US-Börsen schließen deutlich schwächer

1. Oktober 2009, 22:30

Schwache Konjunkturdaten belasten - Bankenwerte unter Druck - Kein Dow Jones-Wert im Plus

New York - Die New Yorker Aktienbörse ist am Donnerstag mit deutlich tieferen Kursen aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones Industrial Index rutschte um 203,00 Punkte oder 2,09 Prozent auf 9.509,28 Einheiten ab. Der S&P-500 Index büßte 27,23 Punkte (minus 2,58 Prozent) auf 1.029,85 Zähler ein. Der Nasdaq Composite Index reduzierte sich um 64,94 Einheiten oder 3,06 Prozent auf 2.057,48 Zähler.

Die Leitindizes am New Yorker Börsenplatz haben nach der Eröffnung in der Verlustzone die Kursabschläge kontinuierlich ausgebaut und nur knapp über den Tagestiefstständen geschlossen. Kein einziger Titel im Dow Jones konnte mit einem positiven Vorzeichen schließen. Belastet wurde die Stimmung von enttäuschenden Konjunkturdaten. So ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend stark auf 551.000 gestiegen.

Einen weiteren Stimmungsdämpfer brachte die Vorlage des ISM-Index zur Situation in der US-Industrie. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Index der Einkaufsmanager sank auf 52,6 Zähler von 52,9 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten im Vorfeld mit einem Anstieg auf 54,0 Einheiten gerechnet.

Einige Analystenstimmen sorgten in New York für Impulse. So haben die Wertpapierspezialisten von Goldman Sachs die Titel von Microsoft von ihrer "Conviction Buy List" genommen. Die Analysten sehen "ein gewisses Risiko" bei den Erstquartalszahlen. Microsoft schlossen mit einem deutlichen Minus von 3,27 Prozent auf 24,88 Dollar.

Bei Rockwood Holdings meldeten sich die Experten der Schweizer Credit Suisse zu Wort und kürzten das Anlagevotum von "outperform" auf "neutral". Die Titel stürzten um 19,30 Prozent auf 16,60 Dollar ab.

Bei der Bank of America wird Chef Kenneth Lewis per Jahreswechsel sein Amt zurücklegen. Lewis hatte das Geldinstitut fast ein Jahrzehnt lang geführt, ein Nachfolger für ihn steht noch nicht fest. Bank of America gaben in einem schwachen Bankensektor 4,20 Prozent auf 16,21 Dollar ab.

Auch andere Bankaktien waren am Donnerstag schwer unter Verkaufsdruck. JP Morgan (minus 5,59 Prozent auf 41,37 Dollar), Citigroup (minus 6,40 Prozent auf 4,53 Dollar) und Morgan Stanley (minus 3,27 Prozent auf 29,87 Dollar) wurden von den Anlegern gemieden.

Übernahmeneuigkeiten gibt es beim weltgrößten Netzwerkausrüster Cisco. Dieser will den norwegischen Hersteller von Videokonferenzsystemen Tandberg für drei Mrd. Dollar übernehmen, was Analysten zufolge ein gutes Angebot für Tandberg sei. Während Tandberg in Oslo einen Kurssprung verzeichneten, büßten Cisco 1,91 Prozent auf 23,09 Dollar ein.

Berichten zufolge steht auch beim größten US-Kabelnetzwerkanbieter Comcast eine Akquisition ins Haus. Mit dem Mischkonzern General Electrics würden derzeit Gespräche über die Übernahme von rund 50 Prozent an NBC Universal geführt, hieß es von mit der Sache vertrauten Kreisen. Comcast rutschten um 7,17 Prozent auf 15,67 Dollar ab. (APA)

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