Ehemaliger FPÖ-Politiker

Buwog: Grasser-Freunde erstatten Selbstanzeige

24. September 2009, 00:08

Zwei Freunde von Ex-Minister Karl-Heinz Grasser, der 2004 die Buwog privatisierte, haben 9,6 Millionen Euro Honorar vom Käufer Immofinanz kassiert

Beim Verkauf der staatlichen Immobiliengesellschaft Buwog an die Immofinanz im Jahr 2004 hat Ex-FP-Abgeordneter Walter Meischberger ordentlich mitkassiert. Der Trauzeuge von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der wiederum für die Transaktion verantwortlich zeichnete, hat über Zypern ein Honorar von acht Millionen Euro erhalten. Gezahlt hat eine Gesellschaft der Immofinanz-Gruppe. Meischberger will sich jetzt mit einer Selbstanzeige vor einem Finanzstrafverfahren schützen. Bereits zuvor war bekanntgeworden, dass der Berater und ehemalige Geschäftspartner Grassers, Peter Hochegger, Provisionen kassiert hatte.

Grasser ist über die Zahlungen "sehr verwundert und verärgert" , wie er dem STANDARD sagte. Von den Beratungsdiensten Meischbergers und Hocheggers habe er erst kürzlich erfahren.

 

***

Wien - Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien und der Sonderkommission der Wirtschaftspolizei zur Immofinanz fördern Sprengkräftiges zu Tage.

Der jüngste Spross der Causa Immofinanz heißt Buwog, auch hier hat Staatsanwalt Norbert Haslhofer Ermittlungen aufgenommen. Seit Anfang dieser Woche gibt es zwei Selbstanzeigen von zwei PR-Managern: von Grasser-Freund Walter Meischberger und Ex-Grasser-Freund Peter Hochegger. Es geht um rund zehn Millionen Euro, die nicht versteuert wurden.

In der Vorwoche wurde durch Berichte von Wirtschaftsblatt und Format aus Einvernahmen bekannt, dass nach dem Verkauf der staatlichenBundeswohnungsgenossenschaft Buwog 2004 unter Finanzminister Karl-Heinz Grasser an die Immofinanz (um 961 Mio.Euro) 9,6 Mio. Euro Provision an den Lobbyisten und damaligen Grasser-Freund, Peter Hochegger, geflossen waren. Er hätte die Immofinanz beim Tenderverfahren beraten und dafür ein Prozent der Kaufsumme erhalten, hat Immo-Chef Karl Petrikovics bestätigt.

Das Geld floss laut Staatsanwaltschaft in den folgenden Jahren in fünf Tranchen und mit Scheinrechnungen an Immofinanz-Gesellschaften - und zwar über eine zypriotische Briefkastenfirma, die Hochegger eingerichtet hatte.

Nun hat sich herausgestellt, dass 80 Prozent des Zehn-Millionen-Honorars bei Meischberger, seines Zeichens auch Trauzeuge des Ex-Finanzministers, gelandet sind - weder er noch Hochegger haben dafür Einkommens- oder Umsatzsteuer bezahlt - und nun also Selbstanzeige erstattet, die sie vor einem Finanzstrafverfahren schützen soll.

Die nun allerorten aufkeimende Vermutung, Grasser könnte von dem Honorar profitiert haben, weisen alle Beteiligten vehement zurück. Georg Ganzger, Anwalt von Hochegger: "Die 20 Prozent, die Hochegger bekam, blieben bei ihm und gingen an niemanden weiter." Meischberger zu Standard: "Grasser wusste gar nichts von unserer Tätigkeit, weil ich das Geschäftliche vomPrivaten immer getrennt habe. Ich wollte ihn damals auch nicht in irgendeinene Interessenkonflikt bringen. Ich habe ihn erst vorige Woche davon informiert" .

Was denn genau Hochegger und Meischberger für die Immofinanz getan haben? "Die Idee kam von mir; wir haben die umfassende strategische Kommunikation und Beratung für den Bieter Immofinanz übernommen" . WobeiPetrikovic laut Meischberger gar nichts von der Involvierung des ehemaligenFPÖ-Politikers wusste, Meischberger, politisch zielich punziert, war offenbar eine Art diskreter Subunternehmer seines engen Geschäftspartners Hochegger. Die Konstruktion der Zahlung über Zypern (7,6 Mio. für Meischberger) sei Hocheggers Sache gewesen, "ich habe sofort Selbstanzeige erstattet, als ich nun drauf kam, dass ich steuerpflichtig war" .

"Seltsames Verfahren"

Die Vermutung, dass die Freundespartie Insiderinformationen aus dem Buwog-Verkaufsprozess vermarktet haben, weisen alle Drei zurück. Tatsächlich war der Verkaufsprozess in den Augen mancher Beteiligter speziell. Am Schluss des Tenderverfahrens standen drei Bieter; Bestbieter war die CA Immo AG, die damals noch mit 60 Mio. vor der Immofinanz lag. Zu diesem Zeitpunkt, so berichtet ein Immo-Aufsichtsrat von einem "etwas seltsamen Verfahren" , sei dann aber die Frist zur finalen Entscheidung um eine Woche verschoben worden - und in der Endrunde lag Immofinanz mit Nasenspitzchenlänge von1,3 Mio. Euro vor der CA Immo.

Eine Darstellung, die Ex-Minister Grasser (seine Freundschaft zu Hochegger, mit dem er die Beratungsgesellschaft Valora gegründet hatte, ist längst beendet; Hochegger lobbyierte für die Meinl-Power-Rebellen und somit gegen Ex-Board-Mitglied Grasser) überhaupt nicht teilt, er ist überhaupt "sehr verwundert und verärgert" . Grasser: "Der Buwog-Verkauf war ein mustergültiger, professioneller Prozess unter Einschaltung einer Vergabekommission. Da bin ich völlig entspannt." Von der Beratungstätigkeit seiner (Ex-)Freunde wisse er erst seit voriger Woche, "ich ärgere mich sehr, dass ich jetzt damit in die Ziehung komme."

Ob ihn vielleicht jemand ausgehorcht habe, damals, in der der Buwog-Zeit? "Nein, die finalen Angebote wurden unter Kamerabeobachtung geöffnet."

Immoeast fordert Geld zurück

Die Causa hat auch Folgen für den Streit zwischen der Immoeast und niederländischer Constantia Packaging B.V.. Die Buwog-Beraterhonorare wurden nämlich von einer Immoeast-Gesellschaft bezahlt - mit Aufschlag und unter falschem Titel. Die Immoeast wird den Betrag nun zurückfordern, bestätigt ihr Chef Eduard Zehetner dem Standard - und zwar von der niederländischen BV, die mittelbar Industrieerbin Christine de Castelbajac gehört. Denn: Das Honorar, das an Hochegger und Maischberger ging, wurde offiziell für Beratungstätigkeiten einer CPB Corporate Finance Consulting (CFC) bezahlt; diese damalige Tochter der Constantia Privatbank gehört heute der B.V. Die CFC fakturierte sie weiter an diverse Immoeast-Töchter. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.9.2009)

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kater bruno
01
25.9.2009, 20:36

Wann wird endlich KHG angezeigt, wegen Selbstbereicherung (steuerfreie Schenkung von Euro 280.000,--,Abschaffung Erbschaftssteuer und dubiose Machenschaften bei Meinl bzw. MEL) und Versorgung seiner Spezies. Fällt dieser Typ nur mehr auf die Butterseite ? Wann steht er endlich gerade für den Schaden, denn er in Österreich angerichtet hat ? !!!!

Lunge
00
3.10.2009, 19:11

Selstbereicherung bei Erbschaftssteuer??

Karlibua
00
25.9.2009, 19:10
So nebenbei noch:

Wo is eigentlich die Kohn? Hat die noch immer kein Russe erwischt? Kann ja net so schwer sein!

bad hair day
00
25.9.2009, 21:50

karlibua, gö, du hostas a net leicht, zur zeit?
i maan......mit die haar *lol*

Karlibua
00
25.9.2009, 22:00
es leben is hoat

lol

Karlibua
00
25.9.2009, 19:03
Aber das Beste ist ja unser Rechtssystem...

Wenn ich mal beim "Schwarzarbeiten" erwischt werde, werd ichs auch schnell mit einer Selbstanzeige versuchen. Wenn man dann die 10.000.000 zu der erwartenden Strafe ins Verhältnis stellt, muss ich dann wahrscheinlich ca. 3,78 Euro ans Finanzamt zahlen und alles is wieder paletti.
Oder is doch net so einfach?

Uberpsoter
00
25.9.2009, 01:45
Seids nicht so streng mit Maischi!

Hätte die CA den Deal gemacht würden diese Wohnungen jetzt in italienischer Hand sein.

Er hat nur seine patriotische Pflicht getan um unser vaterländisches Baugut für unsere Heimat zu retten!

Vielleicht bekommt er ja noch Bundesverdienstkreuz dafür?

duck29
02
24.9.2009, 23:12
Hochegger...

...ist ja neben seiner höchst fraglichen Vorgangsweise (um es diplomatisch auszudrücken) offensichtlich steuerrechtlich völlig unwissend... diese "Naivität" scheint interessant, wenn man sich - natürlich gegen Geld - in Börsenkreisen wichtig macht. Und seine Fähigkeiten als Wendehals sind ja auch beachtlich: erst Pro-KHG, dann (als Lobbyist für die Meinl-Rebellen) gegen ihn... das ist Rückgrat, aber Geld stinkt ja bekanntlich nicht. Der davon stammende, spezielle Geruch dieses feinen Herren sollte ja schon seit dem KHG-Homepage-Skandal bekannt sein... und war da nicht noch etwas mit Scientology...?

Aguirre74
 
00
25.9.2009, 07:22

Ist eigentlich Zypern auf der Liste der Steueroasen zu finden? Wenn ich in meiner Branche zB mit Russen zu tun habe, dann ist im nächsten Satz zu hören: "transfered money to Cyprus Ltd." Scheinbar ist diese Insel nicht nur ein Hort von russischem Schwarzgeld, sondern auch von anderen EU-Ländern. Wieso wird da nicht eingeschritten?

also dann ...
09
24.9.2009, 19:41
heiiiiiii ... das system schüssel - k h g... bricht zusammen ! frage : und w a s... war bei den EURO - FIGHTERN ?!

wohin flossen die "kick - backs"..., denn neben den
b u b e n ...mussten auch andere versorgt werden !

der meischi...
ist zu bedauern, denn wo bekommt er das geld für die eink.steuer her ?
ein vorschlag :
s o l i d a r z u s c h l a g für alle kärntner .

und w a s ist mit der provisiion für PLECH...
von ca. 600.000,- für die "vermittlung" des standortes der neuen justiz-anstalt im 3. ?

und die provisionen von frau h u b e r (öbb)...
für die provisionen immobilien ?

entlarvend offenbart sich das system -SCHÜSSEL...
der Ö...als selbstbedienungsladen für sich + seine "haberer" verstand !

alle gelten - vorerst - als unschuldig...
bis dann.

ALANDER
00
25.9.2009, 10:56
das system schüssel - k h g... bricht zusammen

keine angst bitte, das system "mehr privat - weniger staat" hat uns wesentlich mehr gekostet und dem freundeskreis wesentlich mehr eingebracht...

A., zahler

globetrottel
01
24.9.2009, 22:48

Ja, wirklich ein widerliches System.

Aber warum die vielen Punkterln ?

Uberpsoter
00
25.9.2009, 01:39

Weil "also dann ..." eine KünstlerIn ist.

Schlapsi
00
24.9.2009, 19:16

Und den KHG wollte die Schüsselfraktion zum VP-Obmann machen. Wenn der KHol nicht dagegen gewettert hätte, wäre er es geworden.

ferenc
00
24.9.2009, 19:09

ok. für "umfassende strategische Kommunikation und Beratung" ( bestimmt ein paar telefonate, vom firmenhandy natürlich ) gibt's mal auf die schnelle 7,6 millionen €. wohlverdientes geld. nach meiner berechnung hätte ich bei momentanem einkommen 270 jahre zu arbeiten, um diese summe zu erwirtschaften. mag alles rechtens sein. aber dass der gute mann erst jetzt "drauf kam", dass er steuerpflichtig ist, ist mehr hohn als nötig. und das bleibt alles straffrei? zum k....

Zorro08
00
25.9.2009, 00:05
impertinent

wenn ich das als kleinunternehmer mache verschwinde ich auf jahre, wo hat den der maischberger die gewerbekonzession, und wie kann er jemand beraten wenn er nicht weis, dass er geld versteuern muss,

Marie Luxemburg
01
24.9.2009, 18:05

selbst wenn sie's versteuert hätten. ich möchte den rat hören, der millionen wert sein soll (und dennoch legal ist)

Aguirre74
 
00
24.9.2009, 22:51

Wieviel würden Sie für den Rat von jemandem zahlen, der nicht mal weiß, dass man Einkommen versteuern muss?

siliconvalley
01
25.9.2009, 01:14

guter Rat ist nun mal teuer und keiner kann auf jedem Gebiet "Experte" sein ;-)
Von den "laeppischen paar Netsch", die die Herren fuer den guten Rat eingesackt haben, haetten sie sich unmoeglich noch einen Steuerberater leisten koennen. Da waer ihnen ja nicht die Butter auf's Brot geblieben.</sarkasmus>

Yossarian
014
24.9.2009, 16:54
Grasser ist über die Zahlungen "sehr verwundert und verärgert"

Kein Wunder, hat der Maischberger ihm doch immer nur von 5 Millionen erzählt.

Truchsess
05
24.9.2009, 16:46
Da ist er schon wieder!


http://derstandard.at/fs/125359... esterreich

2. Absatz!

ad vocem
01
24.9.2009, 16:01
*ROFL*

Bin schon gespannt ob sich noch vor der Wahl die Effen ODER die Orangen ereifern zu betonen, dass sie das habgierige Gfrast eh rechtzeitig aus der Partei ausgeschlossen haben.

Gorst
04
24.9.2009, 15:54

KHG könnte jetzt die Poster-Kamarilla eines JM5 gut gebrauchen!

Schüssel Biograf Walter Moers
03
24.9.2009, 15:53

Selbstanzeige?

Die sollen sich gleich selbst einsperren, weil diese Justiz wirds sicher nicht tun.

Zivilgeselle
07
24.9.2009, 17:29
Halbe Miete

Die 2 Herrschaften haben sich nur für Steuerhinterziehung angezeigt?
Wie wärs mit "Beitragstäterschaft zur Untreue". Es wurde vorsätzlich das Geld von Immofinanz Kunden als Provision für Nulleistung bzw. eine allenfalls verbotene Information an Grasser Freunde - über den Tarnweg eines zypriotischen Briefkastens - verschenkt.

Wenn dieser "Justizakt", Teil 17, wieder liegen bleibt, dann müssen die tausenden Geschädigten bzw. die gesammelten Kläger sich ihre Anteile zivilrechtlich holen und der Republik wegen Kontrollversagens zu Leibe rücken.

Dieses korrupte Millionengeschäft hat sich einen Platz im Knast verdient, meine Buberln (ups) Herrschaften.

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