Einkommensschere

Her mit dem Kuchen

23. September 2009, 19:12

Die jahrzehntelange Erfahrung zeigt: Ohne Strafen geht es nicht

Das Kuchenstück wird ständig größer. Jetzt ist es bereits ein Viertel, das Frauen an ihre männlichen Kollegen abtreten müssen. Dabei besteht das Recht auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit seit mittlerweile 30 Jahren. Beinahe ebenso lange wird dessen Nichterfüllung beklagt. Zu Beginn nur von den Betroffenen, den Frauen. Heute von jedem, der etwas auf sich hält. Zumindest in der Theorie.

Jetzt machen sich zwei Ministerien endlich daran, nicht nur die "Begleitmaßnahmen", wie es so schön heißt, zu setzen, sondern direkt dort einzuhaken, wo es binnen kurzer Zeit zu konkreten Erfolgen kommt: bei der Einkommenstransparenz. Betriebe mit mehr als 25 Mitarbeitern sollen deren Gehälter ab dem kommenden Jahr verpflichtend veröffentlichen – firmenintern und anonymisiert. Die Konsequenz: Wer Frauen nicht gleich bezahlt wie Männer – und auch nichts dagegen unternimmt –, soll zahlen. Gut so.

Die jahrzehntelange Erfahrung zeigt: Ohne Strafen geht es nicht. Jedenfalls nicht ohne deren Androhung. Was hilft den Frauen die größte Kindergartenoffensive, das flexibelste Karenzmodell, die beste Berufsberatung, wenn sie dort, wo sie arbeiten, finanziell ausgepokert werden? Keine Frage, all die erwähnten Faktoren sind wichtig. Aber sie sind unzureichend, wenn man sich nicht ans Eingemachte wagt. Die ÖVP tut sich mit diesem Schritt offenbar schwer. So ist zu befürchten, dass Frauen auch 2010 wieder an dem würgen müssen, was ihnen die Männer vom großen Ganzen übriglassen. (Karin Moser/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.9.2009)

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Posting 1 bis 25 von 47
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The Dark
00
24.9.2009, 18:33
Bei der Einstellung von Behinderten

gibt es auch Strafen wenn man div. Quoten nicht erfüllt.

Hat dazu geführt, dass viele Unternehmen lieber die Strafe zahlen als Behinderte einzustellen.

Ausgeflippter Lodenfreak
00
24.9.2009, 17:07

Jaja, die Frauen sind arme Opfer. Trotz Gleichstellung in allen Bereichen (Bildung, rechtlich, usw.) sind sie noch immer arme Opfer. Ganz sicher liegt es nicht daran, dass die österreichischen Frauen auf viele Vorteile der alten Rollenbilder nicht verzichten wollen und selbst sehr konservative Bilder von der Rolle der Männer und Frauen haben. Sondern es liegt an einer Verschwörung aller Männer, die darum kämpfen weiterhin die finanzielle Hauptlast in den Familien und Beziehungen zu tragen und keine Möglichkeit wollen sich der Kinderbetreuung zu widmen und nicht oder weniger Zeit zu arbeiten.

Name d. Red. bekannt
01
24.9.2009, 15:37

propaganda

monkey makes the world go round
02
24.9.2009, 12:25
ok ein Beispiel

Ich habe vor einigen Jahren einer Umfrage unter Frauen beigewohnt. Jede sollte ihr "Wunschgehalt" und ihr akzeptables Gehalt nennen.
Beides lag eklatant unter dem, was ein halbwegs komfortables Leben mit oder ohne Familie ermöglicht! In ihrem "Marktwert" unterschätzten sich sowohl die ungelernten Frauen gleich massiv wie diejenigen mit Matura.
Wenn man dann noch die Strapazen einer Doppelbelastung miteinbezieht, ist Erwerbsarbeit, wie wir sie kennen: armutsfördernd und krankmachend für alle, auch die Männer!

Norbert Ahrens
07
24.9.2009, 11:31
Ich bin auch für Strafen!


Gegen die Ungleichbehandlung, jawohl!

Will auch fünf Jahre länger leben und als Ausgleich fünf Jahre früher in Pension gehen... So wie das andere Geschlecht!

Was lese ich da?
"Das unterschiedliche Antrittsalter ist Frauen verfassungsrechtlich bis 2019 zugesichert. Bis 2033 soll es zu einer Gleichstellung kommen."

Gutes Datum für die Lohngleichbehandlung, oder?


No Na
00
24.9.2009, 15:13
was hat diese ungleichbehandlung mit der ungleichbehandlung von gleichwertiger arbeit zu tun?

Hubert Ungeist
 
01
24.9.2009, 17:27
Natürlich nichts..

weil es bei gleicher Arbeit gleiches Geld gibt.

Ansonsten müßten Untermehmer verrückt sein das sie Männer bevorzugt einstellen, wo doch Frauen um 25% günstiger sind.

j. j.
32
24.9.2009, 12:07

jaja...
frauen machen in der regel auch heute noch sehr viel mehr unbezahlte arbeit (haushalt, pflege, kinder, etc.) als männer. also regen sie sich ab.

match box
23
24.9.2009, 13:12
Ich mach diese Arbeit

auch wenn ich nicht die Regel habe...

(scnr)

schlecken und gewinnen
00
24.9.2009, 11:35

aufgrund der unterschiedlichen lebenserwartung bzw. sterbetabelle, müssten frauen länger oiswia männer arbeiten.

mika33
00
24.9.2009, 11:12
Das ganze läuft dich darauf hinaus, dass jedem Firmeneigentümer dann

vorgeschrieben wird, was er wem zahlen soll. Unhübsche Personen z.B. bekommen im Durchschnitt auch weniger bezahlt als Personen die dem Schönheitsideal entsprechen. Da könnte man ja auch ansetzen.

Und das mit der anonymen Liste ist ja auch Humbug, jeder weiß sofort wer wer auf der Liste ist.

Und ich bin mir recht sicher, dass Mann und Frau für gleiche Leistungen auch gleich viel bezahlt bekommen, zumindest die die in den letzten 20 Jahren angestellt wurden. Der Unterschied kommt durch verschiedene Branchen, verschiedene Arbeitszeiten, verschiedenes Engagement zustande. Warum sollte der Chef dem schlechten männlichen Angestellten die Gehaltserhöhung geben und nicht der guten weiblichen?

Helmut-S
03
24.9.2009, 10:49
"Jetzt ist es bereits ein Viertel...."

...typischer Propagandatrick: die 25% Unterschied erreicht man nur, solange man Teilzeit, Ausbildung, Berufswahl etc. nicht berücksichtigt - also Äpfel mit Birnen vergleicht - aber genau dieser Äpfel/Birnen Vergleich wird solange medial wiederholt bis es endlich jeder glaubt.

Und selbst bei den 15% Unterschied die überbleiben wenn man o.g. Faktoren rausrechnet, sind noch keine Gefahrenzulagen, Überstunden, Schichtzulagen, Provisionen, unterschiedliche Berufswertigkeiten (Friseurin/Mechaniker) berücksichtigt.

Die Statistik Austria gesteht selbst ein das sie gar nicht die rechtliche Möglichkeit hat, genau nach Branche und Betrieb zu werten. Aber Frau Moser und ihre Freundinnen stürzen sich mit Begeisterung auf solche Pseudo-Zahlen.

grisu00
 
02
24.9.2009, 10:19
Vergleich

Wenn ich die Verdienststatistiken der Statistik Austria verwende komme ich auf folgende Zahlen:

Bruttostundenlohn Vollzeit (Median) Frauen - Männer: 83,43%
Bruttojahreslohn Vollzeit (Median) Fraune - Männer: 78,5%

Die Stundenlöhne unterscheiden sich also um 16,5% und Jahreslöhne um rd. 22%. Ich nehme an, dass sich die 16,5% weitgehend durch unterschiedliche Tätigkeiten innerhalb den Branchen ergibt.

(Quellen:
http://www.statistik.at/web_de/st... 020073.pdf und
http://www.statistik.at/web_de/st... 20079.pdf)

uni kum
03
24.9.2009, 09:21

Frau Moser, verdienen Sie tatsächlich weniger als Ihr gleich qualifizierter männlicher Redaktionskollege? Nennen Sie mich weltfremd, aber ich kann es einfach nicht glauben.

zkk
 
12
24.9.2009, 10:37
naja, wenn ein mann solchen mi*t schreiben würde, dann kann man ihn rauswerfen, was bei quotenfrauen nicht so einfach ist ...

es gibt die gleichbehandlungskommision, dort müssten doch zig-tausende fälle dokumentiert sein, wo frauen für die GLEICHE arbeit um rund 1/4 weniger bezahlt werden, wenn das lt. frau h.h. anscheinend allgemeingültigkeit hat.

EIN konkretes beispiel wäre aber auch nett.

LCMSMS2
016
24.9.2009, 06:32
Da Chefs für gleiche Leistung ...

... (angeblich) Frauen rund 20 bis 25% weniger zahlen müssen, kann man nur eine Schlussfolgerung daraus ziehen: alle Firmeninhaber sind geistig stark eingeschränkt und/oder haben keine Ahnung wer wieviel leistet. Denn bei gleicher Leistung wird man sich wohl für den Mitarbeiter entscheiden, der ein Viertel weniger kostet. Es sollten also überhaupt keine Männer Arbeit haben ...

... unter der Voraussetzung dass "gleiche Leistung für weniger Lohn" zutrifft.

filos xenos
11
24.9.2009, 09:10

Das Dilemma ist: Man darf sie nicht zu weit hinauf kommen lassen, weil dann hätten sie die Macht etwas zu ihren Gunsten zu verändern.

GreyPaladin
00
24.9.2009, 15:17

*lol*

Ja weil "Frauen" genauso eine homogene Menge sind wie "Männer" oder wie? *bruahaha*

shangl
11
24.9.2009, 10:38
ja genau...das ist alles eine riesige verschwörung ;)

pepitant
11
24.9.2009, 13:54
Ja,

nennt sich Patriarchat.

Ava Tar
03
24.9.2009, 00:23
Langsam wird's mühsam

in diesem Land überhaupt noch jemanden anzustellen

Das hat ja nichts mit Geschlechtern zu tun, sondern eher damit, daß eine chinesische Näherin ungefähr 3x so viel hackelt wie eine österreichische Bürotussi und ein taiwanesischer Fabriksarbeiter 3x so viel wie ein österreichischer Maschinenaufsknopferldrücker

NOCH hilft uns unsere höhere Produktivität dabei, nur langsam die Abwärtsspirale hinabzugleiten, aber ich werde nicht müde die zehntausenden asiatischen Auslandsstudenten zu erwähnen, die jedes Jahr in die westliche Welt strömen und 5 Jahre später daheim werken und dort auch zu tausenden an den Unis unterrichten

Die Diskussion ist also eh wurscht, künftig wird zunehmend prekär eingestellt werden. Da könnt's dann um 20 Euro klagen.

haudi
31
24.9.2009, 08:18
genau

WETTBEWERB, WETTBEWERB, WETTBEWERB.

Match dich doch selber, du Horst!

Ava Tar
00
24.9.2009, 19:52

Versuch mal, dich auszuklinken aus dem Wettbewerb

Daß dieser Wettbewerb massenmordet ist längst bekannt

Er wird ja nicht von den Opfern gestaltet, sondern von den Tätern

politisch verfolgt
04
24.9.2009, 00:18
wie peinlich

fr. moser kennt nicht mal die artikel ihrer kollegen.
hier zum nachlesen: "Die eingangs erwähnte Einkommensdifferenz von 25 Prozent - von den roten Ministern mit einer um ein Viertel beschnittenen Torte plastisch dargestellt - beträgt immer noch 22 Prozent, wenn man nur ganzjährig Vollzeitbeschäftigte berücksichtigt. Und selbst wenn man die Zahlen um strukturelle Unterschiede wie Ausbildung, Berufswahl, Karenzzeiten oder Überstunden bereinigt verdienen Frauen in Österreich um bis zu 15 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen."
ziehen wir nun die 6% ab, die sogar schweden nicht verhindern kann, sind wir bei 9%. und das ist eine größenordnung, die allein durch verhandlungsgeschick erklärbar ist.

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
00
24.9.2009, 22:41

Hier für sie noch einmal zum Nachlesen, und bitte, das Hauptaugenmerk auf die/den VerfasserIn des Artikels zu richten

http://derstandard.at/fs/125359... von-Frauen

;-)

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