Unappetitliche Mängel bei Schankanlagen

23. September 2009, 11:15

Mikrobiologische Mängel: zwölf untersuchte Anlagen beanstandet

Wien - Im Rahmen einer vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) angeordneten Schwerpunktaktion wurde von Februar bis April 2009 der Hygienestatus von Schankanlagen in Gasthausbrauereien in drei Bundesländern (Oberösterreich, Tirol und Salzburg) durchgeführt. Insgesamt wurden 25 Proben gezogen und von der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, bewertet. Zwölf der 25 Proben wurden wegen mikrobiologischer Mängel beanstandet.

Ergebnisse der Untersuchungen

Zwölf Proben wurden wegen des Vorhandenseins von bierschädlichen Bakterien, Milchsäurebakterien oder Fremdhefen beanstandet. Bei zwei dieser Proben war zudem der Mindeststammwürzegehalt nicht eingehalten. Zwei Proben aus Oberösterreich enthielten - eher unüblich - Escherichia coli. Die Einbringung dieses Darmbakteriums in Bier geschieht aller Wahrscheinlichkeit nach über eine unhygienische Zapfanlage oder lecke Gerätschaften, die Haarrisse oder Schweißnahtkorrosionen aufweisen und mit Brauchwasser gefahren werden.

Unerwünschte Keime

Das fertige Bier schafft eine Reihe von Bedingungen, unter denen nur bestimmten Keimgruppen wachsen können. Bierschädliche Bakterien wie Laktobazillen oder Pediokokken treten nach der Gärung bzw. nach der Reifung in den Vordergrund. Sie schädigen jedes Bier, in das sie gelangen und verursachen Geruchs- und Geschmacksfehler, Trübung und/oder Bodensatz. Fremdhefen - alle Hefestämme, die nicht mit der zur Bierherstellung eingesetzten Kulturhefe (Gattung Saccharomyces) identisch sind - können Geschmacks- und Geruchsfehler hervorrufen. Trübung und Bodensatz deuten auf starke Keimentwicklung hin.

Geschmacks- und Geruchsfehler werden dadurch verursacht, dass die Mikroorganismen Inhaltsstoffe des Biers als Nahrung verbrauchen und andererseits ihre Stoffwechselprodukte ins Bier gelangen. Es gibt drei kritische Stellen, an denen es immer wieder zu Schädigungen des Biers kommen kann: Mangelhaft gereinigte Leitungen und Tanks - erhöhte Infektionsgefahr besteht bei Einbauten (wie Durchflussmessern und Hähnen) , die eingesetzte Hefe und die Schankanlage - die Kompensationshähne sind kompliziert aufgebaut und schwer und umständlich zu reinigen. In mangelhaft gereinigten Bierleitungen bildet sich mit der Zeit ein Biofilm, der nicht mehr leicht zu entfernen ist. (red, derStandard.at)

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12 Postings
Kelborn
00
24.9.2009, 09:58
solche Kontrollen gibt es viel zuwenig

Ich kenne einige Gaststätten, dir dringend mal kontrolliert gehören. Zudem sollten die Regeln strenger werden und die Strafen höher (bis Berufsverbor für Köche usw).

Früher waren Kochhauben noch üblich. Heute sieht man sie fast nicht mehr (meist ersatzlos gestrichen). Es wird alles mit den Händen angetatscht (auch nach dem Kochen noch) und vom Händewaschen halten in den Küchen auch viele nichts...

Sir Jimmy III
01
24.9.2009, 08:30
Selten aber doch ...

... gibt's hier auch was von den USA zu lernen. Die Ergebnisse der regelmäßigen Hygieneuntersuchungen sind dort in einigen Bundesstaaten im Eingangsbereich aufzuhängen. Das schafft - neben dem natürlich vorkommenden Bodeensatz korrupter Tester - Transparenz für den Konsumenten.
Brauereien bieten üblicherweise Schankreinigungen an, nur die Gastronomen sparen hier schlicht und einfach.

Bier Teufel
00
23.9.2009, 21:47

eine falsch interprätierte schankanlagenverordnung beschert uns teilweise grausliche zustände. aus "reinigung nach bedarf, jedoch min. nach 3 monaten" - so stand es in der ehemaligen verordnung. die gierigen wirte wollten aber vom "bedarf" nix wissen. gute bierqualität setzt aber einen 2-4 wöchigen reinigungsintervall voraus.
warum die ARGES wie im artikel erwähnt nur die kleinen gasthausbrauereien testet? weil sie ganz einfach schiss vor den größen wie heineken (zipfer, gösser, etc) und coke hat. coke zb reinigt alle 6 monate ihre schankanlagen - vor allem orange oder apfel sind hoch infektiös, coliforme inklusive!
Ö ist in dieser beziehung leider ein saubartelland - selbst in den "entwicklungsländern" wird öfters gereinigt!

presonic
00
23.9.2009, 20:22
mich würde folgende studie dazu interessieren:

sind oberösterreicher, salzburger und tiroler härter im nehmen, weil sie einfach durch ihre wirte besser abgehärtet wurden? was sagen die sterberaten? ;-)

skipper2002
00
23.9.2009, 19:28
ich trink sowieso nur klausthaler

dass gibt es nur in flaschen.

Kelborn
00
24.9.2009, 09:58

schreibt man aber mit c oder?

ranchorelaxo
00
23.9.2009, 18:01

weiss ja warum ich flaschenbier bevorzuge!
übrigens...was ist mit dem ganzen pickigen limonaden zeugs, welches ja auch sehr häufig durch den schankkopf wandert?

presonic
00
23.9.2009, 20:21

das hat von haus aus weniger keime in sich. daher ist die gefahr mit sicherheit kleiner.

ich muss sagen, das schankbier schmeckt meistens besser, daher würd ich kein flaschenbier trinken.

Lethawae
00
23.9.2009, 19:43

Kommt drauf an wo.
In der Bierklinik, wo das Bier noch so richtig gezapft wird und nicht in einem Durchgang in 20 Sekunden fertig ist, oder in einem anderen Lokal in dem noch richtig ausgeschenkt wird bevorzuge ich immer Fassbier.
Da aber eh fast alle aufs Schnellschnellbier umgestiegen sind ist die Flasche meist besser.

soamist
00
23.9.2009, 15:02

ab dem dritten krügerl spielt da geschmack eine immer geringe rolle

Kräuterpfarrer Escobar
00
23.9.2009, 11:24
Hier werden doch 2 Probleme vermischt, oder?

Die Überschrift "Unappetitliche Mängel bei Schankanlagen" ist etwas verwirrend: Es wird ja das Bier beanstandet, das von diesen Kleinst-/Gasthausbrauerei gebraut wird: Bakterien, Stammwürde, Fremdhefe. Das hat nichts mit der Schankanlage zu tun, soweit ich das sehe.

Daneben gibt es aber das Problem mit unhygienischen Schankanlagen. Bei diesen spielts aber keine Rolle, ob das Bier jetzt selbstgebraut oder zugekauft ist.

Jedenfalls bestätigt mich ersteres, dass ich immer schon misstrauisch gegenüber diesen selbstgebrauten Bieren war.

ranchorelaxo
00
23.9.2009, 18:05

gesetzlich müssen die leitungen der schankanlagen, ich glaube alle 3 monate gereinigt werden...nur wo kein kläger... ;)
ich bevorzuge in lokalen ganz bewusst immer flaschenware.

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