Internetmobbing bis zum Tod

23. September 2009, 19:16

Großbritannien: Kampagne gegen Online-Tyrannisierung

Die Website der Lokalzeitung wurde von Beileidsbezeugungen lahmgelegt, zur Beerdigung heute, Donnerstag, im westenglischen Churchdown bei Gloucester wurden hunderte junge Leute erwartet: Im Tod hat die 15-jährige Holly G. eine Popularität erlangt, die ihr zu Lebzeiten verwehrt blieb. Genau das Gegenteil war der Fall: Eine Gruppe von Mitschülerinnen soll das Mädchen über Monate hinweg tyrannisiert haben, sie zum Schulwechsel gezwungen und auf ihrer Facebook-Seite Drohungen hinterlassen haben.

Vergangene Woche sprang die Schülerin von der nahegelegenen Autobahnbrücke in den Tod. Sie ist damit das jüngste Opfer von Internetmobbing unter Jugendlichen - und laut Hilfsorganisationen nicht das einzige. Die Regierung will dem Phänomen jetzt mit einem TV-Spot zu Leibe rücken.

"Kampf um Selbstvertrauen"

G.s Familie sprach in einer Erklärung von dem "ständigen Kampf um das Selbstvertrauen unserer Kinder". Darauf zielt auch die Kampagne der Behörden: "Hilf dir selbst und anderen, fühl dich nicht hilflos", schärft das Erziehungsministerium schon seit geraumer Zeit britischen Jugendlichen ein und rät zu kompromisslosem Vorgehen gegen den Online-Terror auf Netzwerkseiten wie Bebo, Myspace und Facebook.

Erkannt

Auch die Justiz hat das Problem erkannt. Ende August wurde eine 18-Jährige wegen Internetmobbings zu einer Jugendhaftstrafe verurteilt. Sie hatte eine Bekannte online mit dem Tod bedroht. Im vergangenen Jahr sorgte eine unheimliche Todesserie in Bridgend (Wales) für Aufregung. 13 junge Leute im Alter zwischen 15 und 26 Jahren begingen in der Umgebung des 40.000-Einwohner-Städtchens Selbstmord, einige von ihnen standen per Internet in Kontakt.

Allerdings beklagte die örtliche Polizei auch eine "unverantwortliche Berichterstattung" mancher Medien. Diese habe zu einer Verherrlichung der Freitode beigetragen, hieß es. (Sebastian Borger aus London, DER STANDARD Printausgabe, 24. Septmber 2009)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 29
1 2
Dr.mumunator
24
24.9.2009, 11:40
Springt lieber

anstatt sich einfach von dem Dreck abzumelden -> Darwin Award.

belgarion666
 
00
29.9.2009, 11:41
es ist sehr seltsam

ich war bis vor einigen monaten in einer community registriert, war viel aktiv, und habe mich schlussendlich zurückgezogen.
ein schritt, der für die user dort nicht nachvollziehbar ist. ich umgekehrt verstehe nicht, wie eine internetcommunity eine so große bedeutung erlangen kann, dass man sich mit seinem nick mehr identifziert, als mit der realität.
man versteht in den communities die benutzung des "profil löschen" button als flucht.

Wald4tler
00
24.9.2009, 16:37
ja, schon merkwürdig, dass man da nicht mehr nach Hilfe sucht, ob über die Eltern, die ehemalige Schule, die Polizei, man kann es leider nicht

beurteilen, weil eben einige Informationen fehlen, jedoch dürfte der psychische Druck schon sehr lange bestanden haben und die Mitschüler sind einfach ekelhafte Charaktere, weil sie hat ja bereits die Schule gewechselt. Was mich aber wundert, wieso hat sie sich bei Facebook angemeldet und nicht über einen anonymen Namen in einem sozialen Netzwerk, usw.... wenn sie wusste, dass sie viele Feinde hatte.

Da suche ich mir doch neue Freunde und bleibe mit den wenigen echten Freunden per EMail in Kontakt.

.... sowas gab und gibt es aber auch noch ohne Internet.

Deshalb sollte man sich im Internet eben nur mit Nicknames und anonym anmelden, diese Identität kann man ohne Probleme wechseln.

Letztendlich ist es aber trotzdem sehr traurig

mitrovic dejan
24
24.9.2009, 09:46
Facebook ist Volksverdümmung

Bessere sache ist in Standard hier zum Posten als Bla,bla,bla mit sogenante "Freunde" zum blödeln.Beispiel http://derstandard.at/fs/125277... d=14139189 Bei Posten Täglich erweitern wier unsere wissen .Komunizieren mit Freunden und Feinden in Forum.Facebook ist eine Seiche die Virus mit name Internet-sucht verbreiten sogar bist in zum mord Führen kann.Vievill kinder haben wier schon an Facebook verloren die wie Zombis und Internet Jankis nur so dahin wegetieren.Beispiel 2 http://www.bild.de/BILD/digi... html.Daher TOD DEM FACEBOOK.Beispiel 3 http://de.reuters.com/article/worldNews

thomazz
00
24.9.2009, 13:34

soso. was du im internet machst, ist also das gute am internet. was du im internet nicht machst, ist das schlecht am netz.

AmazingSpace
11
24.9.2009, 11:46

Facebook ist genau so gut wie jedes andere Spielzeug oder Werkzeug. Es liegt daran es richtig benutzen zu können. Wie intelligent müsste man sein um ein Profil zu löschen wenn man sich gemobbt fühlt?

mitrovic dejan
00
24.9.2009, 10:46
stolmich
01
24.9.2009, 09:20
Ich wurde auch online beleidigt,

und zwar von einer 9jährigen, die mir ständig Freundschaftseinladungen und mails schickte, wo sie sich über Sehbehinderungen totlachte. Zuerst ermahnte ich freundlich, aber es half nix, bis ich die letzte mail an den Kundensupport mit der Bitte um Sperrung dieser userin sandte. Von da weg war Ruhe im Karton. Warum muss man immer erst radikal durchgreifen, damit man erhört wird?? Parallel zu den Vorkommnissen bloggte ich auch darüber, um den Druck auf die Mobberin zu erhöhen. Ich schrieb sogar den usernamen samt mailadresse rein. Cybermobber sollten mit ihren eigenen Mitteln geschlagen werden.

FSK
00
24.9.2009, 16:16

die Reaktion ist ja genau das was diese Leute wollen.
gegen boshafte Leute nutzt eine freundl. Bitte nichts.

HookMind
00
24.9.2009, 09:19

und unten fuenf Facebook links ....

triage
04
24.9.2009, 09:09

Selbstvertrauen, nämlich Vertrauen zu sich selbst und Sicherheit für sich selbst kann ich NUR erlangen, wenn ich primär Vertrauen und Sicherheit durch mein engstes Umfeld (Eltern, Geschwister, Lehrer) erfahren habe. Und das vom 1. Tag meines Lebens an.
Mir kommt teilweise das Kotzen, wie manche Eltern ihren Kindern nichts zutrauen, sie abwerten, für dumm hinstellen, tlw. hänseln ("ist ja nur Spass") etc.
Im Endeffekt ist das häufig nichts anderes als der in die Kinder projezierte eigene Mangel an Selbsbewusstsein.

Das gilt gleichermaßen für die jugendlichen Opfer wie auch für die Täter.

Wasserteufel
02
24.9.2009, 08:22
Ich konnte leider nicht lesen,

welche Konsequenzen den Mitschülern droht?

Heavyweather
00
24.9.2009, 12:55

oder den Betreibern von Facebook...
oder der Betroffenen selbst...
Selbstmord ist auch nicht legal ;)

desserts stressed
03
24.9.2009, 07:44
Zeitproblem

Vielleicht sollten Eltern sich etwas mehr auf die Kinder konzentrieren und zumindest teilweise den Versuch starten, ein Teil ihres Lebens zu sein.
In heutiger Zeit ist es zunehmend schwierig, Arbeit und Familienleben unter einen Hut zu bringen.
Und dennoch sehe ich doch immer wieder, daß es funktioniert. Auch wenn meine Kinder nicht wegen jeder Kleinigkeit zu uns kommen, so ist doch zumindest ein gewisses Maß an Vertrauen vorhanden.

Anfangs dachte ich, ich schaffe es nicht, aber wer Zeit und Interesse für seine Sprösslinge aufbringt wird auch kaum vor dem Problem der "entfremdung" stehen.
Ich will nicht, daß das Internet und die Medien meine Kinder erziehen, obwohl sie sehr wohl einen Teilbereich ihres Lebens eingenommen haben.

4simo
00
24.9.2009, 10:17
wenn alle Ihre kinder nicht bereits erwachsen sind un ihre stellung in der gesellschaft gefunden haben

kann Ihr posting auch ergebnis Ihrer wunschvorstellung sein.
vor dieser hüten Sie sich, denn sie kann verhindern, dass Sie ine fehlentwicklung rechtzeitig sehen, weil Sie damit beschäftigt sind aus der distanz diesekbigen Ihrer achbarn zu analysieren (und sich dabei gut zu fühlen)

Der mit dem langen Hund
 
08
24.9.2009, 06:50
ich hab da nen lösungsvorschlag zu cybermobbing:

einfach nicht mehr auf facebook gehen?! bzw profil löschen?!

vielleicht sollte man mal ne weltweite aufklärungskampagne starten dass man auch OHNE facebook und co exisitieren, leute kennen lernen bzw kontake pflegen kann.

Schweinebärmensch
00
24.9.2009, 12:54

dann ist man als kind aber auch ganz schnell der außenseiter

klckibunti
21
24.9.2009, 08:20

das können sie, das können andere, aber ein kind, bzw. ein jugendlicher tut sich da nicht so leicht.

Heavyweather
00
24.9.2009, 12:57

Kontrollierter Intenetkonsum.
Seite sperren...

Dr.mumunator
00
24.9.2009, 12:43
So ein Schwachsinn

Chakotay
03
24.9.2009, 00:32
Mobbing ist Psychotherror.

Jeder (normaler) Mensch sucht nach Menschen zu denen er passt und bei denen er erwünscht ist. Das liegt an unseren Instinkten. Wenn jemand sich ausgeschlossen fühlt, glaubt der Herdentrieb zb, der Mensch könnte aus "dem Rudel" ausgeschlossen werden (was damals gleich dem Tod bedeutete) und macht negative Gefühle. Darüber zu denken führt in einen negativModus und dann zu einer Gefühls-Gedanken Abwärts-schleife, so dass die Leute am Ende, keinen Sinn im Leben sehen. Natürlich wird es immer Leute geben zu denen man passt und bei denen man erwünscht sein wird, da macht das Großhirn halt eine Falsche Beurteilung der eig. Realität. In so einem Fall hilft nur ein ausenstehender (Therapäut)

Zuneigung ist eben die Grundessens des Menschseins.

An apple a day will ruin your teeth
08
23.9.2009, 22:53

Ja, heute Abend sind wir alle erschüttert über die Gemeinheit der Jugend von heute ... und morgen intrigieren wir wieder um jeden Millimeter gegen die schamlos Frechen von der anderen Abteilung.

Dipl. Ing. Dickes Ding
04
23.9.2009, 21:04
Da kommt auch auf Österreich einiges zu...,

...schließlich wissen die wenigsten Erziehungsberechtigten heutzutage, wer ihre Sprösslinge mitten in der Nacht - oder auch am helllichten Tag - anruft oder ihnen eine SMS sendet. Das hätte es in dem Ausmaß zu unserer Zeit nicht gegeben. Da gab es einen 1/4-Telefonanschluss. Die Mama oder der Papa haben stets gewusst, mit wem Tochter bzw. Sohn telefonisch in Kontakt standen. (Es sei denn, es wurde von einem Mädchen angerufen und wenig später der Telefonhörer an einen Jungen weiter gereicht...) Auch die Cyber-E-Mail-Webspace-Chat-Verherrlichung-Selbstdarstellung, mit Foto und geschöntem Lebenslauf birgt ungeahnte Gefahren... -- Aber reden sie mal mit einem Jugendlichen darüber, der lacht sie glatt aus. "Alles im Griff, Alter!" - Wers glaubt!

Christ Kind
00
24.9.2009, 14:27
hoert sich so an,

alsob "Dickes Ding" in seiner Jugend von den Eltern abgehoert wurde.

Wald4tler
11
23.9.2009, 22:49
natürlich sind die Gefahren gross, überhaupt bei den Plattformen wo man sich mit dem echten amen anmeldet (idR: zB.: Facebook), weil wenn man gemobbt wird, wird man namentlich gemobbt, daraus kommt man nicht mehr raus, weil man mit solchen.....

Informationen viel Schaden anrichten kann. Man kann viel stärker verfolgt werden, psychisch ist es schwer trennbar und man hat sich im voraus ausgeliefert. Leider ist eben Facebook nur so (mit echtem Namen) optimal zu nützen, sonst würde man sich ja nicht finden.....

Ganz anders ist dies bei anonymen Nickname*s, diese kann man löschen, mehrere verwenden und ist psychisch weniger gebunden. Ob in diversen Internetforen (Hobbys, Interessen usw....), ob bei Singebörsen oder div. sozialen Plattformen mit falscher Identität (nur zum Zweck um echte neue Leute kennen zu lernen)

Natürlich, konnte man früher mehr auf den Nachwuchs aufpassen, weil die Möglichkeiten beschränkt waren.

Nur persönlich überwiegen die Vorteile bei weitem.

mfg

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