SPÖ und ÖVP im Clinch über Studiengebühren

24. September 2009, 13:27

SP-Kuntzl: In Wirtschaftskrise "sicher keine zusätzliche finanzielle Belastung von Studierenden" - VP-Karl beruft sich auf OECD-Empfehlungen

Wien - Ein Jahr nach deren De facto-Abschaffung durch SPÖ, Grüne und FPÖ sorgen die Studiengebühren wieder für Zwist zwischen den Regierungsparteien. SP-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl hat am Donnerstag per Aussendung brüsk die Forderung von Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) nach einer Wiedereinführung der Gebühren - zuletzt in den "Salzburger Nachrichten" (Donnerstagausgabe) - zurückgewiesen.

Kuntzl: Keine finanzielle Belastung für Studierende

Österreichs Akademikerquote sei ohnehin zu niedrig und gerade in der Wirtschaftskrise "wird es sicher keine zusätzliche finanzielle Belastung von Studierenden geben", so Kuntzl. VP-Wissenschaftssprecherin Beatrix Karl beruft sich indes auf Empfehlungen der OECD zur Einführung von Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen.

Kuntzl verurteilte die Einführung der Studiengebühren als "eklatante Fehlentscheidung, die vom Parlament im September 2008 revidiert wurde". Bildung, Hochschulzugang und "gesellschaftliches und berufliches Fortkommen" dürften nicht von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Eltern oder der Studierenden abhängig sein.

Karl: "Umfassender Blick" auf die Unis notwendig

Karl empfahl der SPÖ hingegen einen "umfassenden Blick auf die Notwendigkeiten unserer Universitäten und Hochschulen statt Rosinen picken". Der Koalitionspartner könne nicht die Empfehlungen der OECD im Bildungsbereich begrüßen, sie aber in Sachen Hochschulen "rundum verschweigen." Die ÖVP habe sich im Bildungsbereich - etwa bei der gemeinsamen Schule - bewegt, nun müsse sich auch die SPÖ im tertiären Sektor einer Diskussion öffnen.

Karl verteidigte die Studiengebühren, diese hätten die Drop-out-Rate und die Zahl prüfungsinaktiver Studierender gesenkt. Sie hätten auch nicht zu sozialer Ungerechtigkeit geführt, schließlich sei parallel zu deren Einführung das Studienförderungssystem ausgeweitet worden, wovon laut OECD besonders Studierende aus sozial schwächeren Schichten profitiert hätten. (APA)

 

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Posting 1 bis 25 von 34
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Antony Buntspecht
21
3.10.2009, 10:22
Soziales Profil

Sie SPÖ will seit den verlorenen Wahlen landauf landab ihr soziales Profil schärfen. Studiengebühren mit stark ausgebautem Stipendiensystem ist Umverteilung von REICH zu ARM. Das muss sie kapieren sonst gehen die nächsten ÖH-Wahlen wieder schlecht aus für die SPÖ. Kinder reicher Eltern zu schützen ist nicht sozial, sondern dumm!

smea_gol
00
4.10.2009, 18:32

Offenbar glauben sie den schwachsinn, den ihnen die Granden ihrer Parteizentrale erzählen. Armselig.

coder24
00
3.10.2009, 12:20

Blödsinn.

travelmike
20
3.10.2009, 07:43
Die SPÖ sollte sich da nicht querlegen:

Politik ist auch die Kunst, den politischen Willen der Mehrheit der Bevölkerung umzusetzen. Die ÖVP und die FPÖ haben die Studiengebühren eingeführt. Die SPÖ hat sie wieder eingeführt. Die letzen Wahlen in Österreich haben der ÖVP und der FPÖ einen gewaltigen Zuspruch, gerade bei den jungen Wählern gebracht. Freier Zugang zur Bildung ist zwar ein ehrenvoller Anspruch einer Partei aber doch kontraproduktiv das gegen den Willen - vorallem der betroffenen - Bevölkerung durchzudrücken.

coder24
00
3.10.2009, 12:21

Die ÖVP schickt also Kampfposter in den Standard ...

Rothaut
01
2.10.2009, 19:45
ÖVP hast Oberwasser, das merkt man!

Kaum glauben die Schwarzen Aufwind zu spüren, beginnen sie zu zündeln. Studiengebühren sind das dümmste Mittel, um die Akademikerquote zu heben. Und unsozial sind sie auch noch.

Antony Buntspecht
11
3.10.2009, 10:28
ÖH-Wahl

Und weshalb ging die ÖH-Wahl für die SPÖ schlecht aus, ..... weil viele Studenten klug sind und kapieren, dass Studiengebühren - bei stark ausgebauten Stipendien - für sozialen Ausgleich von Reich zu Arm sorgen!

coder24
00
3.10.2009, 12:21

Was bekommt man als ÖVP-Parteiposter so pro Posting?

Amokk
00
2.10.2009, 17:31

Gabs nicht vor ner Weile ne große Diskussion, ob man überhaupt noch in irgendeiner Weise auf die OECD hören sollte, weil die auch nur Dampfplaudern? Jetzt ohne irgendwie urteilen zu wollen, ich dachte nur ich kann mich da an etwas erinnern.

Antony Buntspecht
00
2.10.2009, 17:07
Und trotzdem,

es ist verschwendete Sozialpolitik, jedem die Studiengebühr nachzuwerfen. Alle und vermehrte Unterstützung für die Jugend, die sich Studiengebühren nicht leisten kann - und Studienerfolge aufweist - auch großzügigen Ausbau der Untrerstützung, wenn jemand nachweislich sein Studium erfolgreich vertieft im Innland oder Ausland, aber alles dagegen, dass alle Studenten, auch die, die mit ihrem Auto zur Uni fahren, auch noch Empfänger von "Sozialhilfe" sind. Das ist nicht gemeint mit sozialer Gerechtigkeit!

coder24
00
3.10.2009, 12:22

Also Studiengebühren nur dann, wenn *beide* Eltern in der 50%-Progressionsstufe der Einkommenssteuer sind? Dann kann man drüber reden.

Antony Buntspecht
00
3.10.2009, 12:55
denke ich in etwa auch

thinkingplaces
07
25.9.2009, 16:45

Wenn ich länger studieren will, weil ich mir Zeit nehmen und mich in gewisse Thematiken vertiefen will, verliere ich mein Stipendium und muss Studiengebühren zahlen. Das heißt, wenn ich nicht sehr großzügige Eltern habe, muss ich arbeiten gehen und habe erst recht nun wieder wenig Zeit zum Studieren.
Universitäre Bildung heißt aber nicht, nur eine Berufsausbildung oder -vorbildung zu machen, sondern etwas Umfassenderes zu bekommen, es stellt einen besonderen Entwicklungs- und Reifeprozess im Leben da.
Mit der momentanen Politik soll nur die Verwertbarkeit der Absolventen und Absolventinnen für die Wirtschaft sicher gestellt werden. Nein danke!

torch
 
05
26.9.2009, 08:41

Studieren bedeutet im Gegensatz zu einer FH sich einer nach Wahl auch dem Rahmen einer Mindestausbildung hinausgehenden Beschäftigung zu unterziehen, jenseits der Vorstellungen eines Hahns.

Es kann durchaus sein, dass diesem eine derartige Auseinandersetzung mit der Materie eigener Wahl widerstrebt bzw. eventuell auch überfordert. Mindestausgebildetes akademisches Proletariat ist dann zumeist auch nur im Rahmen einer durch Parteienbegünstigung unterstützten Beschäftigung am Arbeitsmarkt unterzubringen - erklärt auch die hohe Rate nicht selbstständig tätiger Akademiker im Gegensatz zu hochwertiger gewerblicher Tätigkeit.

Dass Hahn das aus seiner Biographie und beruflichen Vita heraus verständlich nicht versteht und vertritt ist evident

thinkingplaces
05
25.9.2009, 16:41

Der ÖVP geht es darum, höhere Bildung nur noch für eine kleine Elite zugänglich machen zu wollen.
Dabei täte der ganzen Bevölkerung mehr Bildung gut. Der ÖVP nicht, denn Bildung hilft bestehende Herrschaftsstrukturen in Frage zu stellen.

MirKannsEgalSein
00
3.10.2009, 14:33
Bladablub.

Artikel gelesen? Stipedium für niedrige Einkommen und so?

Ich bin ja FÜR eine kritische Denkweise. Aber die muss bitte auch vernünftig fundiert sein.

Danke.

BuddyHill
110
25.9.2009, 11:27
herr hahn: werden sie je einsehen dass ihnen

jede art von befähigung dafür fehlt entscheidungen im bildungsbereich zu treffen? ganz ehrlich, wer sind sie denn? sie waren ein äußerst privilegierter studierender und trotzdem nur durchschnitt! überhaupt nichts gegen philosophie-studenten aber jemand der 11 jahre für dieses studium benötigt, will den jetzigen und zukünftigen studenten erklären wie es laufen soll?

die studiengebühren belasten nur die untere schicht bis zum mittelstand denn die reichen können sie mit rund 370€ pro semester nicht in verlegenheit bringen! wie schwer ist das schon zu verstehen??

ginge es nach hahn müßten wahrscheinlich alle gebühren zahlen. wissen sie eigentlich wie weh einem studenten 750€ pro jahr tun, wenn er sich sein studium selber finanzieren muss?

Der Zaungast
00
25.9.2009, 10:43
sollte "die Drehtürgebühr" heißen.

kommt, geht, kommt, geht....

ovidius nas0
51
25.9.2009, 09:58
warum eigendlich nicht...

... 100€ von allen studierenden, ohne ausnahmen, pro semester einheben? sollte damit nicht einerseits eine annehmbare teilfinanzierung der unis gegeben sein, ohne erneut eine debatte über "zugangsbeschränkungen aufgrund von gebühren" los zu treten?
was meint das forum dazu?

Michael B
011
25.9.2009, 11:14
Die Erbschaftssteuer wurde abgeschafft, weil sie angeblich eine Bagatellsteuer war und die Einhebung so unglaublich teuer.

(C) Wolfgang Schüssel. Sie hat genau 140 Mio im Jahr gebracht.
Die Studiengebühren brachten auch 140 Mio, aber da kann der Betrag gar nicht klein genug sein, daß es sich trotzdem auszahlt, ihn einzuheben....

yoghurtinator
 
48
25.9.2009, 01:25
Solangs noch Arbeiterkinder gibt, die studieren können

werden die Schwarzen auf Studiengebühren drängen.

enhancer
42
27.9.2009, 16:10

bullshit

studiengebühren bekommt man als arbeiterkind sowieso zurück
nur die reichen und ausländer müssen zahlen, genau die die seit derabschaffung gar nichts mehr zahlen müssen

die wiedereinführung der studiengebühren wäre defacto eine art reichensteuer

MirKannsEgalSein
00
3.10.2009, 14:36
Kann mir jetzt bitte jemand erklären

warum der Beitrag meines Vorredners ein rotes Stricherl bekommen hat?

Ist ja alles wahr, auch wenns einigen notorischen VP-Bashern schwerfällt das zuzugeben.

(Der Teil mit den Stierexkrementen war aber unnötig ^^)

NONE
28
24.9.2009, 23:25

Haut's den Hahn endlich raus.

Und sein Titel gehört auch aberkannt - andere werden auch Dank Plagiatisierung überführt.

Irma la Douce
01
24.9.2009, 17:40
Schwarz & Rot haben einander nichts vorzuwerfen ....

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