Karrieresprung

Austrotürke wird Berater des türkischen Premiers

23. September 2009 18:51
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    derStandard.at/Sterkl

    Wien zu verlassen "tut mir schon sehr weh": Gürsel Dönmez

Gürsel Dönmez verlässt Österreich nach 22 Jahren – und wird Berater des türkischen Ministerpräsidenten

"Was meine Aufgabe ist? Das weiß ich selbst nicht so genau", sagt Gürsel Dönmez. Nach 22 Jahren in Wien wird der Politikwissenschafter zurück nach Ankara gehen. Nicht, weil es ihm hier nicht gefällt, sondern weil er ein Jobangebot hat. Dönmez wird Berater des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Er sei als eine Art Stabsstelle für außenpolitische Angelegenheiten zuständig, "wohl hauptsächlich im EU-Raum", vermutet Dönmez.

Die bisherige Laufbahn des 45-Jährigen deutet nicht unbedingt auf den Karrieresprung hin. Der Politikwissenschafter und Wirtschaftssoziologe ist seit 2006 Präsident der "Union Europäisch Türkischer Demokraten Austria" (UETD). Abgesehen davon war Dönmez, der an der Universität Ankara Politikwissenschaft studiert hat, bislang nicht politisch tätig. 

Österreich als "Stimmungsbarometer"

Es sei "nicht das erste Mal, dass ein absoluter No Name eine hohe Funktion in der türkischen Regierung bekommt", kommentiert Cengiz Günay, Türkei-Experte im Österreichischen Institut für Internationale Politik (OiiP), die Bestellung Dönmezs. Dass ganz bewusst ein Austrotürke gewählt wurde, um Österreichs Widerstand gegen den EU-Beitritt der Türkei zu brechen, hält Günay indes für unwahrscheinlich: "Da konzentiert sich die Türkei eher auf die Großen in der EU." Österreich sei lediglich als "Stimmungsbarometer" interessant – "da man hier die eskalierte Stimmung in extremerer Weise beobachten kann".

Dönmez meint im derStandard.at-Gespräch, das Jobangebot sei für ihn "keine Überraschung" gewesen. "Meine Studienkollegen sind alle hohe Bürokraten im Staat geworden. Und in all diesen Jahren habe ich den Kontakt mit ihnen nie abgebrochen." Er selbst werde jedenfalls ein "selbsternannter Vertreter Österreichs in der Türkei" sein.

Die UETD Austria tat sich bisher vor allem mit Maßnahmen zur Förderung der politischen Partizipation von MigrantInnen hervor – etwa mit einer Kampagne, die MigrantInnen zur Stimmabgabe bei der Nationalratswahl aufrief. Ihre deutsche Schwesternorganisation ist als AKP-nahe bekannt. Im Vorjahr bereitete sie den Auftritt Erdogans in der Köln-Arena vor, der von 20.000 Menschen besucht wurde. 

"Herkunft ist eine historische Kategorie"

Der dort getätigte Sager Erdogans, wonach die Assimilation türkischstämmiger Deutscher "ein Verbrechen gegen die Menschheit" sei, zog heftige Kritik nach sich. Dönmez hält den Satz für aus dem Zusammenhang gerissen. "Der Premier will, dass sich die Menschen dort, wo sie leben, integrieren und engagieren." Er selbst hält die Herkunft der MigrantInnen für "eine historische Kategorie": "Ob die Eltern türkische oder deutsche Wurzeln haben, ist nicht so wichtig: Menschen haben tiefere Werte", so Dönmez. Für Österreich werde es "eine Bereicherung sein, dass die neuen Mitbürger ihre Verantwortung üben. Und das begrüßt der türkische Ministerpräsident". 

Monatlich zurück nach Wien

Dass er Wien nun verlasse, "tut mir schon sehr weh", sagt Dönmez. Er plant, monatlich auf Besuch zu kommen. "In Istanbul dauert es drei bis vier Stunden, um irgendwo hin zu fahren. Um von Ankara nach Wien zu kommen, braucht man zwei Stunden. Die Welt ist klein geworden." In nobler Andeutung übt sich Dönmez, wenn das Thema auf Österreichs Umgang mit Minderheiten geht: Er habe Karl Poppers "Offene Gesellschaft und ihre Feinde" in Ankara gelesen, erzählt Dönmez. "Aber richtig verstanden habe ich es erst hier." (Maria Sterkl, derStandard.at, 23.9.2009)

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Lichtfreak
20.10.2009 15:06
Istanbul

darf nicht Wien werden!

GiordanoB
25.09.2009 23:29

Die Feinde der offenen Gesellschaft würde Karl Popper jedenfalls heute nicht nur mehr bei Kommunisten oder Faschisten sehen.
Nicht weiter verwunderlich, wenn Herr Dönmez das nicht ganz versteht.
Aber was soll man von Personen erwarten die für Leute wie Erdogan arbeiten, von dem gibt`s ja auch genug einschlägige Sager:etwa über den "moderaten Islam" der eine Beleidigung wäre.
Oder über sein Zitat der "Moscheen als Kasernen und Gläubigen als Soldaten" oder über die Kurden, "die das Land verlassen sollen, wenn ihnen die Türkei nicht gefällt."

universelles recht auf atomwaffen
28.11.2009 01:02
kümmere dich bitte mal um eure eigenen einschlägigen sagern

wir leben in einem land wo sich die geschichte zu wiederholen scheint: wir leben im jahre 1937, die schwelle der rein geistigen hetze ist bald erreicht!

aber eines kann ich sagen: so ganz ohne widerstand lassen wir uns nicht abführen!

hast du dein wissen den auch aus straches hass seminar?

während in österreich werden nazis präsidenten sein können (waldheim), wehrsportler im parlament sitzen brauchst du keinen mux über erdogan von dir geben!

Zuericher
19.10.2009 18:56

Sowohl Karl Popper als auch Giordano Bruno würden sich im Grabe umdrehen, wüssten sie, welch ein Rassist ihre Namen missbraucht, denn das ist doch in Wahrheit ihr Beweggrund für ihre substanzlose Türken-Hetze, die sich auf Vorurteilen und Unwissenheit stützt.

Walter SB
24.09.2009 16:14
Die Türkei besteht aus 2 Teilen

aus einem fortschrittlichen Bevölkerungsanteil und aus einem rückständigen Anteil. Das Gefälle ist offensichtlich noch steiler als das in Italien. (Nord/Süd)
Ich habe türkische Freunde. Die sind mindesten so hochgebildet und weltoffen wie gebildete und weltoffene Österreicher.
Man hüte sich, die Türkei zu unterschätzen. Das Bild, das so manche türkische Einwanderer in unseren Strassen abgeben ist nicht repräsentativ.

GiordanoB
25.09.2009 23:32

Schade nur, dass ein großer Teil dieser säkularen oder "modernen" Türken nationalistisch ist.

Ich persönlich will weder diese noch religiöse Eiferer.
Und die tatsächlich demokratische Zivilgesellschaft der Türkei stellt wohl die eigentliche Minderheit dar.

universelles recht auf atomwaffen
28.11.2009 01:08
schade sagen hilft nicht weiter

atatürk & co haben den armeniern den garaus gemacht - den den die kurden jetzt auch erleben.

face it: du bist einfach ein islamhasser, kannst es nicht fassen dass die muslime in der türkei die offeneren, demokratischeren sind. wie wäre es mal mit offenheit bei dir?

Kara Mustafa Pascha
25.09.2009 01:29
Österreich besteht aus 2 Teilen

Österreich besteht aus 2 Teilen
aus einem fortschrittlichen Bevölkerungsanteil und aus einem rückständigen Anteil. Das Gefälle ist offensichtlich noch steiler als das in Italien. (Ost/Süd)
Ich habe österreichische Freunde. Die sind mindesten so hochgebildet und weltoffen wie gebildete und weltoffene Türken.
Man hüte sich, Österreich zu unterschätzen. Das Bild, das so manche Österreicher in unseren Strassen abgeben ist nicht repräsentativ.

weiter lesen
31.10.2009 18:56

Genial

Tschuri Cazzino
 
25.09.2009 14:01
Österreich besteht aus 2 Teilen

Österreich besteht aus 2 Teilen
aus mir und aus einem rückständigen Anteil. Das Gefälle ist offensichtlich noch steiler als das im Zoo. (zwischen Zoodirektor und Wirbellosenkäfig)
Ich habe keine Freunde. Denn die müssten mindestens so hochgebildet und weltoffen wie ich sein.
Man hüte sich, Österreich zu überschätzen. Das Bild, das ich in unseren Strassen abgeben ist nicht repräsentativ.
===================================
Wollte er nicht eigentlich das sagen?

Mario Coiffure
 
24.09.2009 16:40
"Die sind mindesten so hochgebildet und weltoffen wie gebildete und weltoffene Österreicher. "

und - lassen sie mich raten - eben so rar wie diese? ;-)

rechtscheipfehler
24.09.2009 15:57
baba

und vile spass beim hinterwäldler.

waeldar
24.09.2009 14:36

da freuen sich aber die fpöler! gibt`s heute dafür freibier?

mika33
24.09.2009 14:11
Das ist aber nicht der Dönmez von den Wiener Grünen, oder?

GiordanoB
25.09.2009 23:33

Nein.

Mario Coiffure
 
24.09.2009 14:08
"Austrotürke macht Karriere!"

(davon abgesehen, dass es sich offenbar um die ganz normale geschichte eines handelt, dem sein network und nichts anderes einen guten posten verschafft hat -)

manchmal fragt man sich schon, was schlimmer ist: die wohlmeinende dummheit von journalistinnen, oder absichtlich perfide stereotypisierungen aus dem rechten eck.

Sir Panda
 
24.09.2009 14:08

Dönmez bedeutet übrigens übersetzt "Kehrt nicht zurück" :)

Franz W. Bernhardt
 
24.09.2009 14:06
Vorbildwirkung

Vielleicht macht diese Bestellung Schule und es werden mehrere Austrtürken in die Türkei berufen. Den Strache wirds freuen.

Anti Staberl
09.10.2009 10:04

Mich auch ! Obwohl mir Strache wurscht ist !

ruamzuzler
24.09.2009 13:15
Austrotürke

Danke, liebe Frau Sterkl für diese Wortwahl. Sie meinen also er ist Ausländer aber doch Österreicher. Ein guter Türke sozusagen.

fischkopp
24.09.2009 14:12

"Austro-Türke mit Migrationshintergrund der 2. Generation" wäre dann voll ins Schwarze treffend.

Michl52
24.09.2009 23:40

ist in dem Fall nicht ins schwarze treffend, sondern schlicht und einfach falsch.

Don Vincenzo
24.09.2009 13:59

Das hat doch die Berichterstatterin erfunden, dieser Begriff wird schon seit längerem hier gebraucht (mich hatte man auch schon mehrmals so bezeichnet gehabt).

guzo
24.09.2009 13:55
Und die schlechten

sind dann Turko-Türken.

schwadronowski
24.09.2009 12:48
austrotürke klingt lässig

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