Buch-Präsentation

Verwüstet Fellner publizistisch, dann soll Pirker vor seinem Gotteshaus kehren

23. September 2009, 17:38
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    foto: standard/newald

    Schau an: Wolfgang Fellner (rechts) holt aus, Johannes Bruckenberger (Mitte) wundert sich, Fellner-Biograf Harald Fidler lächelt.

Kein Problem mit Verhaberung: Fellner, Voigt, Grabner - Grabner: "Es hat sich noch kein Funktionär durch ein Inserat gerettet"

"Österreich"-Chef Wolfgang Fellner, News-Boss Oliver Voigt, Fellner-Partner und Mediaprint-Eigentümervertreter Michael Grabner: Sie sehen kein Problem in der Verhaberung von Verlegern mit Unternehmern, Verlegern mit Politikern oder in politischen Gefälligkeitsinseraten. "Wenn die eine oder andere freundschaftliche Unterhaltung mit einer doppelten Inseratenseite garniert wird - es soll nichts Ärgeres passieren." 

Das sagte Grabner Dienstagabend bei der Präsentation von Harald Fidlers neuem Buch über Wolfgang Fellner (Österreichs manischer Medienmacher), in dem der STANDARD-Redakteur die Wechselwirkung zwischen Journalismus und Werbung beziehungsweise Journalismus und Politik in den Fellner'schen Medien aufzeigt. "Es hat sich noch kein großer Funktionär, sei es aus Politik oder Wirtschaft, durch eine Anzeige gerettet", beschwichtigte Grabner. 

News-Boss Voigt sagte, Redaktion und Werbung würden nicht vermengt, trotz des in Österreich jovialen Klimas zwischen Medien, Unternehmen und Politik. "Hof- oder Bezahltjournalismus funktioniert nicht. Wir reden über etwas, das es so gar nicht gibt."

"Mal so, mal so"

Bei Wolfgang Fellner fielen üppige Inserate aus der roten Reichshälfte auf. "Stimmt ja gar nicht", erklärte Fellner, auch andere Parteien schalteten - !mal so, mal so". Im roten Wien dominiere naturgemäß "rot und nicht schwarz". 

Fellners Verhältnis zur Regierung beschrieb Styria-Chef Horst Pirker zuletzt mit "Freundschaft über mehr oder minder sanften Druck bis hin zur Erpressung". Und "vorauseilender Bereitschaft zum Verkauf journalistischer und ethischer Standards". Der Presse sagte Pirker, Fellner habe als Unternehmer viel erreicht, aber entscheiden beigetragen, "das Land publizistisch zu verwüsten". 

Fellner konterte: "Kaum jemand nutzt seinen Status so aus wie Pirker. Er ist die Inkarnation des österreichischen Durcheinanders mit seinen Gschaftln." Wenn jemand "dem Land Schaden zugefügt" habe, dann Pirker mit dem Versuch, den Journalisten-Kollektivvertrag abzuschaffen. "Pirker soll lieber vor seinem eigenen Gotteshaus kehren." (APA, DER STANDARD; Printausgabe, 24.9.2009)

Zum Thema
Die "irre Welt" des Wolfgang Fellner - STANDARD-Journalist Harald Fidler beschreibt das Leben des "manischen Medienmachers" vom "Rennbahn-Express" bis "Österreich" - Mit Gewinnspiel

Link zun Buch
wolfgangfellner.at

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16 Postings
dajaga
00
26.9.2009, 00:26

was ist bitte eine legitime form der bestechung - der großmeister himself löst den gordischen knoten.
von ihm kann sogar der wolferl noch was lernen - mit oder ohne halfter.
in der hitze des gefechtes habe ich eine wesentliche sache vergessen.
wiewohl wir dies nicht besprochen haben, würde ich es als sehr freundschaftlichen akt der courtoisie sehen, wenn der u.a. uns das erklärt.
das macht schließlich bei seinen kunden, die das lesen und bei denen er die spuren der sympathie hinterlassen hat, einen guten eindruck und vielleicht ein doppelseiterl fürs nächste hefterl.
herzlichst der obige hie und da

Christian W. Mucha
00
24.9.2009, 16:59
Positve Berichterstattung

Bei aller Verwunderung über Entrüstung hie und Naivität da - es gibt eine durchaus legitime Form der Bestechung, die auch im elendiglichen Gegengeschäfts/Goodwilljournalismus ihre Spuren hinterlässt: das ist die Sympathie...
Naiv ist, wer annnimmt, dass heute, wo die Medien für jeden Werbecent unendlich dankbar sind, die hehre Freiheit des Journalismus noch greifen würde. Gegriffen wird nach Aufträgen, wo noch was geht:
Und am leichtesten gehts noch bei der öffentlichen Hand (die sich in den Taschen der Politiker befindet). Daraus folgt... (ergänzen Sie selbst)

Beamer
02
24.9.2009, 08:47

bitte sich das auf der Zunge zergehen zu lassen:
"Wenn die eine oder andere freundschaftliche Unterhaltung mit einer doppelten Inseratenseite garniert wird - es soll nichts Ärgeres passieren."

Danke.

René Herndl
01
24.9.2009, 00:04
Was zu beweisen war:

Die Boulevardisierung der österreichischen Presselandschaft schreitet unaufhaltsam fort und nähert sich mit Rasanz der absoluten Niveaulosigkeit an die sich am Beispiel der Krone orientiert. Ein Armutszeugnis für den österreichischen Journalismus!

Der Journalismus ist tot - hoch lebe die Journaille
00
24.9.2009, 12:53
Ganz eloquent möchte ich dazu folgendes sagen:

*grmpf*

dajaga
00
23.9.2009, 23:51
ich irre österreich wolfgang fellner

ein beweis mehr für den - nicht einzigen flop - von wofe, wenn sich österreich (gemeint sind die täglichen wegwerfzetteln) trotz wechselwirkung so gar nicht mit anzeigen präsentiert.
beachtlich dass man darüber ein buch schreibt, das vom hauptdarsteller nicht gewollt und dann doch gemeinsam präsentiert wird.
gartenschläuche der österreichischen medienlandschaft vereinigt euch!
eine schlechte kopie von dichand ist eben immer nur einen schlechte kopie.

erhard71
00
23.9.2009, 22:45

Feine Sache. Aber jetzt haben die eigenwerbefestspiele bitte wieder ein ende, ok?

drKannibalFekter
 
03
23.9.2009, 14:54
ausgerechnet der Fellner klagt ...

über Pirker´s Verhalten gegenüber Kollektivvertrag und Mitarbeiter. Dabei könnte Pirker von den Fellners noch vieles lernen.....
Gegen Fellner ist Pirker ein Gentleman!

guguck
00
23.9.2009, 14:16
nicht unspannend

was extradienst dazu berichtet: http://www.extradienst.at/Artikel.3... 8cd.0.html

Aufpasser1
04
23.9.2009, 13:41

"dass es eine Vermengung von redaktionellen Inhalten und Werbung, trotz des in Österreich vorherrschenden jovialen Klimas zwischen Medien, Unternehmen und Politik, nicht gebe"

Nach 15 Jahren in dieser Branche nehme ich es mir heraus, dies stark anzweifeln zu dürfen.

Rigglerobber
00
24.9.2009, 17:02

dafür reicht ein Jahr in der Branche und nur ein offenes Gespräch mit einem Anzeigenkeiler von Österreich und man kann nur mehr schallend lachen über diese Behauptung...

Alter Knochen
00
23.9.2009, 19:33

Ein Wort: WOMAN

Antel10
01
23.9.2009, 18:41
Du hast das noch sehr fein ausgedrückt...

dafür Respekt.
Die Aussage Voigts ist meiner Ansicht nach eine echte Frechheit. Glaubt der, was er sagt - oder hält er seine Zuhörer für Volltrotteln. Jede Ausgabe von NEWS ist ein Gegenbeweis - siehe die unendlichen PR- und Werbestrecken im Gesundheits- oder Reiseteil. Und unabhängiger Motorjournalismus ist sowieso ein Widerspruch in sich...
Zur schwahcen Verteidigung sei gesagt: Redakteure und ihre Chefs sind auch nur Menschen und daher als solche IMMER beeinflußbar. Es ist nur die Frage, wie geschickt man es kaschieren kann...

peter purzel
00
23.9.2009, 12:48
Bezeichnend ist...

..das Herr Voigt den zu erlangenden Respekt der Werbebranche betont. Qualitätsmedien sind wohl dem eigenen Ethikkodex und dem Leser verpflichtet.

hd120
05
23.9.2009, 12:25
Vermengung redaktioneller Inhalt und Werbung "gibt es nicht"

= realitätsverlust 3. grades

Ich bin wirsch, gezogen und gehobelt.
 
00
23.9.2009, 20:05

Ist so ähnlich wie bei der gesponserten Forschung, bei der gesponserten Kultur und beim gesponserten Sport. Wer das Geld hergibt, will was dafür haben, und Ansehen und Bekanntheit sind auf Dauer zu wenig.

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