Tiroler Kompetenz im Kampf gegen Krebs

22. September 2009 21:02

Das K1-Zentrum Oncotyrol will weiter wachsen

"Oncotyrol ist ein Zentrum für personalisierte Krebsmedizin", sagt Lukas A. Huber. "Das heißt, wir versuchen Therapeutika zu entwickeln, die auf das individuelle molekulare Profil eines Patienten und seines Tumors zugeschnitten sind." Der Zellbiologe ist wissenschaftlicher Leiter des Forschungsverbunds, der sich in Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie sowie mit den Tiroler Universitäten und dem regional größten Anwender, dem Krankenhausbetreiber Tilak (Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH), auf die Bereiche Blut-, Brust- und Prostatakrebserkrankungen spezialisiert.

Gegründet wurde Oncotyrol im Rahmen des Kompetenzzentren-Programms Comet als sogenanntes K1-Zentrum. Der offizielle Startschuss fiel im Juli 2008, vorerst ist das Projekt auf vier Jahre ausgerichtet. 24 Millionen Euro stehen der Innsbrucker Forschungsunternehmung zur Verfügung.

Zu 50 Prozent wird es aus öffentlicher Hand gefördert, zu gleichen Teilen von Bund und Land, über die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die Tiroler Zukunftsstiftung und die steirische Förderungsgesellschaft. Der Rest stammt von Wissenschaftspartnern sowie beteiligten Unternehmen - von regionalen KMUs bis zu internationalen Konzernen wie Roche und Novartis.

Bereits im ersten Jahr gelangen den Forschern etliche Erfolge. "Aus Oncotyrol-Projekten sind schon mehrere Patentanmeldungen hervorgegangen", so Huber. Philipp Unterholzner, Geschäftsführer von Oncotyrol, berichtet von zahlreichen international angesehenen Publikationen. Zugleich konnten die internationalen Kooperationen ausgebaut werden: so zum Beispiel mit der Firma Protagen mit Sitz in Dortmund und New Jersey.

Als nächstes großes Projekt will Oncotyrol am Campus der Medizinischen Universität Innsbruck ein Heimatgebäude für das Forschungszentrum schaffen. Daneben soll das Forschungszentrum ausgebaut werden, "um reif zu werden für die Zwischenevaluierung und als noch größeres K2-Zentrum weitermachen zu können, so die Pläne Unterholzners.

"Das alles ist das Ergebnis einer vielstufigen Entwicklung", sagt Lukas Huber im Rückblick. Begonnen habe alles mit einem Sonderforschungsbereich, der vom Wissenschaftsfonds FWF finanziert wurde. "Über die Gründung einer Graduiertenschule und des Biozentrums ging es weiter - bis schließlich Oncotyrol entstand." (DER STANDARD, Printausgabe, 23.09.2009)

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