
22.09.2009 18:10
Mehr als 50 Millionen Minus prognostiziert
"Golden Handshakes": langfristig sparen, aber heuer mehr Minus in Kauf nehmen? - Details über Bulgarien verlangt
Wien - 60 Millionen Euro: Diesen Verlust sagte Peter Radel dem ORF im STANDARD für 2009 voraus. Radel war lange Finanzdirektor des ORF, nun sitzt der Bürgerliche dort im Stiftungsrat. Bei Radels Prognose vor einem Jahr veranschlagte der ORF 29 Millionen unter null. Montag im Finanzausschuss sprachen General Alexander Wrabetz und Finanzdirektorin Sissy Mayerhoffer laut Ohrenzeugen von "mehr als 50 Millionen" Verlust.
Die im Vorjahr für vorzeitige Pensionierungen reservierten 25 Millionen Euro sind verbraucht und noch fünf mehr. Nun fragt sich das Management: Mehr Geld für weitere Interessenten an "Golden Handshakes" in die Hand nehmen, damit langfristig sparen, aber heuer mehr Minus in Kauf nehmen?
Zehn Millionen über Plan
Die ORF-Kosten lagen zur Jahresmitte zehn Millionen über Plan, bis Jahresende sollen sie ihn einhalten, hieß es im Auschuss. Die Erlöse lagen zur Halbzeit 20 Millionen unter Plan. Die Finanzerlöse, 2008 zentraler Beitrag zu 79 Millionen Verlust, entwickeln sich besser als erwartet. Die Werbung liege bis Jahresende um 23, manche hörten 30 Millionen unter Plan.
Der ORF will seine Werbetarife für 2010 "flexibilisieren" und - weiter mit Aufschlag - an Privatsendern orientieren. Der (bürgerlich dominierte) Finanzausschuss lehnte den Tarifantrag ab; bis zum Stiftungsrat am Donnerstag verlangen die Räte konkrete Preise.
Bevor sie zustimmen, wollen die Räte auch Näheres wissen, mit welchen lokalen Partnern die ORF-Sendertochter ORS in Bulgarien das Sendernetz übernehmen will. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 23.9.2009)
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