erzeugt, der die Bandbreite der optischen Leitung je nach Bedarf aufteilen kann. Der MEMS-Switch und die Waveguides werden zusammen auf einem einzigen Plättchen Silizium mit konventionellen Chipfertigungs-Technologien erzeugt. Xerox will jetzt die Technologie an die Hersteller von optischen Switches lizenzieren.(pte)

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Xerox

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    foto: xerox
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