Demenz

Alzheimer beginnt mit Problemen beim Zahlen

22. September 2009 14:58
  • Artikelbild
    Foto: derstandard.at/simon graf

    Münzen abzählen und Einkäufe tätigen werden für Alzheimer-Patienten zur Hürde.

Experten raten zur Aufmerksamkeit gegenüber ersten Krankheitszeichen - vor Ausbruch der Krankheit Probleme im Umgang mit Geld

Birmingham - Wenn alten Menschen der Umgang mit Geld plötzlich schwer fällt, könnte dies eine Vorwarnung für eine bald einsetzende Alzheimer-Erkrankung sein. Zu diesem Schluss kommen Forscher der University of Alabama in der Zeitschrift Neurology. In einer Versuchsreihe konnten sie zeigen, dass Senioren mit leichten Gedächtnisproblemen meistens dann Demenz bevorsteht, wenn sie mit alltäglichen Zahlungsaufgaben nicht mehr zurecht kommen. Prognosen zufolge, die am gestrigen Welt-Alzheimertag präsentiert wurden, ist Demenz eines der großen Gesundheitsprobleme der Zukunft. Von einer frühzeitigen Erkennung hängt oft der weitere Krankheitsverlauf sowie die Lebensqualität des Betroffenen ab.

Umgang mit Geld

Die Wissenschaftler untersuchten zwei Gruppen von Senioren. Die erste umfasste Personen mit tadellosem Gedächtnis, während die zweite Senioren mit leichten Gedächtnisstörungen waren, ohne dass man jedoch eindeutige Demenzsymptome feststellen konnte. Zu Beginn der Studie und nach einem Jahr stellte man den Versuchspersonen mehrere Aufgaben rund um die Handhabung von Geld. Ließ man sie beispielsweise Münzen abzählen, Einkäufe tätigen, Scheckbücher und Kontoauszüge erklären, Rechnungen für den Postversand vorbereiten und kleine Betrugsfälle aufdecken. Beim zweiten Versuch nach einem Jahr war bei 25 der 87 Senioren, die anfangs schon leichte Gedächtnisstörungen aufwiesen, Alzheimer ausgebrochen. Dabei handelte es sich jedoch besonders um diejenigen, die beim Anfangstest schlecht abgeschnitten hatten, wobei sich die Testergebnisse bei den Betroffenen im zweiten Durchgang weiter verschlechtert hatte. Senioren, die schon anfangs ein gutes Gedächtnis oder trotz leichten Beeinträchtigungen gute Ergebnisse geliefert hatten, brachten im zweiten Durchgang hingegen gleich gute Resultate wie beim ersten Mal.

Kontobewegungen beobachten

"Deutlich wurde, dass man bei Menschen mit leichten Beeinträchtigungen schon ein Jahr vor Ausbruch von Alzheimer schwindende Fertigkeiten im Umgang mit Geld feststellen kann", so Studienleiter Daniel Marson. Ärzte sollten daher bei Patienten, die bereits leichte Probleme mit dem Gedächtnis haben, deren Umgang mit Geld im Auge behalten und diese sowie ihre Pflegenden über Maßnahmen informieren, mit denen man Anzeichen des schlechten Umgangs mit Geld erkennt. "Wer einen alten Menschen betreut, sollte auch Einblick in die Transaktionen haben und dessen Bank kontaktieren, damit etwa Rechnungen nicht doppelt bezahlt werden. Eine Möglichkeit ist auch, Mitunterzeichner für Kontobewegungen zu werden, sodaß ab einer bestimmten Summe beide Unterschriften notwendig sind." Vorteile für alte Menschen biete zudem das Online-Banking, rät der Alzheimer-Experte.

Dass das gesamte Umfeld eines alten Menschen auf erste Anzeichen der Demenz achten sollte, betont auch die Gerontologin Katharina Pils. Die Wiener Medizinerin bezeichnet Probleme im Umgang mit Geld als erste Warnsignale, sowie die plötzliche Änderung von lange beibehaltenen Verhaltensmustern oder das mehrmalige Erzählen von Geschichten hintereinander. "Damit solche Änderungen rechtzeitig auffallen, ist es sehr wichtig, alten Menschen mehr zuzuhören und über die Veränderungen im Alter Bescheid zu wissen", so Pils. (pte)

Kommentar posten
10 Postings
duo timtom 1
10.01.2010 04:47



WARNUNG AN ALLE HYPOCHONDER !!!!!
klickt niemals krankheit/gesundheit,oder
vorsorge an,
ich habe das einige zeit gemacht,
ICH BIN TODKRANK!!!

das ist fix
25.09.2009 19:54

Hier steht: "Vorteile für alte Menschen biete zudem das Online-Banking, rät der Alzheimer-Experte."

Das ist doch weltfremd, weil alte Menschen meist gar keinen Computer haben.

Clemens Schwarz
25.09.2009 11:57
In Zukunft wird es nicht der Gerontologe für die Alzheimererkarnung zuständig sein.

Immer mehr junge Menschen erkranken degenerativen Hirnerkrankungen eine schlüssige Antwort gibt es nicht. Genetische Faktoren werden angeführt.
Eine Studie finde ich bemerkenswert. In dieser werden Entgiftungsgene beschrieben. Es lag der Schluss nahe, dass Alzheimer mit mangelnder Entgiftung von Umweltgiften im Zusammenhang stehen könnte.

grgr grn
23.09.2009 14:41
Also hat die EURO-Umstellung Alzheimer verursacht.

Wieder ein Beweis, dass das Wohlergehen der Menschen der Europäischen Union egal ist und sie Schädigungen in Kauf nimmt; so wie bei der jährlichen Zeitumstellung auf Winterzeit:)

Marie Luxemburg
23.09.2009 12:51

das ist es, wenn ich auf mein konto schau: ich hab alzheimer :-)

Wappen hea
23.09.2009 13:29
: )

Dachte ich mir auch als gerade eben expandierender Selbständiger. Kann halt eng sein , sogar ohne Bank...

Marie Luxemburg
23.09.2009 17:20

:-))

Preger
23.09.2009 12:50
Ui, kein gutes Omen fuer die Wirten...

...die verrechnen ja nur allzugerne 4 statt 3 Biere usw.

Preger, Teilzeitkuenstler/In

Lalai Dama
23.09.2009 11:32
Alzheimer beginnt mit Problemen beim Zahlen

Daraus folgt:
Bitte künftig mehr Nachsicht mit Zechprellern!

saoTan
05.10.2009 20:56

Damit sie mehr saufen können und so die Gehirnzellen noch schneller abtöten?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.