Die "irre Welt" des Wolfgang Fellner

22. September 2009 12:14
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    Foto: styria

     

    Harald Fidler
    Österreichs manischer Medienmacher. Die Welt des Wolfgang Fellner
    Styria Verlag
    272 Seiten
    24.95 Euro
    ISBN 978-3-222-13275-9

     

     

STANDARD-Journalist Harald Fidler beschreibt das Leben des "manischen Medienmachers" vom "Rennbahn-Express" bis "Österreich"

Wien - Er "denkt sich seine Welt positiv. Die Welt muss sich danach richten"- treffender kann man Wolfgang Fellner kaum beschreiben. Auf rund 272 Seiten dokumentiert Harald Fidler, was damit gemeint ist. In seinem neuen Buch "Österreichs manischer Medienmacher. Die Welt des Wolfgang Fellner" nimmt einer der bekanntesten Medienjournalisten Österreichs einen der bekanntesten Medienmacher ins Visier. Fidler macht sich auf Spurensuche und findet die Wurzeln des heute als "Fellnerismus" bekannten Phänomens bereits beim 14-jährigen WoFe und dessen erster verlegerischer Tätigkeit beim "Rennbahn-Express". Der Autor zeichnet das Bild eines rastlosen, für seine Wutausbrüche und deftige Ausdrucksweise bekannten Workaholics, der nicht nur die eigenen Redaktionen, sondern die gesamte Medien- und auch Politikszene Österreichs seit Jahrzehnten auf Trab hält.

Journalist und Marketing-Genie

Wolfgang Fellner ist Journalist und Marketing-Genie. Als manischer Schreiber gibt er nichts aus der Hand und überlässt nichts dem Zufall. Bis in den kleinsten Artikel reicht die Handschrift Fellners, mit der er die geistigen Ergüsse seiner Mitarbeiter in seine Weltsicht färbt. Das PR-Geschick des Wolfgang Fellner, das sich sowohl im Eigenmarketing wie im Lukrieren von Anzeigen niederschlägt, zeigte sich bereits Ende der 1960er Jahre. Die ersten Inserate im "Rennbahn-Expres" (wie etwa jenes vom befreundeten Frisiersalon Iris) beruhten "mehr auf persönlichem Engagement denn auf der Idee einer wirksamen Werbung". Mit Hilfe dieses Engagements machte Fellner nicht nur den "Rennbahn-Express", sondern auch die Zeitungsillustrierte "Basta" groß, es half ihm bei der Gründung und dem Aufbau des "News"-Verlagsimperiums und nun bei seinem jüngsten Baby, der Tageszeitung "Österreich".

Wechselwirkung zwischen Werbung und Redaktion

Fidler geht aber nicht nur den Wechselwirkungen zwischen Werbung und redaktionellen Inhalten, sondern auch jenen zwischen Fellner und der heimischen Politik auf den Grund. "Große Teile der österreichischen Politik sind käuflich. Also macht Wolfgang Fellner mit ihr Geschäfte. Wenn das Geld der SPÖ auf der Straße liegt, hebt er es auf", zitiert Fidler den Grünen-Politiker Peter Pilz. WoFe, den mit Pilz ein freundschaftliches Verhältnis verbindet, habe das "Verhältnis zwischen Politik und Journalismus auf der Ebene der Macht neu bestimmt. Er führte das einfache, offene Geschäft ein. Wer sich auf einen Wahlkampf vorbereitete, wurde auf seine Pflicht, in 'News' zu inserieren, hingewiesen. Großparteien hatten groß, Kleinparteien beträchtlich zu inserieren", wird Pilz zitiert.

"Rundweg negativ"

Interessant und unterhaltsam schaut Fidler in seinem neuen Buch hinter die Kulissen des Phänomens Wolfgang Fellner und wird dabei immer wieder mit der Eigenschaft des Medienmenschen konfrontiert, persönliche Aktivitäten in den schillerndsten Farben zu skizzieren und solange von seinen Erfolgen zu sprechen, bis die Welt daran glaubt. "Nur: Seine Erzählung lässt sich mit historischen Fakten nicht in Einklang bringen", schreibt Fidler. Fellner, der das Manuskript vorab gelesen hatte, findet es "rundweg negativ" und autorisierte es nicht. Im Interview mit dem Branchenmagazin "Journalist" meint er hingegen, er sei "beim ersten Mal lesen kurz vor Seite 100 eingeschlafen". Dass "jemand allen Ernstes 300 Seiten über mich verfasst", überrascht ihn.

Hilft im Tagesgeschäft

Was aber treibt den manischen Medienjournalisten Harald Fidler dazu, neben seiner durchaus arbeitsintensiven Tätigkeit als "Standard"-Redakteur, ein Buch nach dem anderen auf den Markt zu bringen - und weshalb gerade eine Biografie über Wolfgang Fellner? "Bücher sind die beste Gelegenheit, sich näher mit Themen, Personen und Phänomenen zu befassen, über die man zwar ständig schreibt, mit denen man sich aber im Tagesgeschäft nicht wirklich tiefer gehend auseinandersetzen kann. Das hilft dann auch im Tagesgeschäft", so Fidler, der erst im November 2008 das Lexikon "Österreichs Medienwelt von A bis Z" auf den Markt gebracht hatte.

Fellner ein "Phänomen"

Wolfgang Fellner findet er - "ganz wertfrei gesagt, eine faszinierende Persönlichkeit der österreichischen Medienlandschaft. Ein Phänomen." Ziel der Biografie ist es, "Menschen, die Wolfgang Fellner nicht oder nicht gut genug kennen, ein Bild über dieses Phänomen zu vermitteln. Ihnen damit auch zu zeigen, wie Produkte von Wolfgang Fellner funktionieren. Und Menschen, die ihn kennen, vielleicht ein paar neue Details zu zeigen." (APA/red)

Link zum Buch
http://wolfgangfellner.at 

Buch-Präsentation
Medienmacher: Verhaberung zwischen Verlegern und Politik kein Problem - Grabner: "Es hat sich noch kein Funktionär durch ein Inserat gerettet" - Voigt: Vermengung redaktioneller Inhalt und Werbung "gibt es nicht" - Fellner: Pirker sei "Inkarnation des österreichischen Durcheinanders"

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 84
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Reich durch Eurofighter
02.02.2011 19:45

APA/red, nicht APA/fid?

Mycroft Holmes
29.01.2011 14:13
Kann man dieses ungute Bild bitte ENDLICH von dieser Seite nehmen?

Blockmalzmann
23.08.2010 18:04
Apfel-Ah für die Gschicht!

orphan with his gun
18.08.2010 15:01
Man muss schon masochistisch veranlagt sein,

um ueber so einen "Menschen" ein Buch zu schreiben. Mein Mitleid gilt sowohl allen Untergebenen dieses Kranken, als auch den Schwachkoepfen, die diese 300 Seiten kaeuflich erwerben (und womoeglich - entsetzlicher Gedanke - sogar lesen).

Caroline Schmelz
13.01.2010 23:25
Ich nehme zur Kenntnis,

dass das Fellner-Ponem mit den Ewigkeitswerten eines Stalindenkmals auf dieser Seite einbetoniert ist. Trost gibt mir nur das Wissen um die Haltbarkeit von Stalin-Denkmälern. Nach etwa 50 Jahren wird also auch dieser grausliche Reklame-Link gelöscht werden.

Übrigens: Die wunderschöne Ferienzeit ist vorbei, der harte Alltagt beginnt wieder – die Ö-Müllcontainer stehen wieder in den U-Bahn-Stationen, und es wurde sogar schon wieder der eine oder andere Entnehmer beobachtet.

Caroline Schmelz
03.12.2009 22:01
Jetzt meide ich diese Seite

großflächig. Jede Woche einmal schaue ich kurz herein, ob die Fellner-Visage noch da ist. Wenn ja: Weitere Woche Pause. Das grenzt ja an Stalking, jeden Tag damit belästigt zu werden. Dagegen sind die Käseblattverteiler an den U-Bahn-Stationen ja dezent.

CapeCode
08.11.2009 14:56
bitte diese ungustl-visage entfernen

danke

Caroline Schmelz
09.11.2009 18:52
Ja, bitte, bitte!

Hermi Nator
04.11.2009 14:12

Der Herr WoFe hat sich doch nur einen drittklassigen Buchschreiberlbng gekauft, denn freiwillig würde doch niemand über diesen Ungustl schreiben. Und dass er 15 jahre noch tätig sein will, kommt wohl einer Drohung schlimmsten Ausmaßes gleich!

rosarum vallis
 
30.10.2009 15:08
Unterschicht-Medien zu betreiben muss wohl ein geiles Geschäft sein.

Täglich die Sau rauszulassen und damit die Massen auch noch zu manipulieren ist ein rares Privileg.

Ich verstehe jetzt den verstorbenen Hrn. Falk besser, der mit den Milliarden aus dem Krone-Verkauf nichts besseres anzufangen wusste als das Geld mit der Gründung einer Unterschicht-Zeitung ("täglich alle") zu verbrennen.

zeichensetzer
04.01.2012 21:55

Aah. Und in der Oberschicht nennt man das Manipulieren dann "Meinungsbildung" ...

TheLaw
30.10.2009 08:56
Mit seine Schundblattn kannst net einmal einheizen. Zuviel Farbe ( der Ofen wird kaputt ) und brennt net. Also Nix zum BRAUCHEN, geschweige zum Lesen!

Quasis Herr Karl
Quasis Herr Karl
08.10.2009 18:26
Fellners "Zeitungen" sind widerwärtig.

Jupp Flikflak
07.10.2009 16:53
"Rennbahn-Express" bis "Österreich"

Bei gleich bleibendem Niveau.

zensur bei der "fma betrugsverdacht" vertuschung
 
25.09.2009 01:48
dem fidler muss fad gewesen sein oder/und der fellner braucht

eine kleine beigabe für oe bzw news.

losing my edge
23.09.2009 21:27

in dem buch sind sicher viele bunte bilder...

CapeCode
23.09.2009 12:18
Fellner und irre in einem Satz?

also bitte, das stimmt doch überhaupt nicht. Das wäre ja als würde man sagen, die Eva hätte keine Ahnung vom Zeitungsmachen. Ungerechtfertigte Anwürfe sind das.

Imi Söba
14.10.2009 14:24

witzig.

Amuse Gueule
23.09.2009 10:38
Jetzt mit Scheck um 5 Euro billiger

Dass Herr Fidler Herrn Fellner "wertfrei" betrachtet, halte ich für bedenklich. Die Objektivität hat ihre Grenzen, wo Menschen geschädigt werden.

tarantello di dapirano
23.09.2009 10:32
Foto: sollte sich das Pflaster runterreißen

therese donkots
23.09.2009 10:47
ich bin von Berufs wegen art buyer:

das ist kein Pflaster, das ist ein scharfkantiger Papierflieger

. Diogenes
23.09.2009 09:13
Fellner, der Dichand des gehobenen Proletariats

tramezzino
23.09.2009 14:40

der dichand ist reich.

Schnabeltierfresser
08.10.2009 11:21
Fellner bleibt nur eine Flappe!

lessismore
22.09.2009 22:59
Ist das der ...

mit dem Klon?

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