Datenskandal

ÖBB: Experten bezweifeln Aufklärungswillen

23. September 2009, 19:06
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    foto: standard/andy urban

    Die ÖBB, im Bild ein Triebwagen des schnel- len Railjet, ist nicht nur wegen der Datenaffäre in Schieflage geraten.

Der Aufsichtsrat der Bahn will die Staatsanwaltschaft einschalten und gelobt, Licht in die Affäre zu bringen

Der Aufsichtsrat der Bahn will die Staatsanwaltschaft einschalten und gelobt, Licht in die Affäre um illegal gesammelte Krankheitsdaten zu bringen. Experten sprechen von einem Ablenkungsmanöver. 

***

Wien - Die ÖBB kommt nicht zur Ruhe. Wer sich ein großes Reinemachen bei der am Dienstag abgehaltenen Aufsichtsratssitzung erwartet hatte, wurde enttäuscht. Das Aufsichtsorgan der ÖBB-Holding hat sich lediglich darauf verständigt, in der Causa "Krankendaten-Speicherung" eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft zu schicken. Zudem soll ein externen Datenschutzexperte Licht in die Sache bringen - der Standard berichtete. Nun hegen aber Rechtsexperten Zweifel, ob es der ÖBB wirklich an Aufklärung gelegen ist.

"Das ganze sieht nach einem Ablenkungsmanöver aus," sagte ein mit der Sache Vertrauter im Gespräch mit dem Standard. Die illegale Sammlung und Speicherung von Krankendaten tausender ÖBB-Bediensteter sei "kein strafrechtlich relevantes Delikt", die Staatsanwaltschaft sei somit die falsche, weil nicht zuständige Adresse, um die Sache aufzuklären. Selbst ÖBB-Personalchef Emmerich Bachmayer hatte am Freitag gesagt, er sehe im Zusammenhang mit den illegal erhobenen Krankendaten "kein strafrechtlich relevantes Delikt.

Die Frage, wer bereits seit der ominösen Aufsichtsratssitzung im Mai 2008 über die Dokumentation von Diagnose-Daten informiert war, beschäftigt weiter die Öffentlichkeit. Für Spekulationen sorgte am Mittwoch der Umstand, dass der Generalsekretär des Verkehrsministeriums, Herbert Kasser, im Kontrollgremium der ÖBB sitzt.

Der damalige Verkehrsminister, Bundeskanzler Werner Faymann, bekräftigte allerdings, dass er von seinem Beamten nicht informiert worden sei. Auch seine Nachfolgerin im Ressort, Doris Bures, beteuert, nichts von dem Skandal gewusst zu haben. Personelle Konsequenzen ist der Aufsichtsrat am Dienstag ebenso schuldig geblieben wie Beschlüsse zu den Tagesordnungspunkten. Verschoben wurde sowohl die seit einem Jahr überfällige Bestellung eines neuen Finanzvorstands für die Personenverkehr AG - der Posten wird seit dem Wechsel von Josef Halbmayr in die ÖBB Holding von diesem in Personalunion gemanagt - als auch von Führungspersonal für das Shared Service Center.

Unklar ist zudem, wie viele Strecken die Bahn stilllegen will. Aufsichtsratschef Pöchhacker bestritt lediglich, dass es in Summe 1600 Kilometer sein werden. Klar sei, dass sich der Vorstand angesichts der Nachfrageeinbrüche bei der bahn mit der "Wirtschaftlichkeit sowohl von Strecken als auch von Knotenpunkten" beschäftigen müsse. Die SPÖ hat am Mittwoch sicherheitshalber deponiert, dass es mit der Kanzlerpartei kein Streichungsprogramm geben werde. Es seien aber auch die Bundesländer gefragt, bei der Finanzierung von defizitären Nebenbahnen mit zu zahlen.

Offen blieb bei der Aufsichtsratssitzung auch, welche Konsequenzen die 620 Mio. Euro-Spekulationsverluste der Bahn nach sich ziehen werden. Last, but not least ist weiterhin unklar, was die Staatsbahn mit ihren angeblich überzähligen Mitarbeitern macht.

Behauptungen von ÖVP-Verkehrssprecher Ferdinand Maier, wonach die Bahn 2003 unter der damaligen VP/FP-Regierung praktisch schuldenfrei gewesen seien, konterte SP-Gewerkschafter Wilhelm Haberzettl mit der Feststellung: "Das ist eine ÖVP-Lüge." (APA, ung, stro, as, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.9.2009)

Kommentar posten
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Andreas Högn
12
24.9.2009, 10:31
Als Familie mit 5 Personen zahlen wir 4500,- pro Jahr an die ÖBB ohne einen Kilometer damit zu fahren

Warum wird über Datenskandal, der er ist, mehr diskutiert als über Krankenstandsfeiern!
Warum untersucht der Staatsanwalt nicht auch nach vermeintlich Kranken die unsere Volkswirtschaft betrügen!

Katrin333
00
5.10.2009, 14:26

@Andreas Högn:

Ich schließe mich deiner Meinung an. Ich glaube auch, dass allgemein darauf geachtet werden soll, dass nicht irgendwelche Sozialschmarotzer alle möglichen staatlich geführten Betriebe ausnutzen, und dann für die, die´s wirklich brauchen weniger übrigbleibt.

Außerdem mein ich , dass die ÖBB ein riesiger Betrieb ist, wo man jetzt nicht alle und alles schlecht reden kann, nur weil einer oder auch einige Leute dort, irgendwas falsch gemacht haben. Es ist nun mal so, je größer der Betrieb ist, desto schwieriger wird die Kontrolle.

Elfmeter
13
23.9.2009, 22:49
Mag alles Unrecht sein, beim Datenskandal......

.....die Frage bleibt aber: Wie verhindert man, dass außerordentlich "kranke" Bundesbahner MEIN und DEIN Geld für ihre überdurchschnittlichen Krankenstände bezahlt bekommen? Eigentlich eine Frechheit, was sich diese ÖBBler erlauben.

Franz N.
 
01
24.9.2009, 16:46
Wer sagt...

das die Eisenbahner überdurchschnittlich im Krankenstand sind?
Der Hr. Nigl brauchte eine Erklärung für das illegale sammeln der KS-Daten. Also hat er scih in einem Interview des ORF hingestellt und einfach eine Zahl (27 Tage) in der Raum geworfen. Die wurde nicht überprüft von allen Medien übernommen weil, 'die Eisenbahner sind eh alles faule Hunde die nur tachinieren. Wissen wir ja alle.'
Das der selbe Hr. Nigl vor 2 Jahren nur von 13 KS-Tagen bei den ÖBB gesprochen hat (damals brauchte er offenbar noch keine Erklärung....), interessiert offenbar, auch die Journalisten, nicht.
Müsste man ja recherchieren....wo kämen wir denn da hin?
Und, auf wen würden wir dann losgehen?

sestrelevante
01
23.9.2009, 19:07
Liefert sachverhaltsdarstellung an das Salzamt,,

Glaubt wirklich jemand das eine Krähe der anderen ein Auge aushackt ,,jeden kleinen Rechtsbrecher würden man natürlich mit aller härte des Gesetzes verfolgen nur Bonzen haben in Österreich Narrenfreiheit,,

jacques05
00
23.9.2009, 18:42
zeigt sich pöchhacker nun selbst an...?

Franz N.
 
00
23.9.2009, 18:40
Da hat sich wohl...

ein kleiner Fehler im Text eingeschlichen.

Beim ASVG werden keine Kurzzeitkrankenstände in die Tatistik eingerechnet...bei der Bahn sehr wohl.

Franz N.
 
00
23.9.2009, 18:41

Das fehlende 'S' bei Tatistik darf sich jeder dazudenken. :)

Edward NORTON
04
23.9.2009, 16:26
"...auf eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft und die Beauftragung von externen Datenschutzexperten"

Kann das Wahlvolk jetzt davon ausgehen, dass es bei Gesetzesübertretungen auch selbst externe Experten bemühen darf, anstatt sich mit der lästigen Justiz auseinandersetzen zu müssen? Selbstverständlich nicht, diese Gleichbehandlung erwartet sich natürlich auch Leser!

Ich kann mich nicht erinnern, dass die ÖBB ein Staat im Staate ist der sich der Gerichtbarkeit nicht beugen muss. Wer Entscheidungen trifft ist gemäß seiner Position dafür zur Verantwortung zu ziehen, ohne Ausnahme. Die Verantwortlichen müssen jeglichen Bezug zur Realität verloren haben. Wer so stümperhaft im politnahen Segment operiert, dem ist nicht mehr zu helfen und gehört aus der Unternehmensstruktur per sofort extrahiert.

Miko9
01
23.9.2009, 15:56
Deutliche Tarifreduktion auf unausgelasteten bzw. unrentablen Strecken!

Warum senkt man nicht drastisch die Fahrpreise auf den sowieso schon unrentablen Strecken und lockt damit Fahrgäste?

Wie wäre es mit halbem Preis ohne Vorteilscard und kostenlos, wenn man eine Vorteilscard besitzt?
Dadurch fahren dann vielleicht mehr mit den Fernverkehrszügen, wenn die Zulaufstrecken besser genützt werden!?

grün kann nur verlieren
76
23.9.2009, 15:17
tja wo "rot"

regiert herrscht nur chaos und geldverschwendung.... !

Hafner
00
24.9.2009, 14:12
Das Einzige, was die Linken ...

... vom Geld verstehen ist, dass sie es von anderen wollen.

knork
 
03
24.9.2009, 10:01
Leider waren es tiefschwarze

die across the border geleast haben

die 620 Mio verzockt haben

die wertvolle Immobilien an "Nahestehende" verschleudert haben

die angewiesen haben die Krankendaten zu sammeln


Den Roten muss man vorwerfen, dass sie noch immer nicht angemessen darauf reagieren.

Wie wärs also, wenn sie ihren Kopf aus dem Posterior des Raiffeisenverbandes/ÖAAB/.... (Passendes hier einsetzen) rausziehen und sich mal umschaun, ein kleiner reality-check sozusagen

fernandotorres9
00
23.9.2009, 15:27

begründen sie ihre aussage auch? haben sie den artikel gelesen?

wenn ja, nehmen sie bitte ihre vorurteilsbrille ab und lesen sie ihn objektiv noch mal, danke

KTHXBYE
07
23.9.2009, 14:48
"ÖBB liefert Sachverhalts dar stellung an Staatsanwaltschaft"

Biddeeh der Sochvahoit is fulgender: Mia wissn von nix.

Christoph Karl Steininger
01
23.9.2009, 14:32
Das nennt man wohl: Sich rausreden!

Der Verantwortliche der "natürlich" keine Verantwortung übernimmt und "natürlich" keine personellen Konsequenzen für irgendjemand in Betracht zieht.
Was ist jetzt wahr? Sind die Leute dort verantwortungslose Schön-quatscher oder verantwortungsvolle Entscheidungsträger?
Übrigens, wenn man von einem Rechtsbruch erfährt dann kann man nicht einfach stillschweigend annehmen daß er abgestellt wurde. Man kann ja den Mund aufmachen und fragen! Die klassische Funktion von "Aufsicht", würd ich meinen!

Wernher von Braun
04
23.9.2009, 14:14

und ich dachte immer unsere behörden ermitteln selbst. in dem fall ermittelt der täter gegen sich selbst?

so agiert man in einer bananenrepublik!

ikepod
11
23.9.2009, 14:54

zum glûck ist es in östereich zu kalt fûr bananen!!!

Dozent Andreas Kholrabe
00
23.9.2009, 15:11
So ist es!

Bananen und die dazu gehörenden Republiken sind in Südamerika anzutreffen. Wir in unserer christlichen Heimat haben dafür eine Menge Rüben.

Aufpasser1
02
23.9.2009, 14:05

die politische Kultur ist in den vergangenen zehn bis zwanzig jahren von einer zumindest nach Außen gespiegelten verantwortlichkeit in eine kultur der verantwortungslosigkeit gekippt. ich kann mich noch gut erinnern, als Rücktritte in Politik und staatsnahen Betrieben an der Tagesordnung waren. Heute könnte man glauben, gehört es schon zum guten Ton, trotz skandalösem Verhalten nicht zurückzutreten bwz. jemanden abzuberufen.

Cuchullain
00
23.9.2009, 18:17
Wenn es sich ...

... die Österreicher gefallen lassen?
(... und dann in der Wahlzelle ihr Kreuzl bei den F-lern auf den Wahlzettel gravieren)

der Ringe
37
23.9.2009, 14:04

Krank ist man, wenn man den Schein vom Arzt bestätigt bekommt, der Rest ist Arbeitsplatzangst und Firmenpolitik.
Nur weil sich tausende Privatangestellte krankheitshalber in die Bude schleppen, um nicht den Arbeitsplatz zu verlieren, sind jetzt die Beamten wieder die Blöden. *LOL*

also dann ...
11
23.9.2009, 14:03
wann ... tritt den pöchhacker - endlich - von seinem a-rats-posten zurück !

er bringt nichts zusammen...
und diese aktion, die seit mehr als 1 jahr ALLEN akteuren bekannt war - stinkt zum himmel !

pöchhacker...ist eine schande
und eine belastung f.d. unternehmen!

jacques05
00
23.9.2009, 18:44
eine schande sind die dorli und dieser "bundeskanzler"...

sie sind die unmittelbaren vorgesetzten dieser gauner.
und sie decken sie noch...

also dann ...
00
23.9.2009, 23:42
naja ... die beiden waren ja jugend-freunde ... so to say !

die bleiben so lange dort sitzen...
bis sie die spö...auf 25 % geführt...haben !

und die reslt. Lhauptleute erstarrren mit ihrem paralysiertem nichts-tun - bis auch sie dort landen !

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