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Wolf Haas hat den siebenten Brenner-Krimi auf den Markt gebracht.

Haas liest und Hunderte kommen hin. Der Autor stellte sein neues Buch Ende August im Museumquartier vor.

Josef Hader als Simon Brenner in der "Knochenmann".
"Ich steh auf und schreibe ein paar Stunden, bis ich müde bin." Erfolgsautor Wolf Haas gibt im E-Mail-Karriere-Telegramm von derStandard.at Einblicke in seinen Schaffensprozess. An seinem neuen Bestseller "Brenner und der liebe Gott" hat er zwei Jahre gearbeitet. Nicht nonstop, aber immer wieder mal. Die Fragen stellte Oliver Mark.
derStandard.at: Nach den bisherigen Brenner-Krimis lag die Latte für Ihr neues Buch sehr hoch. Wie sieht Ihre persönliche Zufriedenheit aus?
Haas: Es ist mein mit Abstand erfolgreichstes Buch, also wird's schon passen. Ich versuch, darüber nicht zu viel nachzudenken.
derStandard.at: Haben Sie die Buchrezensionen über "Der Brenner und der liebe Gott" gelesen oder will man damit nicht konfrontiert werden?
Haas: Es kommt darauf an, eine Kritik in der "Zeit" les ich eher als eine in der "Jagdrevue". Aber das meiste überflieg ich nur, weil es ja insgesamt eine ziemliche Menge ist. Wenn mir der Verlag so einen Stapel zuschickt, geh ich damit direkt zum Altpapiercontainer, blättere dort ein paar Minuten, und hau alles rein.
derStandard.at: Wie kann man sich den "typischen" Arbeitstag von Wolf Haas vorstellen? Wie sieht der Schreibprozess bei Ihnen aus?
Haas: Ich steh auf und schreibe ein paar Stunden, bis ich müde bin, das ist ungefähr zu Mittag. Also ganz angenehm.
derStandard.at: Was bedeutet für Sie mehr Stress: Das Schreiben per se oder das anschließende Absolvieren von diversen Interviewterminen, Lesungen etc.?
Haas: Es ist eigentlich beides nicht besonders stressig. Es zwingt mich ja niemand zu irgendwas. Aber vielleicht werde ich es anders sehen, wenn ich die 40 Lesungen in diesem Herbst hinter mir hab.
derStandard.at: Wie lange haben Sie an Ihrem neuen Buch geschrieben?
Haas: Der Zeitraum war ungefähr zwei Jahre - wie eigentlich bei jedem meiner Bücher. Aber natürlich schreib ich da nicht die ganze Zeit dran. Zwischendurch liegen lassen, überarbeiten, aufgeben, alles neu schreiben, draufkommen, dass die erste Version eh am besten war, draufkommen, dass alles miteinander ein irrer Schas ist, den Beruf wechseln, auswandern, wieder anfangen, so vergeht die Zeit.
derStandard.at: Wie entspannen Sie sich vom beruflichen Stress?
Haas: Ich fürchte, es ist eher umgekehrt - ich entspanne mich beim Arbeiten vom Daseinsstress.
derStandard.at: Wer oder was nervt Sie in Ihrem Job am meisten?
Haas: Nervig ist, wenn irgendwelche Nebenbemerkungen Jahre später im Internet ein Eigenleben kriegen. Plötzlich wird aus einer uralten ironischen Antwort ein bierernstes "Credo". Aber ich bin vermutlich nicht der einzige, dem das so geht.
derStandard.at: Wie definieren Sie bei Ihren Büchern Erfolg (Verkaufszahlen, Kritiken, persönliche Zufriedenheit)?
Haas: Mir ist ja der Begriff "Erfolg" total suspekt. Einmal hab ich mir ein T-Shirt mit dem Wort "Erfolgsautor" machen lassen, aber in drei Teile gehackt: Erfolg, Sau, Tor.
derStandard.at: Welche Autoren fungieren als Vorbilder oder Inspirationsquellen?
Haas: Keine Autoren, eher Erinnerungen.
derStandard.at: Welchen Traumberuf hatten Sie in der "Sandkiste"? Was wollten Sie als Kind werden?
Haas: Ich bin als Landkind sehr vom Fernsehen der 60er Jahre geprägt, also alles, was im Fernsehen war, wollte ich werden: Schwergewichtsboxer, Rennfahrer, Astronaut, Mittwochskasperl, Beatle oder Mörder.
derStandard.at: Können Sie sich einen anderen Beruf vorstellen?
Haas: Die eben erwähnten finde ich immer noch ganz reizvoll.
derStandard.at: Wie viel Brenner steckt in Wolf Haas?
Haas: Wahrscheinlich ungefähr gleich viel wie in Ihnen.
derStandard.at: Welches Buch lesen Sie gerade?
Haas: "Böse Schafe" von Katja Lange-Müller. Sehr zu empfehlen. (derStandard,at, 30.9.2009)
Zur Person:
Wolf Haas (48) wuchs in Maria Alm in Salzburg auf. Er studierte an der Uni Salzburg zunächst Psychologie, später dann Germanistik und Linguistik, wo er auch promovierte. Von 1988 bis 1990 arbeitete er als Universitäts-Lektor in Swansea (Südwales). Zurück in Österreich werkte Haas als Texter in Werbeagenturen.
Von 1996 bis 2003 schrieb er sieben Kriminalromane, sechs davon mit Simon Brenner als Protagonisten. Im September 2006 folgte der Roman "Das Wetter vor 15 Jahren" und im August 2009 feierte Simon Brenner in "Brenner und der liebe Gott" sein Comeback.
Haas' Bücher wurde mehrfach prämiert, u.a. erhielt er dreimal den Deutschen Krimi Preis. Bis jetzt wurden drei Krimis mit Josef Hader als Simon Brenner verfilmt - "Komm, süßer Tod", "Silentium!" und "Der Knochenmann".
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